So präzise kann eine Brückensprengung sein
Bei Orte in Italien hat Anas einen Teil des Tevere-Viadukts kontrolliert gesprengt. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Sanierung der mehr als 1,3 Kilometer langen Brücke
Am Sonntag, dem 11. Oktober, begann bei Orte der Abriss der Fahrbahn in Richtung Terni. Anas, der Betreiber des italienischen Staatsstraßennetzes, ließ die ersten 13 von insgesamt 33 Brückenfeldern mit kontrolliert eingesetztem Sprengstoff abtragen.
Die Sprengung war Teil der geplanten Sanierung. Die einzelnen Abschnitte des Überbaus fielen senkrecht nach unten. Dafür brachten die Ingenieure Sprengladungen in vorbereiteten Bohrungen innerhalb der Träger an. Die Detonationen erzeugten sogenannte plastische Gelenke. Dadurch verlor der Überbau in den vorgesehenen Bereichen seine Tragfähigkeit und konnte kontrolliert nach unten fallen. Die gewählte Methode sollte die vorhandenen Pfeiler und Widerlager sowie den Überbau der angrenzenden Fahrbahn schützen.
Viadukt ist 1.353 Meter lang
Das Tevere-Viadukt liegt bei Kilometer 33,088 der Staatsstraße 675 Umbro Laziale im Gemeindegebiet von Orte. Die Stadt gehört zur Provinz Viterbo in der italienischen Region Latium.
Das Bauwerk erstreckt sich über 1.353 Meter. Jede der beiden Fahrbahnen besteht aus 33 Feldern. Die durchschnittliche Spannweite der einzelnen Felder beträgt rund 41 Meter. Die Straße verbindet Latium mit Umbrien und zählt damit zu den wichtigen Verkehrsachsen der Region.
Neuer Überbau aus Stahl und Beton
Nach dem Abriss entfernt Anas zunächst die Abbruchmaterialien. Anschließend soll der Überbau der betroffenen Fahrbahn vollständig neu entstehen. Geplant ist eine Konstruktion aus Stahl und Beton.
Die bestehenden Unterbauten bleiben dagegen weitgehend erhalten. Anas will Pfeiler und Widerlager instand setzen und verstärken. Der neue Überbau wird zudem mit einem System zur Erdbebenisolierung ausgestattet. Dafür sind Pendelisolatoren auf den Pfeilerköpfen vorgesehen.
Die neue Fahrbahn soll insgesamt 10,70 Meter breit werden. Davon entfallen 9,50 Meter auf die befestigte Fahrbahn. Die verbleibenden 1,20 Meter sind für die seitlichen Randbalken und die Befestigung der Schutzplanken vorgesehen. Für die Sanierung des Tevere-Viadukts sind insgesamt mehr als 41,5 Millionen Euro vorgesehen.
