US-Marshals versteigern Lambos, Ferraris und Viper
Clayton Lloyd Iley baute eine Sammlung mit mehr als 90 Exoten, Klassikern und Militärfahrzeugen auf – und muss nun zusehen, wie die US Marshals seine Autos verkaufen. Die Erlöse sollen den Opfern seines Betrugs zugutekommen.
Clayton Lloyd Iley muss für 160 Monate (13,3 Jahre) ins US-Bundesgefängnis. Der 41-jährige Geschäftsmann aus Stephenville im Bundesstaat Texas bekannte sich des Überweisungsbetrugs und des schweren Identitätsdiebstahls schuldig.
Seine große Autosammlung ist beschlagnahmt. Die US-Behörden wollen mehr als 90 Fahrzeuge verkaufen, die Iley nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit Einnahmen aus seinen Betrugsgeschäften kaufte.
Ferrari, Lamborghini und Maserati
Zur Sammlung gehören unter anderem zwei Ferrari 488, drei Maserati MC20, zwei Lamborghini Huracán und zwei weitere Lamborghini. Einer davon ist ein Aventador.
Dazu kommen eine Dodge SRT Viper von 2014, ein Porsche Taycan, ein Toyota Tundra und ein Jeep Gladiator. Auch klassische US-Autos stehen in der Sammlung: ein Pontiac Firebird von 1968, ein Plymouth von 1973, ein Pontiac Trans Am von 1979 und drei Chevrolet Camaro.
Schwere Militärfahrzeuge im Bestand
Iley sammelte nicht nur italienische Sportwagen und amerikanische Muscle-Cars. Zu seinem Fuhrpark gehören auch ein AM General Humvee und ein BMY M923A. Der M923A ist ein militärischer 6x6-Lastwagen mit fünf Tonnen Nutzlast.
Fingiertes Kreditprogramm
Iley betrieb laut den US-Staatsanwälten mehrere Versicherungs- und Wertpapierfirmen. Zwischen Januar 2020 und Mai 2026 soll er über diese Firmen ein Betrugssystem aufgebaut haben.
Ein Teil des Geschäfts lief über ein erfundenes Kreditprogramm namens "Bonded Note". Iley behauptete demnach, das US-Verteidigungsministerium stelle dieses Programm privaten Militärdienstleistern zur Verfügung. Mehr als zwei Millionen US-Dollar soll er damit von Teilnehmern ergaunert haben.
Versicherungen ohne Policen
Zusätzlich kassierte Iley Versicherungsbeiträge, ohne für seine Kunden die versprochenen Policen abzuschließen. Persönliche Daten seiner Opfer nutzte er laut Anklage außerdem, um ohne deren Wissen Kreditkarten zu eröffnen.
Mit den Kreditkarten soll er Geld in seine Firmenkonten geleitet und private Ausgaben bezahlt haben. Dazu gehörten auch die Fahrzeuge seiner Sammlung.
17 Autos unter vorläufiger Einziehungsanordnung
Die Behörden haben bislang eine vorläufige Einziehungsanordnung für 17 Fahrzeuge erwirkt. Diese Liste umfasst die bisher bekannt gewordenen Lamborghini, Ferrari, Maserati, die Viper, den Taycan, den Tundra, den Gladiator, den Firebird und die Militärfahrzeuge.
Die Zahl von mehr als 90 Fahrzeugen bezieht sich auf die gesamte Sammlung, die Iley im Rahmen seiner Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft abgeben musste. Einige Autos gingen zur Schadensregulierung direkt an Banken, wie Sean Malecha, U.S. Marshal im Northern District of Texas, betont. Damit muss nicht jedes Fahrzeug aus dem Gesamtbestand in derselben Auktion auftauchen.
Noch kein Auktionstermin
Die US Marshals haben bislang keinen Termin und kein konkretes Auktionshaus bestätigt. Auch das Verkaufsverfahren steht noch nicht fest.
Apple Auctioneering Company plant zwar eine Auktion der US Marshals zwischen dem 27. Oktober und dem 3. November. Ob diese Veranstaltung Ileys Fahrzeuge umfasst, bleibt offen. Die vorläufige Inventarliste lag nach dem bisherigen Stand noch nicht vor.
Die Behörden wollen mit den Verkaufserlösen möglichst viel Geld für die Geschädigten zurückholen.
