Deutschland erhält mehr 8x8-Schakal
Wichtiger für den alltäglichen Betrieb sind jedoch die Schutzsysteme gegen Beschuss, Minen und Sprengsätze sowie die integrierte ABC-Schutzanlage.
Die Bundeswehr und die Niederlande erhalten mehr Schakal. Was kann der neue 8x8-Radschützenpanzer mit Puma-Turm?
Der Boxer RCT30, den die Bundeswehr Schakal (Warum haben Bundeswehr-Fahrzeuge Tiernamen?) nennt, verbindet das 8x8-Fahrmodul des Boxer mit dem unbemannten Turm RCT30 des Schützenpanzers Puma. Der Radschützenpanzer ist für die Mittleren Kräfte vorgesehen. Diese sollen sich mit geschützten Radfahrzeugen über größere Entfernungen verlegen und dabei eigene Feuerkraft mitführen können.
Der Boxer RCT30 wird von einem MTU-V8-Dieselmotor der Baureihe 8V 199 angetrieben. Artec, das Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland, nennt die Motorvarianten 8V 199TE20 und 8V 199TE21 mit bis zu 530 beziehungsweise 600 Kilowatt. Das entspricht rund 721 oder 816 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 100 km/h, die Reichweite laut Hersteller bei über 1.000 Kilometern.
Kanone feuert während der Fahrt
Im Turm sitzt die stabilisierte Maschinenkanone MK 30-2/ABM mit Doppelgurtzuführung. Sie kann zwei Munitionssorten verwenden und Airburst-Munition verschießen, deren Sprengwirkung sich in der Luft entfaltet. Ein koaxiales Maschinengewehr ergänzt die Kanone. Gegen gepanzerte Ziele kann der Turm zwei SPIKE-LR-Lenkflugkörper aufnehmen, die bei der Bundeswehr als MELLS geführt werden. Die Kanone kann auch während der Fahrt eingesetzt werden.
Der Turm ist unbemannt und wird aus dem Fahrzeug heraus bedient. Kameras und Sensoren ermöglichen der Besatzung einen Rundumblick und helfen dabei, Ziele zu erkennen. KNDS nennt außerdem eine Hunter-Killer-Funktion, bei der der Kommandant ein Ziel suchen kann, während der Richtschütze ein anderes bekämpft. Für den Schutz sorgen eine Sicherheitszelle und ein modulares Zusatzschutzkonzept. Zur Boxer-Ausstattung gehören zudem ABC-Schutz, Heizung und Klimaanlage.
Bei der Zahl der mitfahrenden Soldaten weichen die Angaben voneinander ab. Die technische Produktseite von KNDS nennt zehn Personen insgesamt, aufgeteilt in drei Besatzungsmitglieder und sieben Passagiere. OCCAR spricht von sechs Soldaten.
291 Schakal für Deutschland und die Niederlande
Die OCCAR hat weitere 69 Schakal beauftragt. 35 Fahrzeuge sind für die Bundeswehr und 34 für die niederländische Landmacht vorgesehen. Damit steigt die Zahl der fest eingeplanten Fahrzeuge auf 291. Rheinmetall beziffert den Auftragswert für den Konzern auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die neuen Fahrzeuge sollen zwischen Mai 2032 und November 2033 ausgeliefert werden.
Der gemeinsame Hauptvertrag von Oktober 2025 umfasst 222 Fahrzeuge. Davon entfallen 150 auf die Bundeswehr und 72 auf die niederländischen Streitkräfte. Mit der zusätzlichen Bestellung steigt der deutsche Bestand auf 185 Schakal, die Niederlande erhalten insgesamt 106 Fahrzeuge. Im Hauptvertrag sind Optionen für weitere Fahrzeuge vorgesehen.
