Frankreich kämpft für Radio-Erhalt
Eine französische Gesetzesinitiative stemmt sich gegen den Entfall von klassischem Radioempfang in modernen Autos. UKW und DAB+ müssen bleiben.
Neuwagen sollen künftig zwingend mit einem Autoradio ausgestattet werden, zumindest, wenn es nach einem Gesetzentwurf geht, der am 13. Oktober im französischen Senat in erster Lesung verabschiedet wurde. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Neuwagen (Pkw und Lkw) mit einem terrestrischen Radioempfänger ausgestattet sein müssen. Die Initiatoren wollen damit dem Trend entgegenwirken, dass in Neuwagen zunehmend Streaming den klassischen Radio-Empfang verdrängt.
Wichtiger Notfall-Kanal
Radio gilt immer noch als zentraler Verbreitungsweg von Informationen, entsprechend soll der terrestrische Empfang auch weiter als Zugang erhalten bleiben. Zwar sind die Hörerzahlen seit Jahren rückläufig, allerdings hat das Radio immer noch die Möglichkeit die Verbreitung von Informationen in Krisenzeiten sicherzustellen, selbst wenn Mobilfunknetze ausfallen oder überlastet sind. Laut Daten von Médiamétrie entfallen etwa 35 Prozent der Radionutzung in Frankreich auf das Auto.
Es gibt zwar bereits seit Dezember 2020 eine EU-Vorschrift, wonach Autoradios in neuen Personenkraftwagen DAB+-fähig sein müssen. Das schließt dies jedoch nicht den Verkauf von Modellen aus, die lediglich mit einem internetfähigen Multimediasystem ausgestattet sind.
Der Gesetzentwurf zielt genau darauf ab, diese Lücke zwischen der technischen Kompatibilität und dem tatsächlichen Vorhandensein eines Empfängers zu schließen. Stand jetzt gibt es keine Verpflichtung zum Einbau von entsprechend ausgerüsteten Autoradios. Das parlamentarische Verfahren zu diesem Thema läuft in Frankreich noch.
Ähnliche Bestrebungen laufen auch bereits in Belgien und Italien. In den USA laufen Gesetzesinitiativen zum Erhalt der Mittelwelle als Notfallkanal.
