Massiver Einbruch in China und USA
Europas E-Auto-Geschäft wächst, China und die USA bremsen VW aus. Insgesamt gehen die Absatzzahlen der Volkswagen Group um neun Prozent zurück.
Die Volkswagen Group hat in den ersten neun Monaten 2026 weltweit 6,011 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 9,0 Prozent. Zuwächse in Europa und Südamerika konnten dabei die geringeren Verkaufszahlen in China und Nordamerika nicht ausgleichen. Das gab der Konzern mit den neuesten Quartalszahlen (Januar bis September 2026) bekannt. Bei den vollelektrischen Fahrzeugen fiel der Rückgang geringer aus. Der Konzern übergab weltweit 678.700 batterieelektrische Fahrzeuge an Kunden, 5,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal lagen die Auslieferungen mit 240.200 Fahrzeugen 4,7 Prozent unter dem Vergleichswert von 2025.
China-Geschäft bricht ein
Die Entwicklung bei den einzelnen Marken fiel dabei, bezogen auf E-Autos, unterschiedlich aus. Škoda steigerte seine weltweiten BEV-Auslieferungen bis Ende September um 41,3 Prozent auf 167.400 Fahrzeuge. Seat und Cupra kamen zusammen auf 65.100 vollelektrische Fahrzeuge, ein Plus von 13,5 Prozent. Volkswagen Pkw setzte dagegen 212.200 Elektroautos ab und lag damit 26,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Audi erreichte 143.700 Fahrzeuge, 12,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese schlechten Werte der beiden Kernmarken gehen insbesondere auch die Entwicklung in den USA und in China zurück.
20 Prozent Elektroautos
In Europa setzte die Volkswagen Group in den ersten drei Quartalen 586.100 vollelektrische Fahrzeuge ab, 12,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf 19,6 Prozent. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge an den Auslieferungen in Europa stieg nach Unternehmensangaben von 18 auf 20 Prozent.
Auch bei den Bestellungen zeigt sich eine Verschiebung zugunsten batterieelektrischer Modelle. Die Auftragseingänge für BEV stiegen im dritten Quartal um mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der BEV-Auftragsbestand in Europa hat sich im Vergleich zum Jahresende 2025 verdoppelt. Rund 40 Prozent des gesamten Auftragsbestands entfallen inzwischen auf vollelektrische Fahrzeuge.
150.000 Bestellungen
Zu den besonders nachgefragten Modellen zählen demnach die neuen Kleinwagen VW ID. Polo, VW ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval. Für die vier Fahrzeuge gingen laut Volkswagen bislang knapp 150.000 Bestellungen ein. Die meistverkauften vollelektrischen Konzernmodelle waren bis Ende September der Škoda Elroq mit 92.200 Fahrzeugen, der Volkswagen ID.4 und ID.5 mit zusammen 81.900 Einheiten sowie der Škoda Enyaq mit 72.700 Fahrzeugen.
China bleibt der größte Belastungsfaktor für die Gesamtbilanz. Dort lieferte die Volkswagen Group 1,379 Millionen Fahrzeuge aus, 30,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang betraf besonders Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, aber auch bei den batterieelektrischen Modellen gingen die Auslieferungen zurück. Mit 48.900 BEV lag der Konzern 42,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Volkswagen führt die Entwicklung in China unter anderem auf den deutlich rückläufigen Gesamtmarkt zurück. Besonders das Geschäft mit Verbrennern entwickelte sich schwach. Neue, speziell für China entwickelte Elektromodelle sollen nach Unternehmensangaben erste Impulse liefern. Konkrete Auslieferungszahlen für einzelne dieser Modelle nannte der Konzern in der Mitteilung nicht.
Fast 90 Prozent Minus in den USA
In den USA ist die Situation bei Elektroautos nochmals anders gelagert als in China. Die Volkswagen Group lieferte dort bis Ende September 14.900 batterieelektrische Fahrzeuge aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 68.700 Einheiten. Der Rückgang beträgt damit 78,4 Prozent. Im dritten Quartal gingen die US-Auslieferungen von 37.400 auf 5.100 Elektrofahrzeuge zurück, ein Minus von 86,4 Prozent. Mit ein Grund dürfte die im April bekannt gegebene Entscheidung sein, die ID.4-Produktion in den USA einzustellen.
Als Gründe nennt Volkswagen das Auslaufen staatlicher Förderprogramme sowie die Belastung durch Importzölle. Die Gesamtlieferungen der Konzernmarken in Nordamerika sanken in den ersten neun Monaten um 4,0 Prozent auf 680.200 Fahrzeuge. Für den US-Markt weist Volkswagen einen Gesamt-Rückgang von 7,8 Prozent aus.
