Honda-Pick-up kommt 2028
Honda steigt ins Pick-up-Segment ein. Der Marktstart des Leiterrahmen-Pick-ups auf Basis des Mitsubishi Triton ist für 2028 geplant – aber nicht bei uns.
Honda plant einen neuen Pick-up mit Leiterrahmen, der ab 2028 in Südostasien angeboten werden soll. Als technische Basis dient der Mitsubishi Triton. Beide japanischen Hersteller haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Wie das australische Medium The Drive berichtet, sieht die Vereinbarung die Entwicklung eines Honda-Modells auf Basis des aktuellen Mitsubishi Triton vor. Der Vertrieb ist für die ASEAN-Märkte vorgesehen, zu denen unter anderem Thailand, Indonesien und Vietnam gehören. Ob und in welcher Form der Pick-up außerhalb dieser Region angeboten wird, ist bislang offen.
Hondas erster echter Pick-up
Für Honda ist das Projekt der Einstieg in das Segment der mittelgroßen Pick-ups mit klassischem Leiterrahmen. Der in Nordamerika angebotene Ridgeline ist kein "echter" Pick-up im eigentlichen Sinn, sondern eher ein SUV mit offener Ladefläche. Er basiert auf einer selbsttragenden Karosserie und ist konstruktiv eng mit dem Honda Pilot verwandt. Der neue Pick-up soll hingegen auf die robuste Plattform des Triton zurückgreifen, die für den Einsatz als Nutz- und Freizeitfahrzeug ausgelegt ist.
Wie stark sich das Honda-Modell optisch und technisch vom Mitsubishi unterscheiden wird, ist noch nicht bekannt. Denkbar sind Änderungen an Frontpartie, Beleuchtung und Innenraum sowie Anpassungen bei Ausstattung und Infotainment. Auch eine eigenständige Motorisierung ist bislang nicht bestätigt. Honda könnte den Antrieb des Spenderfahrzeugs übernehmen oder eine eigene Variante entwickeln. Letzteres ist allerdings eher unwahrscheinlich.
Mitsubishi L200 als Basis
Der aktuelle Mitsubishi Triton wird in zahlreichen Märkten mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel angeboten. Auch in Deutschland ist er seit kurzer Zeit wieder offiziell im Angebot, hier unter der bewährten Bezeichnung L200. In der Bi-Turbo-Ausführung leistet der Motor 204 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 470 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt je nach Variante über ein manuelles Getriebe oder eine Automatik; angeboten werden außerdem Ausführungen mit Hinterrad- und Allradantrieb. Welche Kombinationen Honda für seinen Ableger vorsieht, steht noch aus.
Der Triton wird seit 2023 in Thailand gebaut und bildet bereits die Grundlage für einen weiteren japanischen Pick-up: den aktuellen Nissan Navara in Australien und Neuseeland. Auch dieses Modell nutzt wesentliche Komponenten des Mitsubishi, wurde jedoch für den eigenen Markenauftritt angepasst. Mit dem Honda kommt damit ein weiterer Ableger hinzu, der auf dieselbe technische Basis zurückgreift.
Japanische Kooperation
Die Vereinbarung geht auf die 2024 vereinbarte strategische Zusammenarbeit von Honda, Mitsubishi Motors und Nissan zurück. Die drei Unternehmen hatten Ende 2024 auch über einen Zusammenschluss verhandelt, die Fusionsgespräche Anfang 2025 jedoch beendet. Die Kooperation bei einzelnen Fahrzeugen und Technologien blieb davon unberührt.
Für Mitsubishi bedeutet die Vereinbarung eine verbesserte Produktionsauslastung am Standort Thailand, an dem der Triton gefertigt wird. Honda wiederum kann sein Modellangebot in Südostasien erweitern, ohne einen vollständig eigenständigen Pick-up von Grund auf entwickeln zu müssen. Die Region zählt zu den wichtigsten Märkten für Midsize-Pick-ups weltweit.
Welchen Modellnamen der neue Honda-Pick-up erhält, ist ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt. In Australien hat Honda im Juli 2026 allerdings die Bezeichnung "Tideline" als Marke angemeldet. Im Bezug auf den bisher einzigen Pritschenwagen der Marke, den Ridgeline, wäre das zumindest eine plausible Bezeichnung.
