Volkswagen holt Gotion in seine Gigafabrik in Spanien
Volkswagen und der chinesische Batteriehersteller Gotion wollen die Zellfabrik im spanischen Sagunto künftig gemeinsam betreiben. Die Anlage bei Valencia befindet sich im Bau und soll 2027 die Produktion aufnehmen.
VW behält über seine Batteriesparte PowerCo die Mehrheit, gibt aber fast die Hälfte des Werks an seinen langjährigen Partner aus China ab. Gotion will rund 1,1 Milliarden Euro investieren und dafür 49 Prozent der Anteile erhalten. PowerCo hält die übrigen 51 Prozent. Beide Unternehmen sollen die Fabrik gemeinsam führen. Für Volkswagen ist es der erste Schritt dieser Art in Europa.
Sagunto soll 2027 Batteriezellen liefern
An den Plänen für das Werk soll sich durch den Einstieg nichts ändern. Laut der spanischen Nachrichtenagentur EFE bleiben Investitionen von mehr als 2,3 Milliarden Euro und mehr als 1.500 direkte Arbeitsplätze in der ersten Ausbaustufe vorgesehen. Die ersten zwei Produktionsblöcke sollen zusammen eine Jahreskapazität von 30 Gigawattstunden erreichen.
In Sagunto sollen Batteriezellen mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie, kurz LFP, gefertigt werden. Sie basieren auf der Einheitszelle von PowerCo, die Volkswagen für verschiedene Elektroautos vorgesehen hat. Gotion liefert dem Konzern bereits Zellen. Die Unternehmen arbeiten seit 2020 zusammen.
PowerCo steigt bei zwei Gotion-Projekten ein
Der Vertrag beschränkt sich nicht auf die spanische Fabrik. PowerCo soll im Gegenzug jeweils 49 Prozent an zwei weiteren Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Eines betrifft die Zellfabrik von Gotion im slowakischen Šurany. Sie soll LFP-Zellen für Elektroautos und stationäre Energiespeicher herstellen.
Am zweiten Standort im marokkanischen Kenitra ist eine neue Fabrik für LFP-Kathodenmaterial geplant. Dieses Material wird für die Herstellung der Batteriezellen benötigt. Gotion hält an beiden Standorten jeweils die Mehrheit. PowerCo will für seine Beteiligungen in der Slowakei und in Marokko bis 2030 insgesamt rund 470 Millionen Euro aufbringen. Produktionskapazitäten und einen Starttermin für Kenitra nannte Volkswagen nicht.
Für VW verteilt der Vertrag die hohen Kosten der Batteriefertigung auf zwei Unternehmen. Gleichzeitig erhält Gotion eine direkte Beteiligung an einer europäischen VW-Fabrik. Welche Aufgaben die Partner beim Betrieb und bei der Technik im Einzelnen übernehmen, lässt sich aus der veröffentlichten Vereinbarung noch nicht ablesen. Die drei Gemeinschaftsunternehmen müssen zudem noch genehmigt werden; erforderlich ist auch die Zustimmung der Gotion-Hauptversammlung.
VW verkauft einen Teil seiner Gotion-Anteile
Parallel dazu hat Volkswagen den Verkauf eines Teils seiner bisherigen Beteiligung an Gotion vereinbart. Der Anteil entspricht nach Konzernangaben 5,3 Prozentpunkten. VW will auch nach dem Verkauf an Gotion beteiligt bleiben. Seine ausgeübten Stimmrechte und seine Vertretung im Verwaltungsrat sollen sich dadurch laut Volkswagen nicht ändern. Auch diese Transaktion steht noch unter Genehmigungsvorbehalt.
