Macht Porsche seine teuersten Modelle exklusiver?
Porsche will bei seinen teuersten Modellen den durchschnittlichen Verkaufspreis mittelfristig um rund 20 Prozent anheben. Die Strategie dahinter: weniger Varianten, mehr Exklusivität – und Profitabilität auch bei niedrigeren Stückzahlen.
Porsche spricht in seiner Strategie Sportwagenschmiede ’35 ausdrücklich von einer "verbesserten Preis-Absatz-Positionierung" und bleibt beim Leitprinzip "Value over Volume". Das heißt: Wert statt Masse, also höhere Wertschöpfung pro Auto statt möglichst vieler Zulassungen.
Konkret soll der durchschnittliche Verkaufspreis bei den Modellen an der Spitze des Angebots mittelfristig um rund 20 Prozent steigen. Porsche knüpft das an "entsprechende Produktsubstanz" – also an mehr Ausstattung, Technik oder Exklusivität, nicht nur an einen Aufschlag auf der Preisliste.
Für Käufer in Deutschland ist das eine klare Ansage: Wer bei Porsche oben einsteigt oder auf Top-Versionen zielt, muss mit spürbar höheren Summen rechnen. 20 Prozent sind in dieser Liga nicht Kosmetik, sondern eher der Sprung in die nächste Preisstufe.
Sonderwunsch und Exklusivität
Ein zentraler Hebel ist Individualisierung. Porsche will sein Angebot an personalisierten Fahrzeugen ausweiten und den Optionsumsatz pro Fahrzeug deutlich steigern.
Dabei spielt das Sonderwunsch-Programm eine Schlüsselrolle. Sonderwunsch ist Porsches Angebot für besonders weitreichende Individualisierung ab Werk, also mehr als nur eine andere Farbe oder ein Paket aus dem Konfigurator.
Mittelfristig sollen die Umsätze aus diesem Geschäft versechsfacht werden. Für Kunden bedeutet das: Porsche setzt noch stärker auf hochmargige, sehr teure Einzel- und Kleinserienlösungen, die das Auto im Extrem zum Einzelstück machen.
Weniger Varianten, niedrigere Schwelle
Zur Porsche Strategie 2035 gehört auch ein Effizienzpaket, das weniger Komplexität verspricht. Die Zahl der Varianten soll um rund 20 Prozent sinken, gleichzeitig soll das Volumen pro verbleibender Variante um rund 30 Prozent steigen.
Parallel will Porsche die Gewinnschwelle – also den Punkt, ab dem das Geschäft profitabel wird – auf unter 200.000 Einheiten senken. Das würde dem Unternehmen mehr Spielraum geben, wenn die Nachfrage schwankt oder wenn man bewusst weniger Fahrzeuge verkauft.
In dieses Bild passt auch die Neuordnung im Performance-Bereich: Porsche hat seinen Anteil an Manthey Racing auf 67 Prozent erhöht. Manthey steht für Performance- und Track-Themen, also für besonders sportliche Ausprägungen und Angebote, die zur teureren Positionierung beitragen sollen.
