Traktor jagt Rekord am Red Bull Ring
Ein Valtra T236 hat auf dem Red Bull Ring eine Runde in 3:36,4 Minuten absolviert und auf der Zielgeraden 87 km/h erreicht. Der 245 PS starke Ackerschlepper fuhr damit die bislang schnellste aufgezeichnete Traktorrunde auf der Formel-1-Strecke.
Ein Traktor gehört auf den Acker, nicht auf eine Grand-Prix-Strecke. Valtra sieht das offenbar anders und schickte seinen neuen T236 auf den Red Bull Ring im österreichischen Spielberg.
Laut TractorEvolution umrundete der 245 PS starke Ackerschlepper die 4,318 Kilometer lange Strecke in 3:36,4 Minuten. Auf der langen Zielgeraden erreichte er 87 km/h. Valtra führt die Zeit als schnellste aufgezeichnete Traktorrunde auf dem Red Bull Ring. Die Geschwindigkeit prüfte Red Bull Racing laut Valtra unabhängig.
7,5-Liter-Diesel mit 1.184 Newtonmeter
Im T236 arbeitet ein 7,5 Liter großer Sechszylinder-Diesel aus der CORE75-Baureihe von AGCO Power. Das Topmodell der sechsten T-Generation entwickelt bis zu 1.184 Newtonmeter Drehmoment.
Die Kraft gelangt über große Hinterräder mit Nokian-Reifen auf den Asphalt. Das Unternehmen entwickelte die Bereifung nicht für Rennwagen, sondern für schwere Lasten, hohe Zugkräfte und wechselnde Untergründe.
Auf dem Red Bull Ring kommen weitere Herausforderungen hinzu. Bei 87 km/h belasten die hohen Radlasten, die Lenkbewegungen und die Bremsmanöver Fahrwerk, Reifen und Antrieb deutlich stärker als bei einem üblichen Einsatz auf dem Feld.
87 km/h bleiben eine Demonstration
Serienmäßig fährt der T236 je nach Ausführung und Zulassung maximal 40, 50 oder 57 km/h. Die 87 km/h aus Spielberg erreicht der Traktor bei einer kontrollierten Fahrt mit professioneller Vorbereitung.
Die Rekordfahrt sagt deshalb nichts über eine zulässige Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr aus. Sie zeigt vielmehr, welche Reserven der Antrieb und die Konstruktion unter besonderen Bedingungen bieten.
Die Kamera begleitet den T236 durch die Kurven des Red Bull Rings. Besonders ungewöhnlich wirkt der schwere Schlepper in den schnellen Richtungswechseln, wo Rennwagen natürlich mit deutlich höherem Tempo durch die österreichischen Hügel fliegen.
Auch auf dem Acker fährt der T236 schnell
Valtra nutzte denselben T236 außerdem für einen zweiten Geschwindigkeitstest. Gemeinsam mit einem Tempo-Präzisionssägerät von Väderstad erreichte der Traktor auf einem Feld im Westen Deutschlands 40,125 km/h.
Dabei hielt die Kombination laut Valtra eine Pflanzgenauigkeit von mehr als 95 Prozent. Mehrere Maissorten kamen zum Einsatz, während eine Applikationskarte die Aussaat steuerte.
Für die Messung nutzte das Team optische Lichtschranken. Die Technik erfasste die Geschwindigkeit bei mehreren Überfahrten und stützte sich damit nicht nur auf die Anzeige im Traktor oder auf Satellitendaten.
Ballast und Reifendruck
Für den Feldversuch stattete Valtra den Traktor mit Nokian-Soil-King-Reifen aus. Beide Achsen rollten mit einem Luftdruck von 0,8 bar.
Zusätzlich montierte das Team ein 1.800 Kilogramm schweres Frontgewicht sowie je 500 Kilogramm Radgewichte an den Hinterrädern. Der Ballast erhöhte das Gesamtgewicht um 2.800 Kilogramm und unterstützte Traktion sowie Stabilität.
Die niedrige Reifenfüllung vergrößerte die Aufstandsfläche. Sie allein entscheidet aber nicht über die Belastung des Bodens. Dafür spielen auch Achslast, Reifenbauart, Bodenfeuchte und die Zahl der Überfahrten eine wichtige Rolle.
Neue T-Serie mit zwei Getrieben
Die sechste Generation der Valtra T-Serie umfasst sechs Modelle mit 170 bis 245 PS. Alle Varianten nutzen den 7,5-Liter-Sechszylinder von AGCO Power.
Käufer wählen zwischen einem stufenlosen Getriebe und einer neuen Zehngang-Lastschaltung. Drei Fahrmodi mit den Bezeichnungen Eco, Normal und Power passen die Antriebscharakteristik an unterschiedliche Einsätze an.
Im Fahrerhaus arbeitet das SmartTouch-Gen2-System mit einem 12-Zoll-Touchscreen. Die PTx-FarmENGAGE-Technik übernimmt die Vernetzung und das Management digitaler Felddaten.
