Mazda entwickelt einen neuen Pick-up
Der Nachfolger des aktuellen BT-50 soll etwa 2028 auf den Markt kommen. Noch ist allerdings offen, mit welchem Partner Mazda das Fahrzeug entwickelt und welche Antriebe zum Einsatz kommen.
Die Nachricht kommt aus Australien, dem wichtigsten Markt für den Mazda BT-50 . Vinesh Bhindi, Geschäftsführer von Mazda Australia, bestätigte gegenüber CarsGuide zunächst, dass die Marke weiterhin einen Pick-up benötigt. Auf die anschließende Frage, ob deshalb eine neue Generation des BT-50 geplant sei, antwortete er ebenfalls mit Ja. Als möglichen Zeitpunkt nannte CarsGuide das Jahr 2028. Einen offiziellen Termin für Vorstellung oder Markteinführung hat Mazda allerdings bislang nicht genannt.
Damit ist zumindest die Zukunft des BT-50 geklärt. Offen bleibt dagegen, wie der nächste Mazda-Pick-up technisch aussehen wird. Die aktuelle Generation ist seit 2020 auf dem Markt und basiert vollständig auf dem Isuzu D-Max. Mazda und Isuzu hatten bereits 2016 eine Zusammenarbeit für die Entwicklung und Produktion eines Pick-ups vereinbart. Isuzu liefert das Fahrzeug, Mazda übernimmt Karosseriegestaltung, Innenraum und markenspezifische Abstimmung.
Isuzu wahrscheinlichster Partner
Eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit liegt deshalb nahe. Der nächste D-Max dürfte ebenfalls in diesem Zeitraum erneuert werden, und Mazda verfügt selbst nicht über eine aktuelle Leiterrahmen-Plattform für einen klassischen Ein-Tonnen-Pick-up. Ein gemeinsames Entwicklungsprojekt würde es ermöglichen, die Kosten auf mehrere Fahrzeuge und Marken zu verteilen.
Sicher ist diese Variante jedoch nicht. Mazda Australia hatte bereits im Frühjahr darauf hingewiesen, dass die Entscheidung für die nächste Generation noch nicht gefallen sei. Bhindi bezeichnete Isuzu damals zwar als weiterhin wichtigen Partner und verwies auf die langjährige Zusammenarbeit, bestätigte aber keine technische Grundlage für den kommenden BT-50.
Oder doch aus China?
Eine zweite Möglichkeit ergibt sich aus Mazdas Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Changan. Mazda nutzt dessen technische Basis bereits für die Elektrofahrzeuge 6e und CX-6e. Changan bietet mit dem Hunter K50 außerdem einen Pick-up mit Range-Extender-Technik an. Das Fahrzeug kombiniert einen 43,5-kWh-Akku mit einem 2,0-Liter-Turbobenziner, der nicht unmittelbar die Räder antreibt, sondern als Generator arbeitet. Die elektrische Reichweite wird nach dem chinesischen NEDC-Verfahren mit 192 Kilometern angegeben.
Ob Mazda diese Technik tatsächlich für den BT-50 übernimmt, ist derzeit nicht bekannt. Sie würde allerdings eine Möglichkeit eröffnen, den Nachfolger elektrifizierter auszulegen, ohne eine eigene Pick-up-Plattform entwickeln zu müssen.
Diesel oder Hybrid?
Beim aktuellen BT-50 setzt Mazda weiterhin auf klassische Dieselmotoren. In Australien wurde das Angebot zuletzt um einen 2,2-Liter-Vierzylinder mit 120 kW (163 PS) und 400 Nm ergänzt. Darüber rangiert der 3,0-Liter-Turbodiesel mit 140 kW (190 PS) und 450 Nm. Je nach Ausführung sind Allradantrieb und bis zu 3.500 Kilogramm Anhängelast möglich.
Für den Nachfolger ist deshalb ein Dieselantrieb keineswegs ausgeschlossen. Mazda Australia hatte noch 2025 ausdrücklich erklärt, dass man beim aktuellen BT-50 keinen Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb einführen werde.
Das Umfeld hat sich seitdem weiter verändert. In Australien treten neben den klassischen Diesel-Pick-ups zunehmend Plug-in-Hybridmodelle wie der BYD Shark 6 und neue chinesische Wettbewerber auf. Gleichzeitig sinken die Verkaufszahlen klassischer Diesel-Pick-ups in einigen Bereichen. Der neue BT-50 wird deshalb voraussichtlich in einem deutlich anderen Markt antreten als sein Vorgänger.
Rückkehr zu robusterem Auftritt
Auch beim Design zeichnet sich eine Richtung ab. Eiji Kimoto, Mazdas Chefdesigner und Gestalter des aktuellen BT-50, arbeitet nach Angaben von CarsGuide auch am Nachfolger. Auf die Frage nach dem neuen Modell wollte er keine Einzelheiten nennen und verwies lediglich darauf, dass man sich darauf freuen solle.
Der aktuelle BT-50 (zeigen wir in der Bildergalerie) wurde bewusst stärker an die Mazda-Pkw-Familie angelehnt. Trotz der identischen technischen Basis zum D-Max unterscheidet er sich äußerlich vor allem durch die Frontpartie. Auch der Innenraum wurde eigenständig gestaltet. Für die nächste Generation dürfte Mazda diesen Ansatz beibehalten, gleichzeitig aber die Robustheit eines Nutzfahrzeugs stärker sichtbar machen.
Damit könnte der BT-50 wieder näher an seine ursprüngliche Rolle als klassischer Pick-up rücken. Die ersten beiden Generationen waren noch eng mit dem Ford Ranger verbunden. Erst mit dem 2020 eingeführten Modell wechselte Mazda zu Isuzu als Plattform-Lieferant. Die neue Generation wäre somit die dritte Kooperation innerhalb der jüngeren Pick-up-Geschichte der Marke.
