Seine Masche ist täuschen und tricksen
Der Puma wiegt mit voller Schutzausstattung rund 43 Tonnen, leistet 1.088 PS und erreicht 70 km/h. Seine eigentliche Besonderheit sitzt jedoch eine Etage höher.
Der Puma wiegt mit voller Schutzausstattung rund 43 Tonnen, leistet 1.088 PS und erreicht 70 km/h. Seine eigentliche Besonderheit sitzt jedoch eine Etage höher. Als Schützenpanzer übernimmt der Puma eine andere Aufgabe als der Leopard 2. Er bringt sechs Panzergrenadiere ins Gefecht und unterstützt sie dort mit seiner Bewaffnung. Hinzu kommen Fahrer, Kommandant und Richtschütze, sodass insgesamt neun Soldaten mitfahren können.
Der Turm kommt ohne Besatzung aus
Kommandant und Richtschütze sitzen anders als beim Leopard 2 nicht im Turm, sondern in der Wanne. Was außerhalb des Fahrzeugs passiert, verfolgen sie über Kameras, Wärmebildgeräte und weitere optische Systeme. Der Kommandant kann dabei unabhängig von der Hauptwaffe nach Zielen suchen und diese anschließend an den Richtschützen übergeben.
Die sechs Panzergrenadiere sitzen im hinteren Kampfraum und verlassen das Fahrzeug über das Heck. Ihre Sitze sind über Gurtsysteme an Wänden und Dach aufgehängt und damit vom Fahrzeugboden entkoppelt. Das soll die Auswirkungen einer Explosion unter dem Fahrzeug auf die Insassen reduzieren.
30-mm-Kanone und Lenkflugkörper
Im ferngesteuerten Turm sitzt die Maschinenkanone MK 30-2/ABM im Kaliber 30 x 173 Millimeter. Die Waffenanlage ist stabilisiert, sodass der Puma auch während der Fahrt feuern kann. Neben konventioneller Munition verschießt die Kanone programmierbare Air-Burst-Munition. Dabei lässt sich der Zeitpunkt festlegen, an dem sich das Geschoss zerlegt. So können beispielsweise Ziele hinter einer Deckung bekämpft werden.
Gegen schwer gepanzerte Fahrzeuge steht zusätzlich MELLS zur Verfügung. Das Mehrrollenfähige Leichte Lenkflugkörpersystem verwendet den Panzerabwehrlenkflugkörper Spike LR. Die Reichweite liegt bei bis zu rund 4.000 Metern.
Ein Zehnzylinder liefert 1.088 PS
Angetrieben wird der Puma vom MTU V10 892. Der 10,8 Liter große Zehnzylinder-Diesel leistet 800 kW beziehungsweise 1.088 PS und entwickelt rund 2.800 Nm maximales Drehmoment. Vorwärts sind bis zu 70 km/h möglich, rückwärts bis zu 30 km/h. Die Reichweite gibt die Bundeswehr mit 550 Kilometern an.
Das Fahrzeug wurde mit einem modularen Schutzkonzept entwickelt. In der leichteren Konfiguration wiegt es rund 31,5 Tonnen, mit zusätzlichen Schutzmodulen steigt das Gewicht auf etwa 43 Tonnen. Die leichtere Variante war unter anderem für den Transport im Airbus A400M vorgesehen.
Zusätzlicher Schutz gegen Lenkflugkörper
Neben der Grundpanzerung lassen sich zusätzliche Schutzmodule montieren. Dazu gehören unter anderem Reaktivschutzelemente. Am Heck kann weiterer Schutz gegen Hohlladungswaffen angebracht werden.
Eine andere Aufgabe übernimmt MUSS. Das Softkill-System erkennt unter anderem Laserstrahlung und bestimmte anfliegende Lenkflugkörper. Statt die Bedrohung mit einem Geschoss abzufangen, soll MUSS deren Zielerfassung beziehungsweise Lenkung stören.
Der Puma löst den Marder ab
Die Bundeswehr führte den Puma 2015 ein. Der Start verlief allerdings nicht reibungslos. Nach der Einführung mussten unter anderem Elektronik und weitere Komponenten überarbeitet werden. Ende 2022 sorgte eine Übung für besondere Aufmerksamkeit, bei der alle 18 eingesetzten Fahrzeuge mit unterschiedlichen Defekten ausfielen. Ein Teil konnte anschließend kurzfristig repariert werden.
Inzwischen werden 297 bereits vorhandene Puma auf den Rüststand S1 gebracht. Dazu gehören unter anderem MELLS, modernisierte Tag- und Nachtsichttechnik, zusätzliche Kameras sowie neue digitale Kommunikationssysteme. Die Modernisierung soll bis 2029 abgeschlossen werden.
Deutschland kauft weitere 200 Puma
Zur ursprünglichen Beschaffung von 350 Fahrzeugen kamen 2023 weitere 50 Puma. Ende 2025 folgte ein Auftrag über zusätzliche 200 Exemplare. KNDS Deutschland und Rheinmetall beziffern das Volumen dieses Auftrags auf rund 4,2 Milliarden Euro.
Die Auslieferung soll Mitte 2028 beginnen und bis 2032 laufen. Parallel arbeiten die Hersteller bereits am Rüststand S2. Vorgesehen sind unter anderem neue Komponenten sowie zusätzliche Fähigkeiten zur Drohnenabwehr.
