Autobahnring wird für 57 Stunden vollständig gesperrt
Die A99 bei München wird im November für 57 Stunden vollständig gesperrt. Grund ist der Abriss einer maroden Brücke bei Haar. Weil für den Verkehr keine ausreichend leistungsfähigen Umleitungen zur Verfügung stehen, wird sogar eine vorübergehende Aufhebung von Lkw- und Dieselfahrverboten geprüft.
Die Vollsperrung beginnt am Freitag, 20.11.2026, um 20:00 Uhr und dauert bis Montag, 23.11.2026, um 05:00 Uhr. Betroffen ist die A99 zwischen den Autobahnkreuzen München-Ost und München-Süd in beiden Fahrtrichtungen. Auch die Anschlussstellen Haar, Hohenbrunn und Ottobrunn liegen im gesperrten Abschnitt.
Die Autobahn GmbH muss die Brücke abreißen, über die die B304 bei Haar die A99 überquert. Das 1973 errichtete Bauwerk weist erhebliche Schäden auf. Während der Abbrucharbeiten muss die darunterliegende Autobahn aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt werden. Der Verkehr auf der B304 kann dagegen eine bereits errichtete Behelfsbrücke nutzen.
Umleitungen führen über die B471 und durch München
Die A99 verbindet im Osten und Süden Münchens wichtige Autobahnen, darunter die A94, A8 und A995. Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es keine einzelne Umleitungsstrecke, die den gesamten Verkehr des gesperrten Abschnitts aufnehmen könnte. Entsprechend wird mit erheblichen Behinderungen auf den umliegenden Bundes- und Landstraßen gerechnet.
Besonders betroffen sind die B471 sowie Straßen im Münchner Osten und Süden. Auch auf dem Mittleren Ring dürfte das Verkehrsaufkommen steigen. Für den überregionalen Verkehr sind großräumige Umfahrungen vorgesehen. Autofahrer, deren Ziel nicht im Großraum München liegt, sollen möglichst frühzeitig auf alternative Autobahnverbindungen ausweichen.
München prüft Ausnahmen von Diesel- und Lkw-Fahrverboten
Um zusätzliche Ausweichmöglichkeiten zu schaffen, wird eine vorübergehende Aufhebung bestimmter Fahrverbote geprüft. Dabei geht es insbesondere um Einschränkungen für Lastwagen und ältere Dieselfahrzeuge im Münchner Stadtgebiet.
Hintergrund sind die bestehenden Durchfahrtsbeschränkungen, die eine Verlagerung des Autobahnverkehrs auf einzelne innerstädtische Straßen erschweren. Welche Verbote während der Sperrung tatsächlich ausgesetzt werden und welche Strecken davon betroffen wären, ist noch nicht abschließend entschieden. Bis zur offiziellen Bekanntgabe entsprechender Ausnahmen gelten die bisherigen Verkehrsregeln unverändert.
Brücke von 1973 muss vorzeitig ersetzt werden
Bei einer Bauwerksprüfung im Mai 2025 wurde festgestellt, dass sich der Zustand der B304-Brücke erheblich verschlechtert hatte. Nach Angaben der Autobahn GmbH haben insbesondere die hohe Verkehrsbelastung und Streusalz zu den Schäden beigetragen. Ursprünglich war der Ersatz im Zusammenhang mit dem geplanten achtstreifigen Ausbau der A99 vorgesehen. Wegen des schlechten Zustands wurde das Projekt vorgezogen.
Die Verkehrsbelastung ist hoch. Auf der B304-Brücke fahren täglich rund 38.000 Fahrzeuge, auf der darunterliegenden A99 etwa 96.000. Damit der Verkehr auf der Bundesstraße während der Bauarbeiten weiterfließen kann, wurde südlich des alten Bauwerks eine Behelfsbrücke errichtet. Seit Ende August 2026 wird die B304 darüber geführt.
Neue Brücke kostet insgesamt rund 30 Millionen Euro
Nach dem Abriss wird die neue Überführung errichtet. Sie erhält die bisherige Anzahl an Fahrstreifen, allerdings mit angepassten Breiten. Der gemeinsame Geh- und Radweg wird von 2,5 auf drei Meter verbreitert. Die Konstruktion ist bereits auf einen möglichen späteren Ausbau der A99 ausgelegt.
Die Autobahn GmbH beziffert die Gesamtkosten, einschließlich Behelfsbrücke, Abriss und begleitender Maßnahmen auf rund 30 Millionen Euro. Die vollständige Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.
