Holmer Terra Dos 5 mit 18,2 Litern Hubraum
Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um den leistungsstärksten Rübenroder der Welt.
Weltpremiere für den Terra Dos 5 High Performance: Der neue Rübenroder des bayerischen Herstellers Holmer nutzt einen Caterpillar-Sechszylinder mit 812 PS.
Im Herbst beginnt wieder die sogenannte Rübenkampagne, ein eingespieltes und komplexes System von der Zuckerrübenernte bis zum fertigen Zucker aus der Raffinerie. Passend dazu hat das bayerische Maschinenbau-Unternehmen Holmer auf einer Fachmesse in Niedersachsen den Terra Dos 5 High Performance vorgestellt. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um den leistungsstärksten Rübenroder der Welt.
Neu ist dabei in erster Linie der Motor, der Terra Dos 5 ist als Zwei- und Dreiachser bereits seit 2023 auf dem Markt. Mit dem High Performance-Antrieb wird die Baureihe ergänzt. Standard-Motorisierung bleibt der Mercedes OM473, ein Sechszylinder-Diesel mit 15,6 Liter Hubraum und 652 PS. Entwickelt wurde das neue Antriebskonzept gemeinsam mit Zeppelin Power Systems, einem Caterpillar-Vertriebspartner. Gegenüber der im Standardmodell eingesetzten Mercedes-Benz-Motorisierung soll die zusätzliche Leistung vor allem dann zur Verfügung stehen, wenn gleichzeitig gerodet, gereinigt, gefördert und auf Transportfahrzeuge übergeladen wird.
Caterpillar C18 mit 812 PS
Als Antrieb dient ein Caterpillar C18 ACERT. Der Reihen-Sechszylinder-Dieselmotor kommt auf einen Hubraum von 18,2 Litern. Die Nennleistung des Turbodieselmotors liegt bei 597 kW/812 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 3.710 Nm und wird bei 1.300 U/min erreicht. Zum Vergleich: Der OM 473 von Mercedes kommt auf 3.100 Nm. Die Rodemaschine kann mit bis zu zwölfreihigen Rodeaggregaten ausgerüstet werden. Abhängig von Modell und Ausstattung ist der Terra Dos 5 zwischen 13 und 15 Meter lang, vier Meter hoch und mindestens 27 beziehungsweise 30 Tonnen schwer – unbeladen. Auf dem Feld mit Rüben im Bunker werden daraus schnell 60 Tonnen.
Der C18 stammt aus einer Motorenfamilie, die vorrangig in Bau- und Industrieanwendungen eingesetzt wird. Im Terra Dos 5 High Performance wurde er für den Betrieb im selbstfahrenden Rübenvollernter angepasst. Der Motor treibt dabei nicht nur die Maschine an, sondern liefert über das Hydrauliksystem auch Energie für die verschiedenen Arbeitsaggregate. Dazu gehören die Rodeeinheit, die Reinigungsorgane, die Förderbänder, der Bunker und das Entladeband.
Bei der Abgasreinigung setzt Holmer auf einen Dieseloxidationskatalysator, kurz DOC. Das System kommt nach Herstellerangaben ohne SCR-Katalysator, AdBlue und Dieselpartikelfilter aus und erfüllt dennoch die Abgasstufen EU Stage V und EPA Tier 4 final. Der DOC wandelt bestimmte Bestandteile des Abgases durch chemische Reaktionen um. Im Vergleich zu einem System mit SCR-Technik entfallen damit der AdBlue-Tank, die Dosierung des Zusatzmittels sowie verschiedene Sensoren und Steuergeräte.
So funktioniert der Rübenroder
Der Terra Dos 5 Rübenroder übernimmt mehrere Arbeitsschritte in einem Durchgang. Zuerst wird das Blattwerk entfernt. Der Schlegler zerkleinert die Blätter bis zu einer eingestellten Strunkhöhe. Die Blattreste können zwischen den Reihen abgelegt oder, abhängig von der Ausstattung, seitlich verteilt beziehungsweise geborgen werden. Die Schlegler sind für sechs, neun oder zwölf Reihen auf dem Feld erhältlich.
Anschließend werden die Rübenköpfe mit einem sogenannten "Nachköpfer" bearbeitet. Dabei handelt es sich nicht um ein vollständiges Abschneiden des oberen Rübenkörpers, sondern um einen möglichst flachen und gleichmäßigen Schnitt. Ein Kamm tastet die Scheitelhöhe der Rüben ab, während Messer die Blattansätze entfernen. Die Bauweise des Nachköpfers ermöglicht es, dass sich die Einheit wechselnden Rübengrößen anpasst.
Die Informationen aus den Nachköpfern werden an den Bordrechner weitergegeben. Dort dienen sie als Grundlage für die automatische Einstellung der Schleglerhöhe und der Rodetiefe. Dieses System trägt bei Holmer den Namen EasyLift. Für jede Reihe wird die Arbeitstiefe separat geregelt. Dadurch kann das Rodeaggregat auf unterschiedlich hohe Rüben, Fahrspuren und Bodenunebenheiten reagieren. Technisch geschieht dies über Sensoren und hydraulisch verstellbare Scharkörper.
Die Schare greifen unterhalb der Rüben in den Boden und lockern sie. Tasträder führen das Rodeaggregat an der Bodenoberfläche. Die einzelnen Scharkörper können sich seitlich um bis zu 70 Millimeter bewegen, sodass auch Rüben außerhalb der eigentlichen Reihe erfasst werden. Elliptisch schwingende Schare und verstellbare Rodewalzen führen die gelockerten Rüben anschließend nach hinten. Die Drehzahl der Rode- und Reinigungswalzen lässt sich zwischen 300 und 600 Umdrehungen pro Minute einstellen.
Rübenreinigung
Nach dem Roden müssen Erde, Steine und Pflanzenreste von den Rüben getrennt werden. Dafür gelangen die Rüben zunächst auf ein 900 Millimeter breites Siebband. Öffnungen und Zwischenräume lassen anhaftende Erde nach unten fallen, während Mitnehmer die Rüben weitertransportieren. Danach folgen mehrere rotierende "Siebsterne".
Ein Fördermechanismus hebt die gereinigten Rüben in den sogenannten Bunker, in dem die Zuckerrüben zwischengelagert werden. Der Terra Dos 5-40 fasst etwa 45 Kubikmeter beziehungsweise rund 31 Tonnen. Ultraschallsensoren erfassen den Füllstand.
Zum Entladen werden die Rüben über ein hydraulisch ein- und ausfahrbares Band aus dem Bunker gefördert. Die Maschine kann dabei auch während der Fahrt neben einem Transportfahrzeug arbeiten. Die Plattform ist mit einem hydrostatischen Fahrantrieb ausgestattet, wird also nicht mechanisch vom Dieselmotor angetrieben.
Für den Fahrer bündelt das SmartDrive-System die Einstellungen und Anzeigen auf einem 12,1-Zoll-Touchterminal. Kameras überwachen unter anderem die Reinigung, das Entladeband und den rückwärtigen Bereich.
