Vier Versionen und nur eine sollten Sie kaufen
Smart präsentiert mit dem #2 den rein elektrischen Nachfolger des Fortwo. Den Zweisitzer gibt es in vier Varianten und nur eine davon ist die richtige Wahl.
Dass Smart als Marke mit einem Aufgebot an SUVs auf den Markt summt, hat zunächst vor allem irritiert. Doch nun kehrt die Marke zu dem zurück, wofür sie einst bekannt war: einem kleinen Zweisitzer für den Stadtverkehr, der unverkennbar die Nachfolge des ausgelaufenen Fortwo antritt. Warum muss sich jetzt Skoda warm anziehen? Wo gibt es Parallelen zu BMW und Range Rover? Und warum ist nur eine von vier Varianten des #2 die richtige Wahl? All das klären wir in diesem Artikel.
Akku, Performance und Ladeleistung
Verglichen mit dem Smart Fortwo EQ, den es bis 2024 gab, hat sich einiges getan. Mehr Akku, mehr Reichweite und (natürlich) mehr Gewicht (jetzt knapp über 1.300 kg). Von der Idee des reinen Stadtautos emanzipiert sich der #2 zumindest ein Stück weit. Denn anders als sein Vorgänger kann er beispielsweise an den Schnelllader (Fortwo EQ maximal 22 kW AC). Mit 65 kW maximaler Ladeleistung schnellt die Kurve zwar nicht rasant in den Himmel, doch der 35,8-kWh-LFP-Akku ist damit laut Hersteller in unter 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen.
Als kombinierte WLTP-Reichweite gibt Smart bis zu 290 km an. Deutlich mehr als beim Vorgänger und so kann man seine Routen durchaus über die Stadtgrenze hinaus planen. Die Autobahn kommt dabei auch in Betracht, fährt der #2 doch stolze 140 km/h schnell. Ein Sprintwert von 11,6 Sekunden auf 100 km/h qualifiziert zwar nicht gerade zur Dragrace-Teilnahme, doch hier zeigt sich schon eine nennenswerte Qualität des Neulings. Dieses Auto will gar kein Allrounder sein, der von allem etwas kann. Vielmehr ist der #2 ein im Wortsinn selbstbewusstes Nischen-Fahrzeug, das eben seinen spezifischen Job so gut wie möglich erledigen soll.
Übrigens: Egal für welche Modellvariante (Pure, Pure+, Premium oder Couture) Sie sich entscheiden – alle fahren mit 60 kW Leistung aus einer permanenterregten Synchronmaschine an der Hinterachse vor. Sie alle laden mit maximal 65 kW DC. Sie alle haben den gleichen Akku und damit die gleiche Reichweite und es gibt noch eine Gemeinsamkeit, zu der wir im folgenden Kapitel kommen.
Ausstattungslinien und die richtige Wahl
Smart verfolgt mit dem #2 die sogenannte "Line-Strategie". Das bedeutet, dass die Kunden keine Möglichkeit haben, einzelne Extras zu konfigurieren. Jede Ausstattungslinie ist ein fertiges Paket, das lediglich über die Farbe und Teile aus dem Aftersales individualisiert werden kann. Damit kommen wir zu einem weiteren erfreulichen Fakt: Die Assistenten (Adaptiver Tempomat, Autobahn-Assistent, Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Warner, Fernlicht-Assistent, V2L, Rückfahrkamera und Verkehrszeichenerkennung) sind serienmäßig bei jeder Version mit an Bord.
Den Einstieg markiert der "Pure" für 19.990 Euro, darüber rangiert der "Pure+" für 20.990 Euro. Wer sich für den "Premium" entscheidet, bezahlt 24.490 Euro und den limitierten "Couture" (999 Stück) gibt es für 25.690 Euro. Und hier kommt unser spezieller Service für Sie: Wir nehmen Ihnen die Wahl einfach ab. Denn den besten Deal gibt es mit dem Modell Pure+. Warum? Weil der Pure ein Manko hat – seine AC-Ladeleistung liegt bei nur 7,4 kW, ab Pure+ sind es 11 kW. Damit verkürzt sich die Ladedauer von fünf auf drei Stunden. Besonders relevant für alle, die bei der Arbeit und/oder zu Hause laden können, ggf. auch nur Teilzeit arbeiten.Darüber hinaus spendiert Smart dem #2 Pure+ noch eine Sitzheizung für den Fahrersitz. Infotainment, Assistenten, Akku und Motor sind wie gesagt ohnehin bei allen gleich. Und so konfiguriert, ist der Smart #2 als Pure+ genau das, was er sein soll. Ein alltagstaugliches Stadtauto mit passend dimensionierter Performance, guter Serienausstattung und der ureigenen Wendigkeit (Wendekreis 6,95 Meter, Fahrzeuglänge 2,75 Meter), die bereits dem Vorgänger eigen war. Mehr braucht es nicht und mehr will und muss das Auto in seiner Grundidee auch gar nicht sein.
Und trotzdem gibt es noch weiche Argumente dafür, zum Premium-Modell zu greifen. Was gibt es mehr? Ambientebeleuchtung, 16-Zöller, Zweifarblackierung, ein festes Glasdach, Teilleder-Sitze mit einer zusätzlichen Heizung für den Beifahrer und ein beheiztes Lenkrad. Alles verzichtbar, beziehungsweise Geschmackssache. Für viele aber vielleicht indiskutabel wichtig: das Sennheiser-Soundsystem mit sieben Lautsprechern. Wie gesagt: Einzeln lassen sich die Optionen nicht zu- oder abbuchen. Entweder ganz oder gar nicht.
Bei den Pure-Modellen beschränkt sich die Farbwahl fürs Exterieur auf Weiß, Schwarz und Silber. Das Couture-Modell, das sich vom "Premium" ansonsten nur durch die üblichen Limitierungs-Insignien (Plakette XX od 999) und die Akzentfarbe "Gold" unterscheidet, gibt es ausschließlich in mattem Weiß. Bunt wird es also nur mit dem #2 Premium (Rot, Blau, Gelb, Grün, Beige).
Simply Cleverer
Leitspruch der tschechischen VW-Tochter Skoda ist schon lange "Simply Clever", womit ausgefuchst platzierte Detaillösungen gemeint sind. Etwa der Einkratzer im Tankdeckel oder der vielbesungene Schirm in der Türkante. Smart hat da aber auch ein paar Tricks auf Lager, die den #2 irgendwie liebenswert und.. naja... clever machen. Da gäbe es den "Smart Belt". Ein Gummi-Gurt, der über die Sitzwangen des Beifahrersitzes läuft. Wenn dort jemand Platz nimmt, lehnt er sich einfach darauf. Wenn dort niemand sitzt, lassen sich damit Güter wie Einkaufstaschen fixieren, ohne, dass man die Vorrichtung vorher anbringen müsste. Wer trotzdem gern Dinge "anbringt", wird sich über das "Smart Pillar" freuen. Ein Aufnahmepunkt für diverses Zubehör versteckt in einem Schlitz im Armaturenbrett auf der Beifahrerseite. Hier kann beispielsweise ein Taschen-Halter oder ein magnetischer Handyhalter eingeklickt werden.
Lustiges Detail: Der #2 hat zwar nur zwei Sitzplätze, aber dafür acht Cupholder (nimm das, Renault R5!). Einer befindet sich gut sichtbar vor der Mittelarmlehne, einer versteckt sich darunter an der Vorderseite und fährt nur auf Klick aus. Jeweils zwei sind in den Türen (wobei hier wohl eher Flaschen als Kaffeebecher untergebracht werden) und zwei sitzen in der geteilten Heckklappe.
Apropos: Die geteilte Heckklappe erinnert zunächst an BMW, denn die Heckscheibe lässt sich einzeln nach oben öffnen. Der untere Teil der Klappe öffnet sich allerdings wie beim Range Rover zu einer Sitzbank, die besagte Cupholder beherbergt und eine Last von bis zu 120 Kilo tragen kann. Geschickt ist die geteilte Heckklappe aber vor allem in beengten Situationen, wenn etwa nicht genügen Raum für das komplette Öffnen eines Kofferraums zur Verfügung steht. Und "Enge Räume" sind ja qua Definition sowas wie der natürliche Lebensraum des Smart #2.
Geöffnet gibt die Rückseite Raum für 305 Liter Gepäck. Wer den doppelten Ladeboden hinter die Sitze schiebt und die Sitze wiederum noch etwas nach vorn, kann sogar mehr als 500 Liter unterbringen. Nicht schlecht für so wenig Grundriss. Optional bietet Smart fürs Unterdeck des doppelten Ladebodens einen Organizer mit variablen Einzelfächern an. Vorn kann der Fahrer übrigens dank des ebenen und durchgängigen Bodens mühelos auf die Beifahrerseite rutschen, um dort ein- oder auszusteigen. Auch das sorgt im Alltag für mehr Variabilität.
Sicherheitskonzept für alle
Und abermals gleichen sich alle vier Varianten des Smart #2 in einem Punkt, nämlich dem aktiven und passiven Sicherheitskonzept. Wie schon im Vorgänger kommt eine Tridion Sicherheitszelle als Kernelement der Karosseriestruktur zum Einsatz, um die Insassen bestmöglich zu schützen. Das Fahrerkabinen-Konstrukt aus hochfestem Stahl hält einer Dachlast von mehr als vier Tonnen stand.
Dazu kommen serienmäßig sieben Airbags und ein kombiniertes Gurtsystem, das dank pyrotechnischem Straffer und einer Sperre der Gurtzunge im Falle eines vom Airbag-Sensor erfassten Aufpralls die Insassen dank schneller Reaktionszeit in der für den Airbag optimalen Position hält. Mehr zum Sicherheitskonzept erfahren Sie übrigens in DIESEM ARTIKEL.
Marktstart
Smart verliert keine Zeit. Schon am Tag nach der offiziellen Publikumspremiere am 12. Oktober 2026 auf dem Pariser Autosalon werden die Bestellbücher geöffnet. Die Auslieferung ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Vorsichtige Prognosen sprechen von Ende Q2, Optimisten wollen es etwas früher hinbekommen.
