Hat Trump GM dabei geholfen?
General Motors peilt für 2026 einen Rekord beim bereinigten operativen Ergebnis an. Mehr große Pick-ups und weniger Elektroautos halfen dem US-Konzern im dritten Quartal – doch wie viel Anteil trägt Trumps Politik?
General Motors erwartet für 2026 einer Prognose der CEO Mary Barra zufolge ein bereinigtes operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 14,5 bis 15,5 Milliarden Dollar (rund 12,5 bis 13,3 Milliarden Euro). Damit könnte GM den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2024 übertreffen: Damals erzielte der Konzern 14,9 Milliarden Dollar (rund 12,8 Milliarden Euro).
Der Kontrast zur Lage vieler europäischer – vor allem deutscher – Autobauer fällt auf: Sie kämpfen mit deutlichen Gewinneinbrüchen. GM hält trotz Zöllen, hoher Zinsen, teurer Rohstoffe und hoher Benzinpreise Kurs auf ein Spitzenjahr. "Detroit News" zufolge rechnet das Unternehmen auch 2027 mit einem starken Ergebnis, sofern die Nachfrage hoch bleibt und der Kostendruck nachlässt.
Pick-ups und SUVs stärken das Geschäft
Im dritten Quartal verkaufte GM einen größeren Anteil großer Pick-ups und weniger Elektroautos. Dieser Mix verbesserte das Ergebnis, denn Trucks und SUVs zählen zu den margenstarken Modellen des Konzerns. Hohe Benzinpreise hielten die Kundschaft bislang nicht vom Kauf der großen Pick-ups ab.
Auch weitere Faktoren stärkten das Geschäft. GM verbesserte seine Preisdisziplin und senkte die Garantieaufwendungen. Zugleich wuchsen die aufgeschobenen Erlöse aus den Abo-Diensten OnStar und Super Cruise um 40 Prozent. Die operative Marge in Nordamerika stieg im dritten Quartal von 6,2 auf 8,7 Prozent.
Hat Trumps Politik GM geholfen?
Die Trump-Regierung zog ihre Unterstützung für Elektroautos zurück und senkte die Emissionsvorgaben. GM hält E-Autos zwar weiterhin für die Zukunft, fuhr aber erstmal sein Geschäft mit Elektroautos zurück. Der höhere Anteil magenstarker großer Verbrenner im dritten Quartal half dem Ergebnis – damit gewinnt die Frage an Gewicht, ob der politische Kurswechsel dem Konzern zugutekommt.
Die vorliegenden Zahlen beziffern einen solchen Effekt allerdings nicht eindeutig. Sie zeigen weder, wie stark sich die gestrichene E-Auto-Förderung ausgewirkt hat, noch welchen Einfluss die niedrigeren Emissionsvorgaben auf GMs Ergebnis haben. Die starke Nachfrage nach Pick-ups, die Preisgestaltung, geringere Garantieaufwendungen und wachsende Abo-Erlöse liefern hier die deutlicheren Erklärungen für den Gewinnanstieg.
GM investiert und kauft eigene Aktien zurück
GM plant in diesem Jahr Investitionen von mindestens zehn Milliarden Dollar (rund 8,6 Milliarden Euro). Zugleich genehmigte der Verwaltungsrat ein mehrjähriges Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Dollar (rund 17,2 Milliarden Euro). Seit 2023 kaufte GM bereits eigene Aktien im Wert von rund 29,5 Milliarden Dollar (rund 25,4 Milliarden Euro) zurück.
Die Gewerkschaft UAW kritisiert den Plan: GM gebe zu viel Geld an Aktionäre zurück und investiere zu wenig in Fabriken und Produktionskapazitäten. Das Unternehmen verweist dagegen auf Investitionen von 100 Milliarden Dollar (rund 86 Milliarden Euro) seit 2020 – in Produkte, Werke und Beschäftigte.
