E-Car von Opel für 15.000 Euro
Stellantis plant neue Elektro-Kleinwagen wie die Neuauflage der Citroën 2CV Ente. Ein weiteres Modell könnte ein neuer Opel Agila sein.
Der neue Citroën 2CV und der elektrische Fiat Koala sollen ab 2028 das Einstiegssegment bei Stellantis erweitern. Auch Opel könnte einen kleinen Stromer auf derselben technischen Basis entwickeln und dafür einen bekannten Namen zurückholen. Darüber spekuliert unter anderem das italienische Online-Magazin Quattroruote. Nicht ganz unbegründet, denn bei einer Stellantis-Präsentation im Mai wurde bei der Vorstellung des E-Car-Projekts eine Grafik mit drei Modellen vorgestellt, darunter eines, bei dem der Heckabschluss an die charakteristische Form des Opel Agila erinnert.
Drei Modelle angekündigt
Nach der Ankündigung des Projekts im Mai 2026 nahm die Modellfamilie im Herbst konkretere Formen an: Citroën zeigte in Paris eine Studie als Vorboten einer neuen 2CV, Fiat bereitet ein Schwestermodell vor, das unter dem Namen Koala gehandelt wird. Beide Fahrzeuge sollen 2028 auf den Markt kommen und sich an einem angestrebten Einstiegspreis von rund 15.000 Euro orientieren. Als Produktionsstandort ist das italienische Werk Pomigliano d’Arco vorgesehen.
Als Kandidat für ein weiteres Modell bietet sich der Opel Agila an. Der ursprüngliche Agila steht für einen kleinen, hoch bauenden Fünftürer mit möglichst guter Raumausnutzung auf geringer Verkehrsfläche. Eine Neuauflage könnte diese Grundidee aufgreifen und mit der Gestaltung aktueller Opel-Modelle verbinden.
Entwicklung mit Leapmotor
Die angekündigte E-Car-Plattform von Stellantis ist für kleine, erschwingliche Elektroautos ausgelegt und soll mit ausgewählten Technologiepartnern entwickelt werden. Medienberichte bringen dabei auch eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor ins Spiel.
Mit einer Länge von deutlich unter vier Metern könnte ein neuer Agila die Lücke zwischen dem Rocks-E und dem elektrischen Corsa besetzen. Die Pariser Citroën-Studie misst 3,76 Meter. Für einen Opel auf derselben technischen Basis wäre eine ähnliche Größenordnung plausibel.
Auch bei Batteriegröße, Reichweite, Ladeleistung und Motorleistung gibt es noch keine belastbaren Angaben. Für den angestrebten Preis dürften eine kompakte Batterie, eine auf den Stadt- und Pendelverkehr ausgelegte Reichweite sowie eine einfache Ausstattung eine wichtige Rolle spielen. Ein Smartphone-Halter statt eines großen Infotainment-Bildschirms wäre ebenso denkbar wie ein übersichtlich gestaltetes Cockpit mit wenigen Bedienelementen.
Der Ur-Agila
Der Opel Agila kam 2000 auf den Markt und wurde bis 2014 in zwei Generationen gebaut. Die erste Baureihe entstand in Kooperation mit Suzuki und war eng mit dem Wagon R+ verwandt. Mit rund 3,50 Metern Länge, einer Höhe von etwa 1,70 Metern und einem Radstand von 2,36 Metern nutzte der kleine Hochdachwagen seine Grundfläche konsequent für den Innenraum. Zum Einsatz kamen zunächst Benzinmotoren mit einem Liter und 1,2 Liter Hubraum; später ergänzte ein 1,3-Liter-Diesel das Angebot. Die zweite Generation erschien 2007 und kam 2008 in den Handel. Sie basierte auf dem Suzuki Splash, war länger und etwas flacher als der Vorgänger und erhielt Benzinmotoren sowie einen Diesel. Nach dem Produktionsende 2014 übernahm der kleinere Opel Karl die Rolle des Einstiegsmodells.
