Es ist ein M3 - doch kennen Sie diese Exoten?
BMW M hat im Münchner Stammwerk Produktionsjubiläum gefeiert. Das einmillionste Fahrzeug ist ausgerechnet ein BMW M3. Doch zwischen dem ersten M1 und der Million liegen nicht nur große Stückzahlen. Einige M-Modelle blieben extrem selten.
Das Jubiläumsauto ist ein aktueller BMW M3 in der Individual-Lackierung Feuerorange III. Seit 2020 läuft im Münchner Werk die aktuelle M3-Generation auf Basis des G80/G81 vom Band. Ab 2027 will BMW hier ausschließlich Elektroautos produzieren. Auch der elektrische M3 wird hier entstehen.
Dass ausgerechnet ein M3 die Million vollmacht, passt zur Geschichte der BMW M GmbH. Schließlich entwickelte sich die Modellreihe über mehrere Generationen zu einem wichtigen Standbein der Marke. 2026 feiert der M3 außerdem seinen 40. Geburtstag.
Angefangen hat alles mit 35 Mitarbeitern
Von Stückzahlen in dieser Größenordnung war BMW M zu Beginn weit entfernt. Am 1. Mai 1972 nahm die BMW Motorsport GmbH ihre Arbeit auf. Gerade einmal 35 Mitarbeiter gehörten anfangs zur Mannschaft um Jochen Neerpasch. Im Mittelpunkt stand zunächst der Rennsport. In der Münchner Preußenstraße entstanden unter anderem Rennwagen und Rennmotoren.
Mit der Zeit verlagerte sich ein Teil des Geschäfts auf leistungsstarke Straßenautos. Aus der BMW Motorsport GmbH wurde 1993 schließlich die BMW M GmbH. Dabei muss BMW M allerdings von den sogenannten M-Performance-Modellen unterschieden werden. Autos wie ein M340i oder X3 M50 tragen zwar ebenfalls das M im Namen und fließen in die von BMW veröffentlichten M-Absatzzahlen ein, zählen aber nicht zu den High-Performance-Modellen, auf die sich das Produktionsjubiläum bezieht.
Der BMW M3 entwickelte sich zum Stückzahlbringer
Die wichtigste Rolle auf dem Weg zur Million spielte der M3. BMW entwickelte 1986 den ersten M3 der Baureihe E30 als Homologationsmodell für den Motorsport. 5.000 Straßenautos waren vorgesehen. Die Nachfrage fiel jedoch deutlich größer aus. BMW nennt heute 17.970 weltweit verkaufte Fahrzeuge der ersten M3-Generation.
Mit dem E36 entfernte sich der M3 vom Homologationsgedanken und wurde stärker zum alltagstauglichen Hochleistungsmodell. Neben dem Coupé gab es ihn auch als Limousine und Cabrio. Dieses Prinzip behielt BMW bei den folgenden Generationen grundsätzlich bei und baute das Angebot immer weiter aus.
Besonders erfolgreich war der M3 der Baureihe E46. Zwischen 2000 und 2006 entstanden insgesamt 85.139 Exemplare. Laut BMW ist der E46 damit bis heute das meistverkaufte Modell der M-Geschichte. Mehr als 30.000 davon entfielen allein auf das Cabrio.
Danach folgte eine Abweichung vom traditionellen Rezept: Die Generation E90/E92/E93 bekam statt eines Reihensechszylinders einen V8. Mit dem Nachfolger teilte BMW die Modellfamilie schließlich auf. Die Limousine behielt als F80 den Namen M3, Coupé und Cabrio wurden zum M4. Diese Trennung besteht bis heute. Gleichzeitig hat BMW das Angebot noch einmal erweitert. Mit der aktuellen Generation gibt es erstmals einen M3 Touring.
Der M1 blieb ein Exot
Während M3 und Co. die Stückzahlen nach oben trieben, brachte BMW M immer wieder Autos auf die Straße, die selten blieben. Der bekannteste frühe Vertreter ist der M1. Der Mittelmotor-Sportwagen wurde ursprünglich für den Motorsport entwickelt und 1978 vorgestellt. Für die Homologation war eine Serie von 400 Fahrzeugen vorgesehen. Zwischen 1978 und 1981 entstanden letztlich insgesamt 453 BMW M1 . Damit ist der M1 selbst mehr als vier Jahrzehnte später ein Exot. Noch erheblich seltener ist allerdings ein M3, der äußerlich auf der erfolgreichen E46-Generation basiert.
Zehn M3 mit V8
Der BMW M3 GTR entstand 2001 ebenfalls vor dem Hintergrund des Motorsports. Anders als der reguläre E46 M3 mit seinem 3,2-Liter-Reihensechszylinder erhielt der GTR einen Vierliter-V8. Für den Einsatz im Rennsport musste BMW eine entsprechende Straßenversion auflegen.
Die Kleinserie umfasste laut BMW Group Classic lediglich zehn Fahrzeuge. Der V8 leistete in der Straßenausführung 380 PS, geschaltet wurde über ein manuelles Sechsganggetriebe. BMW gab für das Auto damals einen Preis von 250.000 Euro an.
