Hier gibt es den Diesel 21 Cent billiger
TotalEnergies hat den selbst gesetzten Dieselpreisdeckel an seinen französischen Tankstellen zum 31.10.2026 um weitere zehn Cent auf höchstens 2,15 Euro je Liter gesenkt. Nach dem Schritt des Energiekonzerns kündigten die Supermarkt-Ketten E.Leclerc und Coopérative U ebenfalls Preisnachlässe an.
E.Leclerc und Coopérative werden den Dieselpreis um 21 Cent pro Liter senken. Die Senkung bei E.Leclerc gilt seit dem 1.11.2026 für die 742 Tankstellen des Unternehmens. Die 21 Cent sollen täglich vom Preis abgezogen werden, der sich weiterhin an den Marktpreisen orientiert. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das rechnerisch einer Ersparnis von 10,50 Euro.
Coopérative U, die ihre Kraftstoffe gemeinsam mit E.Leclerc einkauft, kündigte ebenfalls einen Nachlass von bis zu 21 Cent pro Liter an. Wann und in welcher Höhe er ankommt, kann jedoch von Station zu Station variieren. Die Tankstellen werden von unabhängigen Betreibern geführt, die eigene Vorräte und Bezugswege haben.
TotalEnergies hatte den Preis in 705 Stationen seines günstigen Access-Netzes bereits am Samstag auf höchstens 2,15 Euro je Liter begrenzt. Das entspricht zehn Cent weniger als dem bisherigen Dieselpreisdeckel von 2,25 Euro. Die Access-Stationen stehen nach Angaben des Unternehmens für rund 60 Prozent des Kraftstoffabsatzes. Weitere Tankstellen außerhalb der Autobahnen sollten ab Montag folgen, abhängig von der Entwicklung der internationalen Dieselpreise.
Preisvorteil durch staatliche Reserven
Die angekündigten Senkungen bei E.Leclerc und U stehen im Zusammenhang mit der Freigabe strategischer Dieselreserven durch die französische Regierung. Sie stellt den Anbietern zehn Millionen Barrel bis Ende Januar und anteilig nach ihrem Marktanteil im Jahr 2025 zur Verfügung. Die Bestände werden zum historischen Einkaufspreis abgegeben. Die Regierung rechnete zunächst mit einer Senkung um 12 bis 18 Cent pro Liter. Der Preisvorteil soll vollständig an die Kunden weitergegeben und an den Tankstellen klar ausgewiesen werden.
Die Preise sinken nicht überall gleichzeitig. Die Stationen müssen ihre Tanks erst mit den günstigeren Lieferungen auffüllen. Wie schnell das geschieht, hängt unter anderem davon ab, wie groß die vorhandenen Bestände sind und wann neue Lieferungen eintreffen.
Freie Tankstellen kritisieren den Preisdeckel
Der freiwillige Preisdeckel von TotalEnergies hatte bereits vor der Freigabe der Reserven Kritik ausgelöst. Freie Tankstellen und Supermarktketten erklärten, sie könnten mit den Preisen des Konzerns teilweise nicht mithalten. Unabhängige Händler kaufen Kraftstoff bei Raffinerien oder Großhändlern ein. TotalEnergies deckt dagegen große Teile der Lieferkette selbst ab und kann nach der Darstellung des Unternehmens aus seinem Geschäft mit Förderung, Raffination und Handel einen Teil der geringeren Einnahmen an der Zapfsäule auffangen.
Mehrere unabhängige Betreiber gaben an, Diesel zu Einkaufspreisen zu beziehen, die über den Verkaufspreisen von TotalEnergies lagen. Auf Korsika stellten zeitweise mehr als ein Dutzend Tankstellen den Verkauf ein. Auch E.Leclerc und Système U verwiesen auf geringe Margen. E.Leclerc-Chef Michel-Édouard Leclerc sagte, seine Tankstellen verdienten am Kraftstoff bereits nichts mehr und könnten die Preise deshalb nicht weiter senken.
Der Verband FF3C, der nach eigenen Angaben rund 1.000 unabhängige Kraftstoffhändler vertritt, wandte sich an die französische Wettbewerbsbehörde. Er wirft TotalEnergies vor, seine starke Stellung entlang der Lieferkette für Preise zu nutzen, mit denen reine Händler nicht konkurrieren könnten. Eine Entscheidung der Behörde lag nach den vorliegenden Informationen nicht vor.
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