Mehr Mitarbeiter als GM, Ford und Toyota zusammen
Während weltweit Autobauer Jobs abbauen, stockt der chinesische Autohersteller BYD seine Mitarbeiterzahl auf ein neues Rekordniveau auf.
Der chinesische Autogigant BYD ist auch bei den Mitarbeiterzahlen ein ganz großer in der Branche. Wie der BYD-Vorsitzende Wang Chuanfu auf der 33. Jahreskonferenz der "China Society of Automotive Engineers" (CSAE) erklärte, beschäftigt BYD inzwischen mehr als 1,02 Millionen Menschen. Das sind mehr Mitarbeiter, als Toyota, GM, Ford und Tesla zusammen beschäftigen.
150.000 neue Jobs in 10 Monaten
Ende 2025 meldete BYD noch rund 869.600 Beschäftigte. Der chinesische Automobilhersteller hat also innerhalb von zehn Monaten etwa 150.000 neue Mitarbeiter eingestellt – und das, obwohl der Fahrzeugabsatz rückläufig ist. Etwa 960.000 der BYD-Mitarbeiter sind in China tätig, rund 60.000 arbeiten im Ausland. Darüber hinaus sind davon rund 120.000 als Ingenieure in Forschung und Entwicklung (F&E) tätig. Ihr Aufgabenbereich umfasst Batteriezellen, Motoren, elektronische Steuerungssysteme und Halbleiter.
Die Mitarbeiterzahl bei BYD unterlag in den vergangenen Jahren aber großen Schwankungen. Ende 2022 zählte das Unternehmen rund 570.100 Mitarbeiter, Ende 2023 waren es 703.500. Danach folgte eine Phase intensiver Neueinstellungen. Im September 2024 berichteten wir, dass BYD die Marke von 900.000 Beschäftigten überschritten hatte und mit über 110.000 Ingenieuren über das größte F&E-Team aller Automobilhersteller verfügte. Das Jahr 2024 schloss das Unternehmen mit 968.900 Mitarbeitern ab.
Dann folgte der erste größere Stellenabbau. Der Jahresbericht 2025 von BYD wies zum Jahresende rund 869.600 Beschäftigte aus – ein Rückgang um etwa 99.000, der vor allem die direkte Produktion betraf.
Im Vergleich ein Gigant
Der Unterschied zu den etablierten Automobilherstellern ist gewaltig. Der Volkswagen-Konzern – einschließlich seiner chinesischen Joint Ventures – meldete für Ende 2025 einen Personalbestand von 662.942 Beschäftigten. Toyota kam zum 31. März 2026 auf 390.927 Mitarbeiter, Stellantis zählte Ende letzten Jahres 258.668 Beschäftigte. In den USA beendete Ford das Jahr 2025 mit 169.000 Mitarbeitern, GM mit 156.000. Tesla gab in seinem jüngsten Jahresbericht einen weltweiten Personalbestand von 134.785 Personen an.
Addiert man die Belegschaften von Toyota, GM, Ford und Tesla, kommt man auf insgesamt etwa 851.000 Menschen. BYD beschäftigt damit rund 170.000 Personen mehr.
So sind die Zahlen zu bewerten
Eine hohe Mitarbeiterzahl ist dabei aber nicht gleichbedeutend mit einer hohen Produktion. BYD konnte im vergangenen Jahr rund 4,6 Millionen Fahrzeuge mit 869.600 Beschäftigten absetzen – das entspricht 5,3 Fahrzeugen pro Mitarbeiter. Tesla lieferte 1.636.129 Fahrzeuge mit 134.785 Mitarbeitern aus (etwa 12 Fahrzeuge pro Kopf), beim Volkswagen-Konzern lag dieser Wert bei rund 13,5. Toyota wiederum kam – bei einem Konzernabsatz von 11,3 Millionen Fahrzeugen (einschließlich Daihatsu und Hino) – auf etwa 29 Fahrzeuge pro Mitarbeiter.
Bei der Zahl der BYD-Mitarbeiter gibt es aber auch noch einen zweiten Haken. Die von Wang Chuanfu genannten 1,02 Millionen Mitarbeiter umfassen neben den Beschäftigten in der Autosparte auch die Mitarbeiter von BYD Electronics (165.000), einem Auftragsfertiger der Geräte für andere Marken montiert, und der Batteriesparte von BYD, die andere Autohersteller beliefert, sowie die interne Produktion von Chips, Motoren, Energiespeichersystemen und Lösungen für den Schienenverkehr übernimmt.
