BMW stoppt Abfindungsprogramm
BMW pausiert sein freiwilliges Abfindungsprogramm, weil die Zahl der Anfragen die verfügbaren Kapazitäten übersteigt. Nach dem Portal-Ausfall am 9. Oktober sichtet und bearbeitet der Autobauer zunächst die bereits eingegangenen Anfragen.
BMW pausiert sein freiwilliges Abfindungsprogramm, weil die Zahl der Anfragen die verfügbaren Kapazitäten übersteigt. Nach einem ersten Portal-Ausfall am 9. Oktober sichtet und bearbeitet der Autobauer zunächst die bereits eingegangenen Anfragen.
BMW hatte den Beschäftigten persönliche Abfindungsangebote zugänglich gemacht. Viele Mitarbeiter wollten ihre Konditionen prüfen und brachten das interne Personal-Portal wegen der zahlreichen Zugriffe vorübergehend zum Erliegen.
Nach dem technischen Problem nahm BMW den Zugang wieder in Betrieb. Nun legt der Konzern das Programm vorerst auf Eis, damit die zuständigen Stellen die Anfragen bearbeiten können.
BMW prüft die vielen Anfragen
Der Bayerische Rundfunk berichtete zuerst über den großen Andrang und die vorläufige Schließung des Programms. BMW bestätigte das hohe Interesse, äußerte sich aber nicht zu einzelnen Abfindungssummen oder zum weiteren Ablauf.
Die Beschäftigten konnten auf dem Portal ein persönliches Angebot abrufen. BMW berechnet die Summe vor allem anhand des Einkommens und der Dauer der Betriebszugehörigkeit.
Mehrere Hunderttausend Euro möglich
Für langjährige Mitarbeiter mit höherem Einkommen können sich die Angebote auf mehrere Hunderttausend Euro summieren. Diese Aussicht erklärt das große Interesse an den freiwilligen Aufhebungsverträgen.
BMW muss für das Programm zunächst einen dreistelligen Millionenbetrag aufbringen. Ab 2028 erwartet der Konzern jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Euro.
Vor allem Verwaltung und Entwicklung betroffen
BMW richtet das Abfindungsprogramm an Beschäftigte im indirekten Bereich der BMW AG. Dazu gehören Tätigkeiten, die nicht direkt an der Fahrzeugproduktion beteiligt sind, vor allem in Verwaltung und Entwicklung.
Die BMW AG beschäftigte Ende vergangenen Jahres gut 85.800 Menschen. Das Abfindungsprogramm gilt nur in Deutschland und soll den größten Teil des geplanten Stellenabbaus abdecken.
BMW will bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abbauen
BMW will weltweit bis Ende 2027 rund 8.000 Stellen abbauen. Neben den freiwilligen Aufhebungsverträgen nutzt der Konzern Altersteilzeit und natürliche Fluktuation.
Der starke Zuspruch könnte BMW beim Stellenabbau schneller voranbringen als geplant. Ob der Konzern das Abfindungsprogramm nach der Bearbeitung der bisherigen Anfragen wieder öffnet, bleibt offen.
Weniger Managementfunktionen
BMW will seine Organisation außerdem verschlanken. Bis Mitte 2027 soll die Zahl der Bereiche und zugeordneten Managementfunktionen um ein Fünftel sinken.
Dafür führt BMW Organisationseinheiten auf allen Managementebenen zusammen. Vorstandschef Milan Nedeljkovic will zugleich mehr Verantwortung in die wertschöpfenden Bereiche verlagern.
Die Beschäftigungssicherung bleibt in Kraft, solange BMW einen Vorsteuergewinn erzielt. Die Vereinbarung begrenzt damit den Druck auf die übrige Belegschaft unter bestimmten wirtschaftlichen Voraussetzungen.
Schwierige Geschäfte erhöhen den Spardruck
BMW kämpft mit der schwachen Nachfrage in China und den Handelskonflikten zwischen den USA, Europa und China. Mitte Juni korrigierte der Konzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich nach unten.
