Plasan Stormer aus Israel setzt auf Jeep-Technik
Das leichte taktische Spezialfahrzeug basiert auf dem zivilen Jeep Gladiator und ist für den Transport von Spezialkräften, Aufklärungseinheiten und schnellen Eingreifkräften ausgelegt.
Plasan und ASFIR 4X4 zeigen in den USA den Stormer. Das taktische 4x4-Fahrzeug basiert auf dem Jeep Gladiator und ist für Spezialkräfte ausgelegt.
Die israelischen Unternehmen Plasan und ASFIR 4X4 haben auf der AUSA 2026 in Washington den Stormer vorgestellt. Das leichte taktische Spezialfahrzeug basiert auf dem zivilen Jeep Gladiator und ist für den Transport von Spezialkräften, Aufklärungseinheiten und schnellen Eingreifkräften ausgelegt. Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen Geländegängigkeit, eine hohe Transportkapazität und die Anpassung an unterschiedliche Einsatzprofile.
Der Stormer ist als Special Operations Vehicle (SOV) konzipiert und kann abhängig von der Innenraumkonfiguration vier bis zwölf Soldaten aufnehmen. Die Standardausführung bietet neun Sitzplätze, darunter einen erhöht angeordneten Platz für einen Richtschützen. Das Fahrzeug ist auf den Transport von Personal und Ausrüstung in schwierigem Gelände ausgelegt. Plasan gibt eine Nutzlast von mehr als 1.000 kg an. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt laut Herstellerangaben 3.800 kg, das Leergewicht 2.800 kg.
Modulare Missionsausstattung
Das Fahrzeugkonzept erlaubt es, den hinteren Bereich für unterschiedliche Aufgaben umzurüsten. Neben dem Transport von Einsatzkräften kommen Versorgungsfahrten, die Mitführung missionsspezifischer Ausrüstung und die Verwundetenevakuierung infrage. Für den letztgenannten Zweck lässt sich der hintere Zugang so konfigurieren, dass auch eine Trage aufgenommen werden kann. Je nach Auftrag können Kommunikationsmittel, Sensorik und weitere spezialisierte Systeme integriert werden. Auch eine Ausstattung zur Abwehr unbemannter Fluggeräte ist als mögliche Anwendung genannt.
Ein Überrollschutz soll die Insassen bei einem Überschlag schützen. Die offene Fahrzeugarchitektur ermöglicht zugleich eine gute Rundumsicht und einen schnellen Ein- und Ausstieg. Eine ausgewiesene ballistische Schutzklasse oder ein nachgewiesener Minenschutz wurden bei der Vorstellung nicht genannt. Der Stormer ist damit nicht mit einem gepanzerten Transportfahrzeug gleichzusetzen; sein Konzept setzt auf Beweglichkeit und flexible Missionsausstattung.
Für den militärischen Betrieb verfügt das Fahrzeug über ein 24-Volt-Bordnetz, eine Kommunikationskonsole, mehrere Antennenaufnahmen und eine Tarnlichtfunktion für Fahrten bei ausgeschalteter regulärer Fahrzeugbeleuchtung. Die elektrische Ausrüstung ist für die Integration kundenspezifischer Missionssysteme vorgesehen. Runflat-Reifen der Dimension 315/70 R17 sollen die Mobilität bei Druckverlust unterstützen.
Plasan und ASFIR 4X4 orientieren sich zudem an einer möglichst wartungsfreundlichen Konstruktion. Der Einsatz handelsüblicher Fahrzeugkomponenten soll Ersatzteilversorgung und Instandhaltung vereinfachen. Der Stormer ist für Lufttransport und schnelle Verlegung vorgesehen. Konkrete Angaben zu kompatiblen Transportflugzeugen oder einer qualifizierten Luftabsetzbarkeit liegen bislang nicht vor. Auch Produktionsumfang und Beschaffungsverträge wurden bei der Vorstellung nicht bekanntgegeben.
Jeep Gladiator als Basis
Als Ausgangsplattform dient der Jeep Gladiator , ein geländegängiger Pick-up mit Leiterrahmen und zuschaltbarem Allradantrieb. Für den Stormer wird der 3,6-Liter-Pentastar-V6-Ottomotor verwendet. In der US-Ausführung des Gladiator leistet das Aggregat 285 SAE-hp, entsprechend rund 289 PS, und entwickelt 353 Nm Drehmoment. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Achtgang-Automatikgetriebe.
Für die militärische Nutzung haben Plasan und ASFIR das Fahrgestell und den Antriebsstrang verstärkt. Zum Umbau gehören auf höhere Belastungen ausgelegte Dana-Achsen. Die Änderungen sollen den Transport zusätzlicher Ausrüstung und die Fahrt auf unbefestigtem Untergrund unterstützen. Der Stormer übernimmt damit die grundlegende Fahrzeugarchitektur des Pick-ups, ist aber in Fahrwerk, Aufbau und elektrischer Ausstattung auf militärische Anforderungen angepasst.
Der serienmäßige Gladiator ist rund 5,54 m lang und verfügt über einen Radstand von etwa 3,49 m. Seine zivile Kabine bietet fünf Sitzplätze; die offene Ladefläche ist für den Transport von Material ausgelegt. Im Stormer ersetzt eine für den Personentransport und die Missionsausstattung ausgelegte Konstruktion den ursprünglichen Nutzfahrzeugaufbau. Die Herstellerangaben nennen einen 83-Liter-Kraftstofftank. Die für den zivilen Gladiator veröffentlichten Gewichts- und Zuladungswerte sind nicht unmittelbar auf die modifizierte Militärversion übertragbar.
