Citroën will den 2CV als leichtes E‑Auto zurückbringen
Doch nur dieses, von Citroën, ist tatsächlich so für die Serienproduktion gedacht.
Ein E‑Auto mit rund 1 Tonne Gewicht und nur etwa 3,76 Metern Länge soll 2028 als neuer Citroën 2CV zurückkommen. Das klingt nach einem Datenblatt wie beim heutigen Dacia Spring – nur mit mehr Nostalgie und einem anvisierten Kampfpreis. Für Käufer in Deutschland entscheidet damit vor allem, was Reichweite, Laden und laufende Kosten am Ende wirklich hergeben.
Citroën nennt für den neuen 2CV bisher nur zwei harte Größen: etwa 3,76 Meter Länge und ein Zielgewicht von rund einer Tonne. Bei einer Tonne geht es um die Gewichtsklasse eines Kleinwagens.
Auch beim Akku deutet Citroën die Richtung an, ohne Zahlen zu liefern: In der Kommunikation ist von "kostengünstiger Batterie" die Rede. In der Einstiegsklasse ist das typischerweise ein LFP‑Akku, also Lithium-Eisenphosphat, der günstiger und robuster ist, aber meist mehr Platz braucht. Im Alltag bedeutet das oft: weniger Reichweiten-Show, dafür stabile Kosten.
Damit liegt der Vergleich mit heutigen Einsteiger‑Stromern nahe, die ähnliche Grundwerte mitbringen. Beim Dacia Spring liegt die Fahrzeugmasse je nach Version ebenfalls unter einer Tonne, und die Batterie bewegt sich in der Größenordnung von rund 26 bis 27 kWh.
Reichweite im Klassenmaßstab
Aus dem aktuellen 2CV‑Rahmen lässt sich vor allem eines ableiten: Große WLTP‑Reichweiten sind nicht zu erwarten. Das Ziel ist eine "auf den Alltag zugeschnittene Reichweite", eher 200 bis 250 Kilometer als über 300. Das passt zur Einsteiger‑Logik, weil jede zusätzliche Kilowattstunde nicht nur Geld kostet, sondern auch Gewicht.
Der Dacia Spring zeigt, wie eng dieses Segment taktet: Mit seinem Akku um 26 bis 27 kWh kommt er in der WLTP‑Welt auf Reichweiten um 220 bis 230+ Kilometer – je nach Ausführung. Das ist ein Wert, der im Stadt- und Pendelprofil funktionieren kann, aber auf der Autobahn schneller schrumpft. Gerade dieser Abstand zwischen Prospekt und Tempo-130-Realität ist in der Klasse oft größer als Käufer erwarten.
Überträgt man dieses Raster auf den E‑2CV, dann wird die Stellschraube klar: Entweder bleibt Citroën in der Spring‑Größenordnung, oder der 2CV braucht für deutlich mehr Reichweite spürbar mehr Akku. Und "spürbar" heißt hier nicht fünf Kilometer mehr, sondern eine Batterieklasse mehr – mit Folgen für Preis und Gewicht. Der überraschende Punkt: In dieser Fahrzeuggröße entscheidet eine Handvoll kWh schnell darüber, ob das Auto noch ein 15.000‑Euro‑Versprechen einlösen kann.
Laden entscheidet den Alltag
Bei kleinen Akkus ist Laden nicht nur eine Frage von Minuten, sondern von Planung. Wer rund 200 bis 250 Kilometer WLTP anpeilt, lädt im Alltag häufiger nach, dafür aber kürzer pro Stopp – vorausgesetzt, die Ladeleistung stimmt. Genau hier klafft in der Einsteigerklasse oft die Lücke zwischen "E‑Auto möglich" und "E‑Auto bequem".
Zum Vergleich innerhalb des Segments liefert der ADAC beim Renault Twingo Electric technische Eckdaten samt Ladeprofil. Der Twingo nutzt ebenfalls einen Akku in der Größenordnung von etwa 27,5 kWh und bewegt sich damit in derselben Liga wie Spring und die 2CV‑Prognose. Das Überraschende an solchen City‑EVs: Die Batteriegröße wirkt zunächst wie ein Vorteil, weil "klein = schnell voll" nahe liegt – in der Praxis begrenzen aber oft Ladeleistung und Ladecharakteristik das Tempo.
Für den E‑2CV wird damit eine Kernfrage zur Kaufentscheidung in Deutschland: Kann er DC‑Schnellladen, also Gleichstromladen an Schnellladesäulen, und wenn ja, wie hoch ist die Leistung? Ohne ausreichend DC‑Tempo wird selbst ein kurzer Autobahn‑Zwischenstopp zur Geduldsprobe, weil der Akku zwar klein ist, aber nicht automatisch schnell Energie annimmt. Und wenn Citroën beim Preis wirklich nach unten will, ist genau diese Hardware oft der erste Kostenhebel.
Kostenlogik gegen Spring und ë‑C3
Das Preisziel für den E‑2CV auf rund 15.000 Euro gesetzt. Das wäre deutlich unter dem, was heute viele neue E‑Autos kosten – und würde das Segment in Deutschland spürbar öffnen. Gleichzeitig zeigt die Einsteigerklasse, wie eng der Korridor ist: Schon kleine Unterschiede bei Akku, Ladehardware und Ausstattung verschieben den Endpreis schnell aus der "Zweitwagen"-Zone heraus.
Als Referenz in der Modellpalette von Citroën steht der ë‑C3, den der Hersteller als günstigen Klein‑EV positioniert und mit einem Einstiegspreis von 19.990 Euro ankündigt. Das ist bereits ein Kampfpreis für ein Auto mit voller Kleinwagen-Anmutung. Der Abstand zwischen 19.990 und "rund 15.000" Euro ist im Autokauf kein Detail, sondern eine komplette Ausstattungs- und Technikstufe.
Daraus folgt für den Datencheck eine Erwartung: Wenn der 2CV tatsächlich Richtung 15.000 Euro gehen soll, muss er sich technisch eher am Minimalismus der Einsteigerklasse orientieren als am vollen Kleinwagen‑Anspruch. Dann wird die Batteriegröße eher Spring‑nah bleiben, und auch beim Laden und bei Komfort-Features dürfte Citroën sehr strikt auswählen. Der überraschende Vergleich: In dieser Preislage ist nicht die Reichweite der teuerste Posten, sondern oft das "Drumherum", das ein Auto im Alltag modern wirken lässt.
