Stramm und weitgehend spielfrei, dabei jedoch leise und komfortabel, das sind die subjektiven Grundeigenschaften der guten Mercedes-Fahrwerke. Stimmt einer dieser Faktoren beim Gebrauchtwagencheck nicht, sollte man näher nachsehen.
Stramm und weitgehend spielfrei, dabei jedoch leise und komfortabel, das sind die subjektiven Grundeigenschaften der guten Mercedes-Fahrwerke. Stimmt einer dieser Faktoren beim Gebrauchtwagencheck nicht, sollte man näher nachsehen.
Der leise Fahreindruck der C-Klasse ist der guten Aerodynamik und der umfassenden Schalldämmung geschuldet. Alles, was hier negativ auffällt, lässt auf einen Defekt oder (wahrscheinlicher) Verschleiß schließen.
Die C-Klasse fährt schon seit der Vorgängerbaureihe des 205 mit einem selektiven Dämpfungssystem (Agility Control). Das bedeutet, stark vereinfacht, dass die Stoßdämpfer auf schnelle und harte Stöße, etwa bei einem Schlagloch, besonders nachgiebig ansprechen, dafür aber bei konstanterer Belastung, z.B. in einer zügig gefahrenen Kurve mehr Straffheit bieten.
Ohne die schalldämmende Abdeckung gewährt dieser OM-651-Diesel nicht nur freie Blicke auf allerlei Leitungen, sondern erlaubt dem zielgerichteten Ohr auch eine bessere Wahrnehmung möglicher Kettengeräusche. Wenn es welche gibt, sind diese als deutliches Rattern beim Kaltstart (also nach mindestens einem halben Tag Standzeit ohne kurze Zwischenstarts) zu hören. Dauerhaftes mechanisches Tackern ist bei solchen Direkteinspritzermotoren normal.
Verschlissene Traggelenke gelten als Mercedes-Spezialität. Der Kugelkopf rechts im Bild verbindet den Radträger, an dem auch das Federbein sitzt mit dem unteren Querlenker. Links davon ist der Spurstangenkopf zu sehen – ebenfalls ein Verschleißteil, wenn auch typischerweise deutlich langlebiger.
Der gerade beschriebene untere Querlenker von hinten betrachtet. Hier fällt auf, dass auch das Federbein (rechts), sowie die Koppelstange zum Stabilisator mit dem Querlenker verbunden sind. Auch diese Lagerungen sind Gummibewehrt und können mit der Zeit ausschlagen. Für routinierte Werkstätten ist das jedoch eine alltägliche Reparaturarbeit.
Auch an der Hinterachse gibt es Querlenker und weitere Verstrebungen. Verschleiß an den Gummibuchsen (eigentlich Elastokinematik) ist hier jedoch selten.
Klötert's während der Fahrt beim Gasgeben oder -wegnehmen? Das ist der Klang einer verschlissenen Hardyscheibe. Sie dämpft die Antriebsdrehmomente zwischen Kardanwelle und Differenzial.
Gemischte Gefühle: Knarzen Mittelkonsole oder Türverkleidung beim Dagegendrücken, ist das leider normal. Entstehen jedoch während der Fahrt störende Klapper- oder Vibrationsgeräusche, sollte man nacharbeiten. Ein ernsthaftes Problem ist das jedoch nicht – eher eines für das Nervenkostüm.
Zeigen sich rund um die Probefahrt Elektronikfehler? Schreiben Sie den Wagen Ihrer Begierde noch nicht gleich ab. Denn wenn z. B.: durch lange Standzeit beim Händler mal die Batterie schwächelt, genügt das, um gewisse Fehlercodes zu produzieren, die sich nach einem kurzen Check schon als Falschmeldung entpuppen.