Mögliche Fahrverbote für laute Sportwagen
Nach Beschwerden über zunehmenden Verkehrslärm prüft Tirol eine Ausweitung der Fahrverbote für laute Sportwagen auf beliebten Alpenstraßen.
Im Außerfern in Tirol könnten künftig nicht mehr nur laute Motorräder von Fahrverboten betroffen sein. Der Tiroler Landtag lässt prüfen, ob auch Sportwagen in die Maßnahmen gegen Verkehrslärm einbezogen werden. Anlass sind Beschwerden über eine zunehmende Lärmbelastung auf beliebten Straßen im Bezirk Reutte.
Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, hat der Verkehrsausschuss des Tiroler Landtags eine Prüfung zur Ausweitung der bestehenden Motorrad-Fahrverbote in Auftrag gegeben. Die Initiative geht auf einen Antrag der Grünen zurück. Deren Klubobmann Gebi Mair bestätigte gegenüber der Zeitung, dass dabei auch die Einbeziehung von Sportwagen untersucht werde. Konkrete Regelungen für Pkw gibt es bislang nicht.
Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich
Im Mittelpunkt steht zunächst die Engetalstraße L261. Sie führt von Grän im Tannheimer Tal über eine schmale, kurvenreiche Strecke nach Pfronten im bayerischen Allgäu. Die Straße verläuft unterhalb des Aggensteins und verbindet das österreichische Tannheimer Tal mit dem deutschen Grenzgebiet. Sie wird unter anderem von Motorradfahrern genutzt, die von dort aus Touren über die Tiroler Alpenstraßen unternehmen.
Nach Angaben von Mair hat der Verkehr auf der Verbindung zwischen Grän und Pfronten deutlich zugenommen. Bisherige Beschränkungen auf anderen Straßen könnten dazu führen, dass Motorradfahrer auf alternative Routen ausweichen. Die Grünen wollen deshalb prüfen lassen, ob die L261 ebenfalls in die Regelung aufgenommen werden soll.
Darüber hinaus steht die Ehenbichler Landesstraße im oberen Lechtal zur Diskussion. Margit Dablander, Bezirkssprecherin der Grünen in Reutte, fordert laut "Tiroler Tageszeitung" weitere Maßnahmen gegen die steigende Lärmbelastung entlang der Straßen in der Region.
Laute Sportwagen im Visier
Über die Ausweitung der Motorrad-Fahrverbote hinaus richtet sich der Blick nun auf Sportwagen mit lauten Abgasanlagen. Nach Darstellung der Grünen häufen sich Beschwerden über besonders laute Fahrzeuge und illegale Autorennen. Die zuständigen Fachabteilungen des Landes sollen deshalb auch untersuchen, welchen Anteil Sportwagen am Verkehrslärm haben und ob sich daraus ein Handlungsbedarf ergibt.
Welche Fahrzeuge gegebenenfalls betroffen wären und anhand welcher Kriterien ein Fahrverbot für Pkw ausgestaltet werden könnte, ist bislang offen. Die bestehende Regelung für Motorräder lässt sich nicht ohne Weiteres auf Sportwagen übertragen: Sie gilt für einspurige Kraftfahrzeuge, deren eingetragenes Standgeräusch mehr als 95 Dezibel beträgt.
Motorrad-Verbote schon seit 2020
Die Beschränkungen bestehen seit 2020 und gelten jährlich vom 15. April bis zum 31. Oktober. Betroffen sind unter anderem die Lechtalstraße B198, die Tannheimerstraße B199, die Berwang-Namloser Straße L21 sowie Abschnitte der Hahntennjochstraße und der Bschlaber Straße. Die Fernpassstraße B179 gehört nicht zu diesen Lärmsperren.
Ob weitere Straßen hinzukommen und ob künftig auch bestimmte Pkw erfasst werden, soll die laufende Prüfung klären. Ein konkreter Zeitplan für mögliche neue Beschränkungen ist bislang nicht bekannt.
