Kurze Ausfahrt mit dem Toyota Corolla AE 86. Die Kombination aus drehwütigem 16-Ventiler, direkter Lenkung und agilem Fahrwerk macht Laune.
Kurze Ausfahrt mit dem Toyota Corolla AE 86. Die Kombination aus drehwütigem 16-Ventiler, direkter Lenkung und agilem Fahrwerk macht Laune.
Die etwas biedere Optik mit den Radkappen täuscht: Im Corolla GT, wie er bei uns hieß, steckt die Seele eines Racers. In Japan wurde der "Trueno" dank des Animés "Initial D" Kult. Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein junger Mann fährt mit einem solchen Coupé tagsüber Tofu aus und nachts Drifts.
Wir driften heute nicht, freuen uns aber am direkten Fahrverhalten des leichten Coupés. Der "Hachi Roku", japanisch für 86, wiegt leer weniger als eine Tonne, und das merkt man beim Lenken, Bremsen und Gasgeben.
Der Motor hängt am Gas wie ein Terrier an der Leine. Obwohl die fünfte Generation des Corolla ab 1983 Frontantrieb und Quermotoren hatte, wählten die Techniker für den GT einen Sonderweg mit Längsmotor und Hinterradantrieb. Manchmal steckt in einem Toyota eben auch Leidenschaft.
Zurück in die 70er: Die dritte Generation des Toyota Corolla mit Rundscheinwerfern, Chromstoßstangen und Vinyldach im Stil der Zeit. Es ist die Zeit, in der sich japanische Hersteller in Europa etablieren und mit guter Ausstattung zum günstigen Preis um Kunden werben.
Die dritte Generation des Corolla hat noch ein Kutschenfahrwerk mit einer an Blattfedern aufgehängten Hinterachse. Das stört auch erstmal nicht, die Abstimmung ist komfortabel.
Die Lenkung hat leichtes Spiel, die Sitze sind zierlich und die Tür zeigt noch nacktes Blech: Das war halt damals so.
Der längs eingebaute Vierzylinder baut sein Drehmoment früh auf und läuft kultiviert. Eine kurze Übersetzung hilft dem Temperament auf die Sprünge, so kann schon in der Stadt der vierte Gang rein.
In 60 Jahren hat Toyota über 57 Millionen Corolla verkauft. Zum Jubiläum gibt es ein Sondermodell mit einer Metalliclackierung in Borreal Blue, 17-Zoll-Leichtmetallrädern, 60th-Schriftzügen und 1.400 Euro Preisvorteil.
Corolla der 60er- bis 90er-Jahre: Die erste Generation kam 1967 nach Europa, dort hat Toyota seither rund 9,5 Millionen Corolla verkauft. Seit 1994 baut Toyota den Corolla in der Türkei, dort rollt aktuell die Limousine vom Band. In Großbritannien begann die Fertigung 1998, dieses Werk produziert Fünftürer und Kombi (Touring Sports) für den europäischen Markt.
Seltener Anblick: Zum 60. hat Toyota alle 12 Corolla-Generationen im Louwman Museum in Den Haag versammelt.
Eine Woche standen die Corolla-Generationen in der Eingangshalle des Museums.