Wer SO parkt, wird in Frankreich „eingesperrt“
Ein Autofahrer hat seinen 1er BMW in der französischen Gemeinde Blâmont genau auf einer weißen Markierung abgestellt und damit zwei Parkplätze belegt. Die Gemeinde ließ das Auto daraufhin mit Metallgittern umstellen und veröffentlichte Fotos der Aktion bei Facebook.
Der Fahrer soll nicht zum ersten Mal durch sein Parkverhalten aufgefallen sein. Auf den zunächst vorgesehenen Abschleppdienst verzichtete die Verwaltung. Ob zusätzlich ein Bußgeld verhängt wurde, ist nicht bekannt.
Gemeinde erklärt Falschparker zum "Weltmeister"
Blâmont liegt im Département Meurthe-et-Moselle im Nordosten Frankreichs. Die Verwaltung kommentierte den Vorfall in einem vollständig ironisch formulierten Facebook-Beitrag. Übersetzt lautet das Posting:
🏆 Weltmeister im Parken 👇
👉 In Blâmont schätzt man das kulturelle Erbe, die historischen Gebäude und die Künstler des Parkens.
Heute geht eine besondere Auszeichnung an dieses bemerkenswerte Exemplar der Kategorie "exakt auf der weißen Linie". Zwei Stellplätze zum Preis von einem, eine nahezu chirurgisch präzise Platzierung und eine Jury der Gemeinde, die zwischen Bewunderung und Tränen schwankte.
👉 Angesichts eines solchen Meisterwerks wurde der Abschleppdienst schließlich abbestellt. Stattdessen musste der technische Dienst den Bereich absichern, um dieses seltene Exemplar zu schützen, das nicht zum ersten Mal auf diese Weise auffällt.
👉 Der Fahrer darf mit seinem Fahrzeug unter einer einzigen Bedingung wieder losfahren. Er muss sich dringend bei Optic’Chic in Lunéville einer Augenuntersuchung unterziehen, damit er wieder lernt, die Markierungslinien auf dem Boden zu erkennen.
Die Aufforderung zu einer Augenuntersuchung war keine behördliche Auflage, sondern Teil der öffentlichen Reaktion der Gemeinde. Das Fahrzeug wurde weder beschlagnahmt noch auf einen Verwahrplatz gebracht.
Blâmont griff schon einmal zu Absperrgittern
Bereits am 21.7.2026 hatte die Gemeinde ein unzulässig abgestelltes Auto mit vier Metallgittern umgeben. Der Pkw stand über Nacht auf einer kommunalen Rasenfläche, obwohl sich wenige Meter entfernt ein regulärer Parkplatz befand.
Bürgermeister Yann Durand ließ das Fahrzeug am folgenden Morgen umstellen. Nach einem Bericht der französischen Regionalzeitung "L’Est Républicain" hatte er zunächst auch über den Einsatz von Farbe nachgedacht. Um die Karosserie nicht zu beschädigen, entschied er sich jedoch für die Absperrgitter.
Diese Bußgelder drohen in Frankreich
Behinderndes Parken kann in Frankreich mit einem Bußgeld von 35 Euro geahndet werden. Bei gefährlichem Parken sind 135 Euro möglich. Die Behörden dürfen ein Fahrzeug zudem abschleppen lassen. Zum Bußgeld kommen dann die Kosten für den Abtransport und die Verwahrung hinzu.
Wer eine angeordnete Abschleppmaßnahme aktiv behindert, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro. Nach französischem Recht ist außerdem eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten möglich.
