250.000 Dollar für Reservierung ohne Liefer-Zusage
Tesla verlangt für die Reservierung des neuen Roadsters bis zu 250.000 Dollar. In den Vertragsbedingungen schließt der Hersteller allerdings eine Garantie aus, dass das Elektroauto überhaupt ausgeliefert wird.
Tesla nimmt wieder Geld für den Roadster an – und formuliert die Bedingungen erstaunlich vorsichtig. Wer das neue Elektroauto reserviert, erhält laut Vereinbarung lediglich eine ungefähre Priorität für die spätere Konfiguration und Bestellung.
Eine verbindliche Bestellung entsteht dadurch nicht. Tesla lädt die Kunden erst näher am Produktionsstart zur Konfiguration ein. Danach folgen eine Bestellvereinbarung und vor der Übergabe ein endgültiger Kaufvertrag.
Keine Garantie für die Auslieferung
In Abschnitt vier der Reservierungsvereinbarung steht der entscheidende Satz: Der Roadster befinde sich noch in der Entwicklung. Deshalb garantiere Tesla weder, wann das Fahrzeug ausgeliefert werde, noch, dass das Unternehmen es überhaupt ausliefere.
Damit hält sich Tesla auch beim neuen Roadster alle Optionen offen. Der Hersteller kann die Produktion verschieben, die Bedingungen verändern oder das Projekt beenden. Für Kunden bleibt lediglich die Rückerstattung der Reservierungszahlung als vertraglich vorgesehene Absicherung.
InsideEVs hat die Passage aus der Vereinbarung aufgegriffen. Das Dokument trägt die Bezeichnung "Roadster Reservation Agreement (US v.20261015)".
Bis zu 250.000 Dollar für eine Reservierung
Tesla verlangt für die Reservierung je nach Ausführung bis zu 250.000 Dollar (umgerechnet zirka 222.713 Euro). Diese Zahlung fließt später in den Kaufpreis ein, falls der Kunde die Bestellung tatsächlich abschließt.
Der Vertrag bestätigt den Preis allerdings nicht. Tesla spricht bei den bisher genannten Beträgen lediglich von einer Schätzung und arbeitet nach eigenen Angaben noch an Optionen, Ausstattungsmerkmalen und technischen Komponenten. Den endgültigen Preis erfahren Kunden erst bei der Konfiguration.
Tesla beide Seiten können die Reservierung beenden
Bis zur abgeschlossenen Konfiguration darf der Kunde die Reservierung jederzeit über sein Tesla-Konto stornieren. Auch Tesla kann die Vereinbarung in dieser Phase aus jedem Grund beenden.
In beiden Fällen erstattet Tesla die Reservierungszahlung vollständig. Das Geld geht über die ursprüngliche Zahlungsart zurück. Falls das ursprüngliche Konto nicht mehr besteht oder die Zahlung zurückgewiesen wird, verschickt Tesla einen Scheck auf den Namen des Reservierungsinhabers.
Das Geld liegt nicht auf einem Treuhandkonto
Tesla verwahrt die Reservierungszahlung nicht getrennt vom übrigen Firmenvermögen. Der Hersteller legt das Geld weder auf ein Treuhandkonto noch zahlt er dafür Zinsen.
Die Reservierung lässt sich außerdem nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Tesla übertragen. Kunden können ihren Platz also nicht frei an eine andere Person verkaufen.
Ein Produktionsstart für 2028
Tesla peilt derzeit einen Produktionsbeginn im Jahr 2028 an. Der Hersteller hat diesen Zeitplan allerdings nicht mit einer verbindlichen Lieferzusage verknüpft.
Nach der ersten Vorstellung des Roadsters der zweiten Generation kassierte Tesla ebenfalls hohe Anzahlungen. Das 2017 vorgestellte Elektroauto sollte ursprünglich bereits Jahre später auf die Straße kommen, erreichte die Serienproduktion aber nie. Der jetzt vorgestellte Roadster scheint mit dem im November 2017 vorgestellten Modell technisch nicht viel zu tun zu haben.
Große Versprechen, vorsichtiger Vertrag
Tesla stellt aktuell für den neuen Roadster unter anderem eine Beschleunigung von null auf 60 Meilen pro Stunde (97 km/h) in 0,81 Sekunden und integrierte Raketentriebwerke in Aussicht. Die Reservierungsvereinbarung bindet Tesla jedoch nicht an solche Aussagen, sofern sie nicht ausdrücklich im Vertrag stehen.
Für Kunden entsteht damit ein ungewöhnliches Verhältnis: Sie zahlen bis zu 250.000 Dollar, erhalten aber weder einen festen Produktionsplatz noch einen garantierten Preis oder eine Zusage zur Auslieferung. Ihr einziger vertraglicher Anspruch bleibt die Rückzahlung der Reservierungssumme.
