97 Prozent Zufriedenheit mit E-Autos
97 Prozent der E-Auto-Fahrer in Deutschland sind mit ihrem Wagen zufrieden oder sehr zufrieden. Eine ADAC-Umfrage zeigt aber auch, was im Alltag weiter nervt – von Ladepreisen bis Sicherheit am Ladepark.
Der ADAC hat 1.060 Menschen in Deutschland online befragt, die ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV, also ein reines Elektroauto ohne Verbrenner) im Haushalt haben. Für knapp drei Viertel war das aktuelle Elektroauto das erste E-Auto im Haushalt.
Der Umstieg gelingt dabei meist ohne großen Frust. Über 90 Prozent beschrieben den Wechsel vom Verbrenner auf ein Elektroauto als Erstwagen als einfach oder sehr einfach.
Das erklärt den starken Wert bei der Elektroauto Zufriedenheit: 70 Prozent sind sehr zufrieden, 27 Prozent zufrieden. Unzufrieden ist nur knapp 1 Prozent – das ist ungefähr einer von hundert Befragten.
Reichweite bleibt ein Reizthema
Bei der Reichweite Elektroauto sagen viele: passt. Über die Hälfte kommt mit Abweichungen zwischen Herstellerangaben und tatsächlich erreichbarer Reichweite gut zurecht.
Ganz weg ist das Thema aber nicht. Jeweils 24 Prozent empfinden die Abweichungen als Problem oder fühlen sich dadurch teilweise gestört.
Besonders sichtbar wird das bei temperaturabhängiger Reichweite, also dem Unterschied zwischen warmen und kalten Tagen. Jeder Vierte findet die Differenzen zwischen Sommer- und Winterreichweite störend oder sehr störend, weitere 29 Prozent ärgern sich zumindest gelegentlich.
Laden nervt bei Preis und Gefühl
Bei der Ladeinfrastruktur Deutschland fällt das Bild gemischt aus. Fast zwei Drittel der Nutzer öffentlicher Ladesäulen sind zufrieden oder sehr zufrieden, gleichzeitig hält rund jeder Vierte Ladepreise Transparenz und Preisniveau für verbesserungswürdig.
Die Größenordnung ist inzwischen groß: Im Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur waren zum 1. August 2026 insgesamt 156.399 Normalladepunkte (AC, also Wechselstrom) und 55.665 Schnellladepunkte (DC, also Gleichstrom) gemeldet. Zusammen ergibt das eine bereitstellbare Ladeleistung von 9,22 Gigawatt – das ist in etwa die Größenordnung mehrerer großer Kraftwerksblöcke.
Beim Bezahlen zeigt sich, warum Bezahlmethoden Ladesäule ein Thema bleiben. Am häufigsten zahlen Nutzer per App oder Ladekarte, mehr als ein Drittel auch schon direkt per Bank- oder Kreditkarte; wären die Preise gleich, würde je rund ein Viertel am liebsten per App oder Karte zahlen. Für viele spielt zusätzlich das Sicherheitsgefühl eine Rolle: 56 Prozent ändern nachts ihr Ladeverhalten, bei Frauen Ladesäulen Sicherheit sogar 67 Prozent; als hilfreich gelten bessere Beleuchtung oder Videoüberwachung, bei Frauen außerdem häufiger Personal vor Ort oder eine günstigere Standortlage.
Welche Tarife Fahrer wählen
Bei der Tarifwahl dominiert Flexibilität. 42 Prozent laden ad hoc, also ohne Tarifbindung, und 40 Prozent nutzen einen Tarif ohne Grundgebühr.
Ein Tarif mit Grundgebühr ist seltener. Nur 14 Prozent der Befragten haben ein Modell mit monatlicher Fixgebühr abgeschlossen.
Dass viele ohne Bindung laden, passt zu einem weiteren Problem: Preise sind unterwegs schwer vergleichbar. In einer Übersicht zu öffentlichen Ladetarifen wird als Grund genannt, dass viele Ladesäulen die Preise nicht so sichtbar ausweisen wie Zapfsäulen an der Tankstelle – und dass sich die Kosten je nach Zugang, Roaming und Abo deutlich unterscheiden können.
Was Betreiber konkret besser machen könnten
Die Umfrage zeigt zwei klare Baustellen, die direkt am Standort liegen. Beim Preis geht es um transparente und nachvollziehbare Tarife, nicht nur um "billiger".
Beim Thema Sicherheit sind es vor allem einfache Maßnahmen, die Fahrer nennen. Über 60 Prozent wünschen sich bessere Beleuchtung oder Videoüberwachung am Ladepark.
Für den deutschen Markt ist das relevant, weil der Ausbau zwar weit ist, aber Akzeptanz am Detail hängt. Wenn sich Ladepunkte nachts unsicher anfühlen oder Preise schwer vergleichbar sind, bleibt ein Teil der Infrastruktur für viele nur zweite Wahl.
