Harald Schmidt verschenkt Jaguar - aus diesem Grund
Ein Jaguar mit Achtzylinder-Verbrenner, den Harald Schmidt als "einen Traum" beschrieb, ist aus seiner Garage verschwunden. Der Entertainer hat den Wagen verschenkt – obwohl er die Reparatur nach eigenen Worten sogar noch bezahlt hätte.
Der entscheidende Punkt war die nächste Hauptuntersuchung: Schmidt sagt, sein Jaguar (ein grüner Jaguar Daimler V8, Baureihe X308, Baujahr 2001, Anm.d.Red.) sei "nicht mehr durch den TÜV zu kriegen" gewesen, so die Berichterstattung der FAZ. Damit wird aus einem geliebten Auto schnell ein Projekt, bei dem Zeit und Geld in unklare Reparaturpfade fließen. Statt sich auf eine lange Fehlerliste einzulassen, gab er den Wagen an einen Bastler weiter.
Das "nicht mehr durch den TÜV" ist dabei mehr als eine Floskel: Ohne gültige Plakette ist ein Auto im Alltag praktisch ausgebremst, weil die legale Nutzung im Straßenverkehr endet. Wer den Wagen behalten will, muss die Mängel so beheben, dass er wieder prüffähig ist. Gerade bei älteren Fahrzeugen kann das vom einfachen Verschleißteil bis zur größeren Baustelle reichen.
Schmidt wählte den pragmatischen Schnitt und machte aus dem Problemfall ein Geschenk. Für einen Schrauber ist so ein Auto wie ein großes Puzzle: Es kann funktionieren, erfordert aber Geduld und Know-how. Für jemanden, der es einfach nur zuverlässig fahren möchte, kippt die Kosten-Nutzen-Rechnung oft genau an dieser Stelle.
Warum die Reparatur trotzdem ausfiel
Bemerkenswert ist Schmidts Satz, er hätte die Instandsetzung "noch mal finanziert". Er stellt damit klar, dass das Geld allein nicht der Engpass war. Die Reparatur wurde trotzdem nicht zum Plan A, weil sich parallel die persönlichen Rahmenbedingungen verändert haben.
Er begründet das mit "Zipperlein", die "jetzt so" losgingen. Ein Auto, das nicht mehr problemlos läuft, verlangt Organisation: Werkstatttermine, Entscheidungen über Umfang und Sinn von Reparaturen, eventuell wiederholte Nachbesserungen. Diese "Reparatur" ist dann nicht nur eine Rechnung, sondern auch Zeit und Energie.
Kein Auto mehr im Alltag
Schmidt verbindet den Schritt mit einer klaren Alltagsthese: "Ich brauch kein Auto mehr, ich hab kein Auto mehr." Er beschreibt, dass er ohnehin viel mit der Bahn unterwegs sei und innerstädtisch Bus und Straßenbahn nutze. Das Auto wird damit vom täglichen Werkzeug zum entbehrlichen Extra.
Die Bahn wird in seinen Aussagen sogar zum Gegenentwurf: Er nennt eine Bahncard 100 und sagt, Verspätungen störten ihn nicht, weil er flexibel umsteigen könne. "Ich ändere teilweise, während ich im Zug bin, die Route", erklärt er – das ist ein Mobilitätsmodell, bei dem ein Privat-Pkw nicht mehr zwingend gebraucht wird. Gleichzeitig beobachtet er im ÖPNV und in Zügen das Tempo einer älter werdenden Gesellschaft sehr genau.
