Bau von China-Modellen denkbar
VW prüft die Produktion von VW-Modellen in der Türkei. Der Autobauer hat dazu eine Absichtserklärung mit Doğuş Otomotiv unterschrieben.
VW lotet offenbar erneut die Möglichkeiten für eine Pkw-Produktion in der Türkei aus. Dazu haben die Niedersachsen eine Absichtserklärung mit Doğuş Otomotiv unterzeichnet, wie der türkische Partner mitteilt. Doğuş Otomotiv importiert, vertreibt und vermarktet seit über 30 Jahren Volkswagen-Fahrzeuge in der Türkei. Erst vor Kurzem hat das Unternehmen auch den Vertrieb sowie den Kundendienst für die Pkw-Marke Volkswagen in den Märkten Irak, Aserbaidschan und Syrien übernommen. Medienberichten zufolge könnten in der Türkei künftig auch in China entwickelte VW-Modelle für internationale Märkte gebaut werden.
Im Rahmen der Absichtserklärung sollen die Möglichkeiten für eine Produktion von VW-Pkw in der Türkei geprüft werden. Laut Automobil-Produktion befindet sich das Projekt noch in einer frühen Prüfphase. Weder zu möglichen Fahrzeugmodellen noch zu Investitionsvolumen, Produktionskapazitäten oder einem Zeitplan wurden bislang Details veröffentlicht. Eine endgültige Investitions- oder Standortentscheidung wurde ebenfalls bislang nicht getroffen. VW bestätigte gegenüber Automobil-Produktion, dass man derzeit gemeinsam mit Doğuş Otomotiv "den Export von teilmontierten Fahrzeugen aus außereuropäischen Produktionsstandorten in die Türkei für den türkischen Markt" prüfe.
China-Bausätze für türkische Produktion
Laut einem Bericht der Automobilwoche ist denkbar, dass in einem möglichen türkischen Volkswagen-Werk künftig Fahrzeuge produziert werden, die ursprünglich für den chinesischen Markt entwickelt wurden. Die geplante Fertigung solle im sogenannten CKD-Verfahren (CKD, Completely Knocked Down) erfolgen. Dabei würden in China produzierte Autos als zerlegte Bausätze in die Türkei geliefert und dort wieder zusammengesetzt. Wie die Automobilwoche weiter berichtet, gehe es um Modelle des Volkswagen-Joint-Ventures mit dem chinesischen Hersteller FAW. Infrage kämen damit beispielsweise die chinesische VW-Passat-Variante Magotan sowie diverse Jettas und Audis.
VW schon 2019 mit Türkei-Plänen
VW hatte bereits 2019 den Bau eines Werks im türkischen Manisa geplant. Das Vorhaben wurde jedoch 2020 angesichts der Corona-Pandemie und veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gestoppt. Die Investition sollte sich damals auf rund 1,3 Milliarden Euro belaufen und Kapazitäten für bis zu 300.000 Fahrzeuge pro Jahr schaffen. Letztlich hat sich VW dann aber für zusätzliche Investitionen in Höhe von 500 Millionen Euro in seine Standorte in der Slowakei entschieden.
