Der RCZ kehrt endlich zurück
Peugeot belebt den RCZ als elektrische Studie mit 500 PS, Festkörperbatterie und bis zu 600 Kilometern Reichweite neu. Der RCZ Vision verbindet typische Merkmale des früheren Coupés mit einer digitalen Bedienung, 1.000-Volt-Technik und einem Ausblick auf künftige Peugeot-Modelle.
Peugeot holt den RCZ zurück – zunächst als Studie. Der RCZ Vision trägt die Grundidee des früheren Sportcoupés in eine elektrische Zukunft und verbindet sie mit einer neuen Designsprache sowie mehreren technischen Premieren für die Marke. Der Hersteller nutzt den RCZ Vision vor allem als Design- und Technologieträger für kommende Modelle.
Der erste RCZ kam fast unverändert
Der erste Peugeot RCZ entstand zwischen 2010 und 2015. Die Begeisterung für die Studie 308 RCZ fiel so groß aus, dass Peugeot das Coupé fast unverändert in Serie brachte. Magna Steyr fertigte den Zweitürer in Österreich.
Das auffälligste Detail bildete das Double-Bubble-Dach mit seinen beiden Wölbungen in Dach und Heckscheibe. Dazu kamen eine breite, flache Karosserie und ein ausfahrbarer Heckspoiler. Peugeot teilte sich die technische Basis mit dem ersten 308, verlieh dem Coupé aber eine deutlich eigenständigere Form.
Der RCZ R setzte den Schlusspunkt
Die stärkste Variante hieß RCZ R. Peugeot holte 270 PS aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner und kombinierte den Motor mit einem mechanischen Torsen-Sperrdifferenzial sowie einem straffen Sportfahrwerk.
Vom RCZ R entstanden weltweit nur 3.054 Exemplare. Nach dem Produktionsende entwickelte Peugeot keinen direkten Nachfolger. Mit dem RCZ Vision kehrt die Baureihe nun zumindest als elektrische Designstudie zurück.
Gläserne Blase und breite Schultern
Der RCZ Vision greift die wichtigsten Gestaltungselemente des Originals auf, interpretiert sie aber deutlich futuristischer. Die gläserne Dachpartie zieht sich vom vorderen Bereich bis zum Heck. Die Double-Bubble-Form bleibt erhalten und schafft laut Peugeot mehr Platz für die Fondpassagiere.
Breite Schultern, stark modellierte Flanken und eine schmale Kabine geben der Studie eine gespannte Haltung. Peugeot legt das Dach weit über die Karosserie und setzt die Cockpit-Bügel schmaler sowie scheinbar schwebend darüber.
Die Karosserie steht auf geschmiedeten Aluminiumrädern in der Dimension 21 Zoll an der Vorderachse und 22 Zoll hinten. Kleine Dreiecke rund um die Felgen erinnern an die Räder des ersten RCZ. Eine Lackierung mit recyceltem Aluminium ersetzt bei den Bügeln massives Aluminium.
Drei Krallen und ein unsichtbarer Spoiler
Peugeot entwickelt seine typische Lichtsignatur für den RCZ Vision weiter. Drei sehr schmale, waagerechte Leuchtstreifen sitzen an Front und Heck. An der Front ergänzt ein kompakter Thin-Lens-LED-Scheinwerfer den Blick des Löwen.
Im Stoßfänger leuchtet ein RCZ-Schriftzug. Die Lufteinlässe tragen fein modellierte RCZ-Motive. Am Heck integrieren die drei Lichtstreifen sämtliche Funktionen, während der aktive Spoiler bei stehendem Auto unsichtbar bleibt und erst während der Fahrt ausfährt.
500 PS aus dem Elektroantrieb
Der RCZ Vision nutzt eine Architektur auf Grundlage der modularen Fahrzeugarchitektur STLA One. Peugeot kombiniert sie mit einem Elektroantrieb, der 500 PS leisten soll. Bis zu 600 Kilometer Reichweite stehen im Datenblatt.
Die 110 Millimeter dünne Festkörperbatterie entstand in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Festkörperbatterie-Spezialisten Factorial Energy. Peugeot verbindet sie mit einer 1.000-Volt-Architektur und verspricht eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in weniger als zehn Minuten.
Beim Verbrauch peilt Peugeot 11,5 kWh pro 100 Kilometer nach WLTP an. Der Hersteller weist allerdings darauf hin, dass dieser Wert noch nicht endgültig feststeht. Die Kombination aus flacher Batterie, aerodynamischer Karosserie und geringem Gewicht soll den niedrigen Verbrauch ermöglichen.
Steer-by-Wire
Der RCZ Vision verzichtet beim Lenken auf eine mechanische Verbindung zwischen Bedienung und Vorderrädern. Das viereckige Hypersquare-Lenkrad arbeitet mit Steer-by-Wire und passt die Übersetzung an die Geschwindigkeit an.
Bei niedriger Geschwindigkeit genügt etwas weniger als eine Lenkradumdrehung für Manöver. Bei höherem Tempo reduziert das System die Übersetzung und filtert Vibrationen aus dem Fahrbahnbelag heraus.
Peugeot stattet die Studie außerdem mit Brake-by-Wire aus. Die Elektronik ersetzt die hydraulische Verbindung zwischen Bremspedal und Bremsanlage. Dadurch kann das System die Verzögerung und die Rekuperation feiner aufeinander abstimmen.
Das Hypersquare kommt in den E-208
Das Hypersquare besteht aus einer kompakten, rechteckigen Bedieneinheit mit vier Ringen. Über die Ringe lassen sich Funktionen bedienen, ohne die Hände von der Steuerung zu nehmen.
Im RCZ Vision arbeitet bereits die Serienversion des Hypersquare. Peugeot will sie auch im nächsten E-208 einsetzen. Die Studie dient damit nicht nur als futuristische Fingerübung, sondern zeigt eine Bedienung, die bald eins zu eins in einem deutlich kleineren Serienmodell auftauchen soll.
Transparente Displays statt Bildschirmflut
Peugeot setzt beim i-Cockpit auf transparente Micro-LED-Anzeigen. Ein Display oberhalb des Hypersquare stellt wichtige Fahrinformationen direkt ins Blickfeld des Fahrers. Ein weiterer, vertikal ausgerichteter Bildschirm schwebt in der Mitte des Armaturenbretts und übernimmt Navigation sowie Infotainment.
Der zentrale Bildschirm kann bei Bedarf aus dem Sichtfeld verschwinden. Seine transparente Struktur lässt ihn nahezu unsichtbar erscheinen, wenn der Fahrer ihn nicht benötigt.
Der RCZ Vision unterstützt außerdem automatisiertes Fahren nach Level 2++. Eine freihändige Funktion soll Fahrten in der Stadt und auf Landstraßen erleichtern.
Vier Sitze und ein französischer Zeitmesser
Der RCZ Vision besitzt vier Einzelsitze. Peugeot verspricht im Fond Platz für zwei Erwachsene. Klappbare Rücksitzlehnen vergrößern den Stauraum.
Der Innenraum kombiniert Alcantara mit Pelinova. Das Material entsteht aus ungenutzten Lederresten aus der Lederwarenindustrie und soll Haptik sowie Geruch von echtem Leder mit einem geringeren Materialeinsatz verbinden.
Auf der Mittelkonsole sitzen physische Bedienelemente für Fahrmodi und Klimatisierung. Aluminium und eine mattierte Glasfläche geben dem Bereich einen technischen Charakter. Eine Uhr der französischen Manufaktur Serica ist in die Halterung des zentralen Displays integriert.
Einen Termin für ein Serienmodell gibt Peugeot nicht an. Auch eine verbindliche Produktionszusage fehlt.
