72.700 E-Autos im Rückruf, Ladelimit verordnet
Volkswagen ruft weltweit fast 72.700 Elektroautos wegen fehlerhafter Batteriezellen zurück. Bis zur Prüfung in der Werkstatt dürfen die Halter ihre Fahrzeuge nur noch bis 80 Prozent laden.
In Deutschland erfassen drei KBA-Rückrufe zusammen rund 10.000 Fahrzeuge. Weltweit summiert sich die Zahl auf fast 72.700 Elektroautos. Zum Kreis der Fahrzeuge zählen vor allem die VW-Modelle ID.3 , ID.4 , ID.7 und ID. Buzz . Auch der eng mit dem ID.3 verwandte Cupra Born fährt mit den möglicherweise fehlerhaften Batteriezellen.
Fehlerhafte Batteriezellen lösen Rückruf aus
Interne Qualitätsprüfungen ergaben bei einzelnen Hochvolt-Batteriezellen Abweichungen von den Qualitätsanforderungen. Produktionsfehler bei Zulieferern bilden nach Angaben von Volkswagen die Ursache.
Unter bestimmten Bedingungen kann die erhöhte thermische Belastung einen Brand auslösen. Das Risiko gilt als selten, Volkswagen und das KBA stufen die Angelegenheit dennoch als sicherheitsrelevant ein. Verletzte oder Sachschäden kennt das KBA bislang nicht.
Diese Baujahre erfasst VW
Bei ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz geht es um Fahrzeuge aus den Baujahren 2022 bis 2025. Beim Cupra Born umfasst der Rückruf Fahrzeuge aus den Jahren 2022 bis 2024.
Das KBA führt drei Rückrufaktionen für Deutschland. Die Halter erhalten einen Brief mit Informationen zum Werkstatttermin, zum weiteren Ablauf und zu den jeweiligen Ansprechpartnern.
80 Prozent als Ladegrenze
Bis zur Prüfung laden die Halter ihre Autos höchstens bis 80 Prozent. Bei Fahrzeugen mit entsprechender technischer Ausstattung begrenzt das System die nutzbare Batteriekapazität selbst.
Zusätzlich bringen die Werkstätten Warnhinweisaufkleber im Innenraum an. Die Begrenzung bleibt bestehen, bis eine Werkstatt die Batterie geprüft und für unbedenklich erklärt hat.
Software-Update kann Batterietausch ersetzen
Die Werkstatt prüft zunächst die Hochvoltbatterie. Fehlerhafte Batteriemodule müssen nach früheren Angaben eines VW-Sprechers nicht in jedem Fall aus dem Fahrzeug. Je nach Ergebnis kann ein Software-Update als Abhilfe ausreichen.
Nach der Freigabe durch die Werkstatt dürfen die Halter wieder bis zur maximalen Ladekapazität laden. Volkswagen informiert die Kunden auch über weitere technische Maßnahmen schriftlich. Bei dem Rückruf handelt es sich um die deutsche Erweiterung dieses in der vegangenen Woche bekanntgewordenen Rückrufs.
Nicht der erste Batterie-Rückruf
Volkswagen rief bereits im März zusammen mit Cupra weltweit mehr als 90.000 Elektroautos wegen möglicher Batterieprobleme zurück. Rund 28.000 Fahrzeuge standen damals in Deutschland in den Werkstätten.
Ende September folgte außerdem ein Rückruf von weltweit gut fünf Millionen Fahrzeugen. Eine korrosionsanfällige Schraube kann dort die Befestigung der Lenkung und damit ihre Funktion beeinträchtigen. In Deutschland erfasst diese Aktion fast 1,4 Millionen Fahrzeuge von VW, Audi, Seat und Skoda.
