Hyundai und Kia ziehen wohl gemeinsam vorbei
Hyundai und Kia könnten im dritten Quartal auf dem US-Markt erstmals gemeinsam mehr Autos verkaufen als Ford. Hohe Benzinpreise und eine breite Hybridpalette helfen den südkoreanischen Marken, während GM und Ford Marktanteile verlieren.
Hyundai und Kia stehen vor einem historischen Erfolg auf dem US-Markt. Cox Automotive rechnet damit, dass die beiden südkoreanischen Autohersteller im dritten Quartal zusammen mehr Fahrzeuge verkaufen als Ford.
Damit würden Hyundai und Kia erstmals in einem Quartal vor dem US-Konzern rangieren. Reuters berichtet über die Prognose und die wachsenden Verschiebungen im amerikanischen Automarkt.
Ford verliert an Boden
Ford dürfte seinen Absatz in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,8 Prozent verfehlen. Cox Automotive kalkuliert deshalb mit einem Marktanteil von 12,5 Prozent – fast einen Prozentpunkt weniger als ein Jahr zuvor.
Auch General Motors verliert Marktanteile. Der Konzern soll im selben Zeitraum 6,2 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufen und auf 16,7 Prozent Marktanteil kommen. Unter 13 von Cox beobachteten Herstellern verlieren GM und Ford damit am stärksten.
Detroit verliert an Gewicht
Zusammen erreichen GM, Ford und Stellantis voraussichtlich nur noch rund 36 Prozent des US-Marktes. Für die drei traditionellen Hersteller aus Detroit markiert dieser Wert einen historischen Tiefstand.
Stellantis kann seinen Marktanteil laut Cox zwar steigern. Das Wachstum reicht aber nicht aus, um die Verluste von GM und Ford auszugleichen.
Hybride helfen den Konkurrenten
Hohe Benzinpreise verschieben die Nachfrage zugunsten sparsamer Fahrzeuge. Der Iran-Krieg hat die Kraftstoffpreise in den USA nach oben getrieben und damit Hybridmodelle stärker ins Blickfeld der Kunden gerückt.
Deshalb Toyota profitiert als führender Anbieter von Hybridfahrzeugen. Cox prognostiziert für den japanischen Hersteller ein Absatzplus von 1,1 Prozent in den ersten drei Quartalen. Honda könnte den Absatz sogar um 5,6 Prozent steigern.
GM fehlt ein breites Hybridangebot
GM-Händler berichten laut Reuters von Kunden, die wegen des fehlenden Hybridangebots zu anderen Marken wechseln. Der Konzern konzentriert sich bei seinen elektrifizierten Modellen stärker auf reine Elektroautos und bietet bislang nur wenige Hybridfahrzeuge an.
Ford leidet zusätzlich unter dem Ende des Escape. Der Kompakt-SUV gehörte zu den sparsameren Modellen der Marke. Nach einem Brand bei einem Aluminium-Zulieferer sank außerdem die Produktion von Pick-ups.
Ford weist auf den Vergleich hin
Ford betont in einer Stellungnahme, dass Hyundai und Kia zwei getrennte Unternehmen bilden. Selbst zusammen habe Ford beim Absatz seit Jahresbeginn noch vor den beiden südkoreanischen Marken gelegen.
Beim Umsatz falle der Abstand laut Ford deutlich größer aus. Die Aussage ändert jedoch nichts an Cox’ Quartalsprognose: Im dritten Quartal könnten Hyundai und Kia gemeinsam erstmals vor Ford liegen. GM gab gegenüber Reuters keine Stellungnahme.
US-Markt hält sich besser als erwartet
Trotz der wirtschaftlichen Belastungen bleibt der US-Neuwagenmarkt relativ stabil. Cox Automotive erhöht seine Jahresprognose von 15,8 auf 16,1 Millionen Fahrzeuge.
