Immer mehr Ski- und Snowboardfahrer lassen sich von glitzerndem Neuschnee und tiefem Powder abseits der Piste locken - doch das kann zur Gefahr werden. Wer im Gelände unterwegs ist, sollte genau wissen, was im Ernstfall zu tun ist.
Als erste Regel gilt: Niemals allein ins Gelände fahren. Eine Tour ins Freie mit der Gruppe ist nicht nur schöner, sondern auch sicherer. Noch besser wird sie in Begleitung eines ortskundigen Bergführers.
Bevor die Ski angeschnallt werden, sollte man sich einige Informationen einholen: Den Wetterbericht und das Gelände gilt es genau zu überprüfen, ebenso sollte man sich über die aktuelle Lawinengefahr und Schneesituation informieren.
Die fünfstufige Lawinenvorhersage ist in Europa einheitlich: 1 steht für gering, 2 für mäßig, 3 für erheblich, 4 für groß und 5 für sehr groß. Die dritte Stufe ist hierbei die kritischste Situation für Wintersportler und fordert 50 Prozent aller Lawinenopfer.
Wer abseits der Piste fährt, braucht die richtige Notfall-Ausrüstung. Dazu gehört ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) mit geladenem Akku, eine Lawinenschaufel und eine Sonde.
Ein Rucksack mit Lawinenairbag ist kein Muss, bietet sich aber an. Bevor es losgeht, gilt es, das Material genau zu checken. Selbst die beste Ausrüstung rettet nicht, wenn die Batterien leer sind.
Hat alle Vorsicht nichts geholfen und man findet sich in einer Lawine wieder, dann gilt es, ruhig und schnell zu handeln. Zunächst sollte man versuchen, seitlich aus der Lawine herauszufahren.
Klappt das nicht, als Erstes die Stöcke abwerfen. Sie können wie ein Anker wirken und nach unten ziehen, außerdem Verletzungen verursachen. Deshalb gilt: Im freien Gelände nie die Schlaufen verwenden.
Wenn der Schnee zum Stillstand kommt, Arme vor die Brust und die Hände vor das Gesicht halten, um sich so eine Atemhöhle zu schaffen. So kann man verschüttet in der Theorie bis zu 130 Minuten überleben.
Wer Zeuge eines Lawinenabgangs wird oder sich selbst retten konnte, sollte schnell, aber besonnen handeln. Jede Minute entscheidet über Leben und Tod: Nach 15 Minuten unter den Schneemassen sinken die Überlebenschancen signifikant.
Zunächst sollte man sich selbst außer Gefahr bringen und auf mögliche Nachlawinen achten. Ist man in einer Gruppe unterwegs, gilt es, schnell Aufgaben zu delegieren.
Dann so schnell wie möglich die Rettungskräfte unter 112 kontaktieren, über den Lawinenabgang und mögliche verschüttete Personen informieren, und die Anweisungen der Einsatzkräfte befolgen.