Das „E“ in Ente steht jetzt für elektrisch
Der Stellantis-Konzern zeigt auf dem Pariser Autosalon eine Menge Concept Cars. Doch nur der Citroën 2CV ist schon jetzt so gut wie reif für die Serienproduktion und tatsächlich auch dafür gedacht.
Mit dem 2CV hat Citroën Ende der 1940er Jahre die Massen mobilisiert. Ein bezahlbarer Einstieg ins individuelle Verkehrsabenteuer. 1990 fiel der letzte Vorhang für die Ente, 2028 hebt er sich für einen neuen Marktstart wieder. Citroën bringt den 2CV als elektrisches Einsteigermodell ganz im Geiste des Urahnen wieder auf den Markt. Ein Auto, das rund 15.000 Euro kosten soll und nicht mit Retro-Charme geizt. Das Rezept "kombiniere E-Antrieb mit dem Design von Marken-Ikonen der Vergangenheit" ist spätestens mit Renaults R5 oder Twingo vielversprechend.
Viele Daten gibt es zum 2CV der Zukunft leider nach wie vor nicht. 3,76 Meter Länge sind den Ausführungen des Herstellers zu entnehmen und ein Zielgewicht von einer Tonne. Das bietet immerhin die Basis für ein wenig Spekulation, wenn man zudem zwischen den Zeilen der Pressemitteilung liest. Dort ist von einer "auf den Alltag zugeschnittenen Reichweite" die Rede. Werte jenseits der 300 Kilometer sind also nicht anzunehmen, eher 200-250. Weil darüber hinaus eine "kostengünstige Batterie" erwähnt wird, und auch der Einstiegspreis das suggeriert, wird es sich ohne Zweifel um einen LFP-Akku handeln. Mutmaßlich mit einer Kapazität zwischen 25 und 30 kWh.
Konkurrenz für Renault und Dacia
Als Konkurrenz dürfte sich Citroën ohnehin Landsmann Renault mit dem elektrischen Twingo ausgeguckt haben. Jener startet aktuell mit einem 27,5-kWh-Akku als "Evolution Urban Range 80" mit einer Reichweite von maximal 262 Kilometer bei 19.990 Euro. Mit der neuen Ente unterbietet Citroën dann aber sogar den Dacia Spring (aktuell ab 17.900 Euro), der mit derselben Technik und dementsprechend denselben Leistungswerten aufwartet.
Auch wenn Stellantis-Chefdesigner Gilles Vidal bei einer Vorab-Produktpräsentation dem kleinen internationalen Kreis geladener Journalisten versichert, dass sie im Prinzip schon auf das Serienmodell schauen, muss er wenige Minuten später ein paar nette Details direkt wieder kassieren. Herausschraubbare Sitzbänke? Nein, das wird nichts. Per Hebel von innen zu öffnende Luftschlitze unterhalb der Frontscheibe? Vermutlich auch nicht serientauglich. Doch hoffentlich bleiben ein paar der Ideen erhalten.
Heitere Details im Innenraum
Etwa die Mittelkonsole in der Optik eines Flechtkorbes, der auch genau als solcher genutzt werden kann, weil sich das Teil herausnehmen lässt. Ebenfalls mitnehmbar ist das retro-gestylte Radiomodul, das auf der Beifahrerseite sitzt (aber für den Fahrer dort eigentlich nicht so richtig gut erreichbar wäre). Grundsätzlich bleibt der Innenraum sehr reduziert. Ein vergleichsweise kleiner 8-Zoll-Touchscreen in der Mitte erheitert die Insassen mit Inhalten in Comic-Optik. Ein kleines Display hinter dem Lenkrad direkt unter der Frontscheibe nennt Citroën Smart Vision. Es liefert dem Fahrer alle essenziellen Daten wie Ladezustand und Geschwindigkeit.
Was das Design betrifft, so könnte man sagen, dass sich die Neuauflage zum Original in etwa so verhält wie der VW Beetle zum Käfer. Etwas rundlicher, etwas massiger. Die Scheinwerfer schweben nicht ganz so frei wie beim historischen Modell, die Linienführung insgesamt ist weniger filigran. Die Verwandtschaft bleibt dennoch deutlich sichtbar, besonders am Heck mit der farblich abgesetzten Klappe und dem bis weit nach hinten öffnenden Stoff-Faltdach. Ob der neue 2CV am Ende tatsächlich mit üppig dimensionierten 19-Zoll-Stahlfelgen kommt, bleibt abzuwarten. Das Design jedenfalls wäre wünschenswert.
