Wie viel bringt die Ortung?
Der vermisste Porsche 911 GT3 ist in Berlin wieder aufgetaucht. Sein letztes bekanntes GPS-Signal kam aus Essen. Ob die Ortung bei der Suche half, ist offen.
Der seit Mitte Oktober vermisste Porsche 911 GT3 ist wieder aufgetaucht. Das Auto befindet sich laut Enea Nosetti, Geschäftsführer des Schweizer Autovermieters En Wraps, inzwischen in den Händen der Polizei. Gefunden wurde der Wagen in Berlin – mehrere hundert Kilometer von der letzten bekannten Position entfernt.
Das letzte GPS-Signal des Porsche ging am 14. Oktober an der Gladbeckerstraße in Essen ein. Wie das Auto später aufgespürt wurde und ob die Ortungsdaten dabei eine Rolle spielten, teilte Nosetti zunächst nicht mit. Auch zum Zustand des Fahrzeugs gab es zunächst keine Angaben.
Was ein GPS-Tracker zeigen kann
Ein GPS-Tracker kann den Standort eines Fahrzeugs erfassen und die Positionsdaten übermitteln. Verschwindet ein Auto, können solche Informationen bei der Suche einen Anhaltspunkt liefern. Im Fall des Porsche endete die bekannte digitale Spur jedoch in Essen. Dass der Wagen später in Berlin gefunden wurde, lässt sich nicht allein mit dieser letzten Position erklären.
Der Porsche war am 6. Oktober über den Zwischenvermieter Apex Sportcars an einen Kunden vermietet worden. Die Buchung lief zunächst eine Woche. Als der Kunde das Auto am 13. Oktober nicht zurückbrachte, verlängerte er die Miete um einen Tag. Auch danach kehrte der Wagen nicht zurück. En Wraps informierte nach eigenen Angaben die Zuger Polizei und erstattete Anzeige.
Nosetti berichtete, dass der Porsche nach sieben Tagen und Nächten intensiver Suche gefunden worden sei. Dabei hätten auch Unterstützung aus der Community sowie Kontakte geholfen. Ob ein GPS-Tracker die Suche konkret voranbrachte, ist nicht bekannt.
Ortung verhindert keinen Diebstahl
Ein GPS-Tracker ist eine Suchhilfe, aber keine Diebstahlsicherung. Er verhindert nicht, dass ein Auto entwendet wird, und garantiert nicht, dass es schnell wiedergefunden wird. Auch eine Standortangabe allein sagt nicht, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet oder was mit ihm geschehen ist. Im Fall des Porsche sind diese Fragen zunächst offen.
Der Nutzen der Ortung hängt daher auch davon ab, welche Informationen tatsächlich verfügbar sind und wie sie in die Suche einfließen. Die letzte bekannte Position kann Ermittlungen unterstützen, beantwortet aber nicht automatisch, wo sich ein Fahrzeug später befindet. Beim GT3 lagen zwischen dem letzten Signal in Essen und dem Fundort Berlin sowohl ein Ortswechsel als auch eine bislang ungeklärte Suche.
GPS-Daten und Privatsphäre
Standortdaten können nicht nur etwas über ein Auto aussagen. Lassen sie sich einer Person zuordnen, können sie auch Rückschlüsse auf deren Aufenthaltsorte und Bewegungen ermöglichen. Die Datenschutzaufsicht Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass GPS-Ortung Kontrollmöglichkeiten schafft und in die Privatsphäre eingreifen kann.
Für Autovermieter und Fuhrparkbetreiber ist deshalb wichtig, transparent zu machen, ob Fahrzeuge geortet werden und welchem Zweck die Datenerhebung dient. Der Porsche-Fall zeigt die mögliche Rolle von Ortungsdaten bei der Suche – belegt aber nicht, dass GPS-Tracking allein zur Wiederbeschaffung geführt hat.
