Weitere 12.000 Arbeitsplätze bedroht
Volkswagen will in Deutschland weitere 12.000 Stellen abbauen. Zusammen mit den bereits vereinbarten Maßnahmen betrifft der Stellenabbau insgesamt 47.000 Arbeitsplätze.
VW bestätigte die zusätzlichen Stellen am Freitag (23. Oktober 2026) nach Gesprächen mit der Gewerkschaft. Eine Aufteilung auf einzelne Standorte nannte der Konzern bislang nicht. Der Abbau soll sozialverträglich erfolgen. Der Zukunftstarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus. Es bedeutet also nicht, dass 47.000 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, sondern dass VW die Zahl der Stellen senken will, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen. Dafür setzt der Konzern unter anderem auf freiwillige Austritte. Öffentlich geförderte Transfergesellschaften stehen zusätzlich zur Diskussion.
Streit um staatliche Unterstützung für Transfergesellschaften
Das heißt, wer in eine Transfergesellschaft wechselt, verlässt VW und arbeitet für eine begrenzte Zeit bei einem anderen Unternehmen. Dieser unterstützt bei Weiterbildungen und der Suche nach einer neuen Stelle. Ob die Beschäftigten später zu VW zurückkehren können, ist nicht sicher.
Die Bundesagentur für Arbeit kann bis zu zwölf Monate lang einen Teil des Verdienstausfalls ausgleichen. Sie zahlt grundsätzlich 60 Prozent, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens. Noch ist offen, ob VW die Voraussetzungen für eine solche Förderung erfüllt.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo kritisiert, Transfergesellschaften könnten die vereinbarte Beschäftigungssicherung "durch die Hintertür" aushebeln. IG-Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger sagt, zunächst müssten die VW-Eigentümer ihren Teil beitragen. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass VW im Juni rund 2,6 Milliarden Euro Dividende ausgeschüttet hat. Zugleich hätten die Beschäftigten seit 2024 Zugeständnisse gemacht, durch die der Konzern nach Angaben der IG Metall jährlich rund 1,5 Milliarden Euro bei den Arbeitskosten einspart.
IG Metall bereitet möglichen Arbeitskampf vor
Zusätzlich verschärft ein Tarifkonflikt die Lage. Volkswagen kündigte Ende September zehn Tarifverträge zum Jahresende. Sie regeln unter anderem Entgelt, Arbeitszeiten und Zulagen und betreffen rund 130.000 Beschäftigte. Die IG Metall verlangt, dass VW die Kündigungen bis Ende Oktober zurücknimmt. Andernfalls will die Gewerkschaft einen Arbeitskampf vorbereiten.
Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember 2026. Damit wären Streiks ab Januar 2027 möglich. Über die gekündigten Verträge wollen die Parteien am 24. November in Emden und am 15. Dezember in Zwickau verhandeln.
