Kommt der AMG „Hammer“ zurück?
HWA hat auf Instagram ein neues Projekt angekündigt. Es könnte nach dem EVO die zweite Rückkehr einer Legende sein.
Eine Silhouette vor schwarzem Hintergrund, einige Zeilen dazu, wenige Informationen: HWA plant nach dem EVO offenbar die zweite Neuauflage einer Legende aus der AMG-Historie. Die Silhouette ist klar als Limousine der Baureihe W124 zu erkennen. Die Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel erinnert an den 300E 6.0 AMG – unter Fans als "Hammer" bekannt.
Bekommt der HWA EVO einen Nachfolger?
HWA schreibt dazu auf Instagram: "Nach dem HWA EVO widmen wir uns einem weiteren außergewöhnlichen Kapitel unseres technischen Ursprungs. Seinen Wurzeln treu bleibend und zugleich die Möglichkeiten moderner Technologie auslotend, nimmt eine vertraute Idee eine völlig neue Form an." Den EVO baut HWA auf Basis bestehender Chassis des Mercedes 190E, Baureihe W201, neu auf. Vom ursprünglichen Auto bleibt im Prinzip der Rohbau erhalten, alles andere ist neu.
Die Sache mit der Tradition und den Wurzeln ist schnell erklärt: Hans Werner Aufrecht, einer der beiden Gründer und der erste Buchstabe von AMG, hat nach dem Verkauf seiner Firma an Mercedes eine neue Firma gegründet: Die HWA AG betreibt Motorsport, baut Autos und Komponenten.
Das ist "The Hammer"
Eines der legendären Autos von AMG ist der 300E 6.0 auf Basis der mittleren Mercedes-Baureihe W124. Erhard Melcher, das M in AMG, hatte einen Vierventil-Zylinderkopf für den Mercedes-Achtzylinder M117 konstruiert und den Hubraum von fünf auf sechs Liter erhöht. Der Motor leistete 385 PS und wanderte außer in die S-Klasse auch in den Bug des kleineren W124. Das stärkste Modell dieser Baureihe war damals der 300E mit 188 PS (ohne Katalaysator) – für sich genommen sicher kein langsames Auto. Mit dem AMG-Umbau stand mehr als die doppelte Leistung des Werks-Topmodells zur Verfügung. Die Fahrleistungen des Sechsliter-124er waren so überzeugend, dass er in den USA schnell den Spitznamen "The Hammer" erhielt. Bei einem Test von auto motor und sport auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Nardo lief ein 300 CE 6.0 mit Widebody-Umbau 288 km/h.
Weil der Umbau mit rund 100.000 Mark teurer war als das Basisauto, baute AMG nur wenige W124 auf den Sechslitermotor um. Vom Coupé sind nur 25 Stück entstanden. Die wenigen Exemplare erzielen heute sehr hohe Preise: AMG-Modelle vor 1990, also dem Beginn der Kooperation mit Mercedes, sogenannte "Pre-Merger" sind bei Sammlern sehr gesucht und erzielen teils siebenstellige Preise.
