Tesla mit Riesen-Gewinn, China auf der Überholspur
Elektroautos erreichen im September 34,5 Prozent Marktanteil. Tesla kann sich fast vervierfachen, chinesische Marken legen besonders stark zu.
Boom im Automarkt: Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten geht das Neuwagengeschäft aktuell steil nach oben. Allerdings nicht für alle Hersteller, denn vor allem chinesische Newcomer und Tesla profitieren von einer stark gestiegenen Nachfrage bei Privatkunden. Im September 2026 sind in Deutschland 256.774 neue Pkw zugelassen worden. Damit lag das Ergebnis 9,0 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Zahl der privaten Neuzulassungen stieg um 28,5 Prozent, während die gewerblichen Zulassungen um 1,2 Prozent zurückgingen. Der Anteil privater Halter und Käufer erreichte damit 40,3 Prozent, gewerblich zugelassene Fahrzeuge kamen auf 59,7 Prozent.
Privatmarkt steigt stark
Bei den Antriebsarten setzte sich die Verschiebung zugunsten elektrifizierter Fahrzeuge fort. 88.599 batterieelektrische Pkw wurden im September neu zugelassen. Ihr Marktanteil erreichte 34,5 Prozent und damit mehr als ein Drittel des gesamten Pkw-Marktes. Noch größer war nur die zusammengefasste Gruppe der Hybride. 98.871 Fahrzeuge verfügten über einen Hybridantrieb, 1,7 Prozent mehr als im September 2025. Ihr Anteil lag bei 38,5 Prozent. Hier werden jedoch auch Mildhybride mit 48-Volt-System mitgezählt, die nicht rein elektrisch fahren können.
Innerhalb dieser Gruppe entfielen 27.861 Fahrzeuge auf Plug-in-Hybride. Ihre Zahl blieb damit exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Marktanteil der Fahrzeuge mit extern aufladbarer Hybridtechnik lag bei 10,8 Prozent. Auf klassische Hybride ohne Plug-in-System entfielen damit 71.010 Neuzulassungen und 27,7 Prozent Marktanteil. Zählt man alle elektrifizierten Modelle zusammen, kommen Elektroautos und Hybride auf einen Marktanteil von 73 Prozent.
73 Prozent elektrifiziert
Parallel dazu gingen die konventionellen Antriebe entsprechend deutlich zurück. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank um 29,2 Prozent auf 44.632 Fahrzeuge. Ihr Marktanteil betrug noch 17,4 Prozent. Beim Diesel fiel die Zahl der Neuzulassungen um 20,1 Prozent auf 23.058 Pkw, nur noch 9,0 Prozent Marktanteil. Flüssiggasfahrzeuge legten dagegen um 79,8 Prozent auf 1.602 Einheiten zu, das geht in erster Linie auf die Kappe von Dacia.
Bei den deutschen Marken blieb Volkswagen mit 42.461 Neuzulassungen und einem Marktanteil von 16,5 Prozent die mit Abstand volumenstärkste Marke. Gegenüber September 2025 gingen die Zulassungen allerdings um 6,1 Prozent zurück. Mercedes kam auf 21.595 Pkw und wuchs um 6,2 Prozent. BMW erreichte 18.924 Fahrzeuge, lag damit aber 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Audi steigerte seine Zulassungen um 4,0 Prozent auf 16.361 Fahrzeuge, Opel um 6,0 Prozent auf 13.059 Pkw.
Deutlich stärker entwickelten sich Mini und Smart. Mini kam mit 4.121 Neuzulassungen auf ein Plus von 34,1 Prozent. Smart steigerte das Ergebnis um 138,0 Prozent auf 1.071 Fahrzeuge. Damit verzeichnete Smart unter den deutschen Marken den höchsten prozentualen Zuwachs. Rückgänge meldeten dagegen Ford mit minus 13,4 Prozent und Porsche mit minus 18,8 Prozent.
Tesla mit Mega-Zuwachs
Bei den Importmarken blieb Skoda mit 19.898 Neuzulassungen die stärkste Marke. Der Marktanteil lag bei 7,7 Prozent, das Wachstum gegenüber dem Vorjahresmonat bei 5,4 Prozent. Seat kam auf 13.191 Pkw und lag damit 0,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Besonders auffällig entwickelte sich Tesla. Die Marke steigerte ihre Neuzulassungen im September um 268,7 Prozent auf 12.552 Fahrzeuge. Damit erreichte Tesla einen Marktanteil von 4,9 Prozent und lag bei nicht nur bei den Importmarken deutlich vor etlichen Traditions-Herstellern. Auch BYD verzeichnete einen kräftigen Zuwachs. Die chinesische Marke kam auf 6.040 Neuzulassungen und steigerte sich damit um 85,6 Prozent auf einen Marktanteil von 2,4 Prozent.
Die China-Marke MG Roewe legte gleichfalls deutlich zu. Die Marke verzeichnete ein Plus von 60,8 Prozent und erreichte einen Marktanteil von 1,6 Prozent. Damit zeigten mehrere chinesische Anbieter im September hohe zweistellige Wachstumsraten.
Kräftiger Absturz für Toyota
Weitere deutliche Zuwächse verzeichneten Mazda mit plus 32,0 Prozent, Dacia mit plus 25,7 Prozent, Renault mit plus 20,9 Prozent und Kia mit plus 17,6 Prozent. Rückläufig waren dagegen Toyota mit minus 24,2 Prozent und Hyundai mit minus 6,8 Prozent. Citroën verlor 2,4 Prozent, Seat 0,4 Prozent.
Auch bei den Fahrzeugsegmenten verschoben sich die Gewichte. SUVs kamen im September auf einen Marktanteil von 39,6 Prozent und legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 28,5 Prozent zu. Die Mittelklasse wuchs um 26,0 Prozent und erreichte 9,2 Prozent Marktanteil. Kleinwagen legten um 13,2 Prozent zu und kamen auf 14,0 Prozent. Rückgänge verzeichneten unter anderem die Kompaktklasse mit minus 21,6 Prozent, Geländewagen mit minus 7,1 Prozent und Sportwagen mit minus 34,7 Prozent.
Das September-Ergebnis bringt auch die Jahresbilanz voran. Von Januar bis September 2026 wurden in Deutschland 2.221.798 Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allein im September kamen 256.774 Pkw hinzu.
