BMW spendiert der Autobahnpolizei 727 PS
BMW hat den M5 Touring zum Polizeiauto umgebaut. Das könnte bald mit 727 PS, Plug-in-Hybridantrieb und offizieller Polizei-Folierung auf schnelle Streife fahren.
Dieser neue weißblaue Dienstwagen hat es in sich: Unter der Polizei-Folierung steckt nämlich ein echter BMW M5 Touring. Ein 4,4 Liter großer V8-Biturbo arbeitet mit einem Elektromotor zusammen, die Systemleistung beträgt 727 PS. Dazu kommen 1.000 Nm Drehmoment. Das reicht nicht nur, um auf der linken Spur zügig Platz zu schaffen, sondern auch für die eine oder andere schnelle Verfolgungsjagd. Zumindest theoretisch – denn ob die Polizei tatsächlich mit diesem Gerät ausrückt, ist noch offen.
Mehr Folierung für die breiten Backen
Denn BMW M hat den Streifenwagen zunächst als Showcar auf die Räder gestellt. Die Entwickler in Garching wollten zeigen, was passiert, wenn man zwei Welten zusammenbringt: Hochleistungsautos und Behördenfahrzeuge. Das Ergebnis trägt die bekannten Farben Blau, Neongelb und reflektierendes Weiß. Allerdings musste die Folierung eigens angepasst werden. Die breiteren Kotflügel und wuchtigeren Stoßfänger des M5 passen eben nicht in das modische Raster eines gewöhnlichen 5er Touring.
Auch beim Blaulicht hat BMW nachgebessert. Der Lichtbalken fällt flacher aus als bei üblichen Polizeiautos, damit die Aerodynamik möglichst wenig leidet. Schließlich wäre es ärgerlich, wenn der Streifenwagen bei Tempo 250 mehr gegen den Luftwiderstand als gegen Verkehrssünder kämpfen müsste. Ob das Showcar mit dem optionalen M Driver’s Package ausgestattet ist, das die Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 305 km/h anheben kann, ist allerdings nicht bekannt.
Rotes Leder für Polizeibeamte
Ganz fertig für den Polizeialltag ist der M5 noch nicht. Im Innenraum sitzen die Beamten auf roten Ledersitzen – schick, aber vermutlich nicht ganz die erste Wahl für den täglichen Streifendienst. Der übliche Heckausbau für die Polizeiausrüstung fehlt ebenfalls, weil er nicht in den Gepäckraum des M5 passt. Und auch die Waffen hat BMW zu Hause gelassen. Das Auto sieht also gefährlicher aus, als es derzeit ausgerüstet ist.
Immerhin könnte der Plug-in-Hybrid im Alltag einen praktischen Vorteil bieten: Mit bis zu 60 Kilometern elektrischer Reichweite lassen sich kurze Strecken auch ohne laufenden Verbrenner zurücklegen. Wird es ernst, stehen V8 und Elektromotor gemeinsam bereit. Der M5 kann damit sowohl lautlos durch die Stadt rollen als auch auf der Autobahn ordentlich Druck machen.
Italien und Lamborghini als Vorbild
Ob aus dem Showcar ein echter Dienstwagen wird, hängt von den Behörden ab. BMW M schließt das nicht aus. Sascha Eifel, bei BMW M für die Entwicklung von Sonder- und Einsatzfahrzeugen zuständig, erklärte, dass man bei entsprechender Kundennachfrage eine Umsetzung prüfen würde. Sein Team sei jedenfalls schon beim Bau des Showcars hoch motiviert gewesen. Bis der erste M5 Touring tatsächlich mit Blaulicht auf der Autobahn auftaucht, bleibt es also bei dieser eindrucksvollen Drohung auf vier Rädern. Sollte die Polizei bestellen, wäre das allerdings ein Streifenwagen, bei dem sich die Frage "Kann ich den noch abhängen?" vermutlich ziemlich schnell erledigt.
In Italien kann man mit Glück übrigens ebenso schnelle Polizeiautos entdecken. Die blauweißen Lamborghini der italienischen Polizia di Stato sind nämlich tatsächlich im regulären Einsatz, allerdings nicht als gewöhnliche Streifenwagen für jede Autobahnfahrt. Sie werden gezielt für bestimmte Aufgaben eingesetzt, bei denen ihre Leistungsfähigkeit oder ihre besondere Ausstattung gefragt ist. Eine der wichtigsten Aufgaben: Organe und Blutplasma transportieren. Die Huracán besitzt eine spezielle Kühlbox für den eiligen Transport von Spenderorganen. Seit Beginn der Zusammenarbeit 2004 wurden mit den Lamborghini der Polizei mehr als 200 Organtransporte durchgeführt. Außerdem nutzt die Polizei sie bei Veranstaltungen und für die Verkehrserziehung.
