Döllner wiederholt die Fehler von Elon Musk
Strafzölle vermeiden, lokal produzieren: Audi hat gute Gründe für ein Werk in den USA. Doch der Schulterschluss mit Trump könnte sich rächen. Ein Kommentar.
Audi baut ein Werk in den USA: Eine gute Nachricht für die Marke und eigentlich ein Alarmzeichen für die Politik. Denn deutlicher als mit dieser Ankündigung können Autobauer kaum demonstrieren, wie kompliziert und unrentabel es heutzutage ist, in Europa und speziell in Deutschland Autos zu bauen.
Alle, die nun Skandal wittern, sei gesagt: Mercedes und BMW machen das schon lange und erfolgreich. Nebeneffekt: Beide Hersteller können so satte Strafzölle auf ihre Luxus-SUV vermeiden. Audi bezahlt aktuell dafür, und das nicht zu knapp. Nicht zuletzt aus Umweltgründen ist die lokale Produktion von Autos zu bevorzugen.
Automarken und Parteipolitik passen nicht zusammen
Ob ich mich aber als Wahlkampfhelfer für Donald Trump hätte instrumentalisieren lassen, hätte ich mir gut überlegt – und dann sein lassen! Ich finde, man hätte aus der unsäglichen Wahlkampf-Einflussname von Elon Musk lernen können: Das steht einem Autohersteller nicht zu. Und es ist letztendlich verkaufsschädigend. Im Falle von Audi nicht unbedingt in den USA, aber in all den Ländern, die nicht unbedingt auf der Linie von Donald Trump liegen. Deutschland, Kanada, Frankreich, China, Norwegen und so weiter.
Donald Trump und Gernot Döllner auf einem Bild, nur wenige Tage vor den Kongresswahlen in den USA, das hätte ich vermieden. Automarken und Parteipolitik passen nicht zusammen. Zumal es einer Partei und einem Präsidenten dient, deren Politik klar gegen europäische Interessen ausgerichtet ist.
