VW streicht den ID.5
VW nimmt den ID.5 schon nach vier Jahren aus dem Programm, in Deutschland ist er nicht mehr konfigurierbar. VW bündelt ID.4 und ID.5 im neuen ID. Tiguan.
Der ID.5 war von Anfang an eng mit dem ID.4 verwandt, aber als SUV-Coupé klarer positioniert. Technisch teilten sich beide den MEB, also VWs Elektro-Baukasten mit vielen Gleichteilen, und unterschieden sich vor allem in der Karosserie.
Genau diese Nähe macht das Modell im Kostendruck zum Streichkandidaten. Wenn zwei Fahrzeuge denselben Kern haben, aber getrennte Varianten, Teile-Umfänge und Vermarktung brauchen, steigt die Komplexität, ohne dass zwangsläufig deutlich mehr Stückzahlen entstehen.
VW ersetzt beide Linien nun durch ein gemeinsames Auto mit bekanntem Namen. Der ID. Tiguan soll ID.4 und ID.5 ablösen, er feiert am 9. Oktober Premiere.
Zukunftsplan setzt harte Ziele
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der VW sein Portfolio ausdrücklich verschlanken will. Bis 2035 soll die konzernweite Modellpalette um rund 50 Prozent schrumpfen, gleichzeitig will der Konzern die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent reduzieren.
Für deutsche Kunden heißt das: Modellpolitik wird zur Kostenpolitik. Wenn Baureihen zusammengelegt werden, sinkt die Zahl der Nischenvarianten.
ID. Tiguan als technische Brücke
VW hat zum ID. Tiguan noch keine vollständigen technischen Daten veröffentlicht. Bestätigt ist aber: MEB+ bleibt bei 400-Volt-Technik und verzichtet damit auf eine 800-Volt-Architektur, die vor allem beim Schnellladen Vorteile bringen kann.
Stattdessen setzt VW laut Ankündigung auf Effizienz-Updates und Funktionen wie One-Pedal-Driving, also stärkeres Verzögern per Fahrpedal wie bei einer sehr kräftigen Motorbremse. Der ID. Tiguan wird damit zum Baustein in der Modellpolitik: weniger Baureihen, dafür ein modernisiertes Kernmodell für Europa-Werke.
