"Hier ist meine Bahncard": Darum hat Harald Schmidt kein Auto mehr
"Ich brauche kein Auto mehr, ich habe kein Auto mehr", sagte Harald Schmidt in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur - und verknüpft diese Ansage mit einer Spitze gegen die Partei, die in Deutschland am stärksten mit Umweltschutz in Verbindung steht. "Ich wünsche mir, dass mich mal ein Grüner angreift wegen meiner CO2-Bilanz", fügte Schmidt hinzu. "Dann sage ich: 'Junge, hier ist meine Bahncard!'"
Den Jaguar, den er einst als "Traum" bezeichnet hatte, besitzt der Entertainer nicht mehr. "Ich hab' den einem Bastler geschenkt, weil der war nicht mehr durch den TÜV zu kriegen", erklärte Schmidt. "Ich hätte das nochmal finanziert, aber es gingen jetzt so die Zipperlein los."
In der Straßenbahn hört sich Harald Schmidt die Gespräche der Kölner an
Stattdessen setzt Schmidt, der einst mit seiner "Harald Schmidt Show" neue Maßstäbe im deutschen Late-Night-TV setzte, auf öffentliche Verkehrsmittel. Seine Bahncard nutze er schon einmal, um während einer Reise spontan umsteigen zu können. "Ich ändere teilweise, während ich im Zug bin, die Route", schilderte Schmidt. Auch Verspätungen der Bahn machten ihm deswegen wenig aus.
In Köln, wo er im Stadtteil Marienburg heimisch ist, nutzt er demnach Bus und Straßenbahn. Für einen Beobachter wie Schmidt hat das einen weiteren Vorteil: Dass er dabei die Gespräche der Kölner hören könne, bezeichnet der 69-Jährige als "superinteressant".
Vom Publikumsliebling zur Skandalfigur
Harald Schmidts Spitze gegen die Grünen ist als Kommentar zu seinem Ruf in der deutschen Medienlandschaft zu verstehen. In der Vergangenheit war er wiederholt mit Aussagen und Taten aufgefallen, die für ihre politische Strahlkraft kritisiert wurden. So äußerte er Bewunderung für den wegen seiner Nähe zu Kremlchef Wladimir Putin in der Kritik stehenden Altkanzler Gerhard Schröder. Zudem brüskierte er sich über einordnende Warnhinweise alter Folgen seiner mit Herbert Feuerstein co-moderierten Show "Schmidteinander".
Bei einem Sommerfest des rechtskonservativen Schweizer Magazins "Die Weltwoche" ließ er sich mit Hans-Georg Maaßen und Matthias Matussek fotografieren, die als Einflussträger innerhalb der neurechten Szene gelten. Auch AfD-Chefin Alice Weidel war auf der Feier anwesend. Dass sich aus den Bildern politische Zustimmung ableiten ließe, lehnte der Entertainer jedoch entschieden ab.