Diese Wohnmobile sparen Diesel und Geld
Diese Wohnmobile und Campingbusse benötigen auf 100 km Strecke im Test weniger als zehn Liter Diesel.
Die Preise für Öl, Benzin und Diesel schießen durch den Krieg im Iran in die Höhe. Damit zählt beim Neukauf eines Wohnmobils oder Campingbusses plötzlich nicht mehr nur der Grundriss, sondern auch der Verbrauch.
Beim Kraftstoffverbrauch sind weder das Bauchgefühl noch die Herstellerangaben zu 100 Prozent verlässlich. Was zählt, sind Messwerte. promobil hat sie.
Diese sechs Wohnmobile und Campingbusse blieben zwischen 2024 und heute bei den promobil-Verbrauchsfahrten im Rahmen des Superchecks unter 10 Liter pro 100 Kilometer.
So misst promobil den Kraftstoffverbrauch von Wohnmobilen
promobil ermittelt den Verbrauch im Rahmen des Superchecks auf einer definierten Verbrauchsrunde. Dadurch lassen sich die Ergebnisse der getesteten Fahrzeuge praxisnah untereinander vergleichen. Sie sind besser als ein Schätzwert des Bordcomputers, aber kein Ersatz für WLTP-Werte.
Alle sechs Kandidaten kombinieren ein vergleichsweise effizientes Grundkonzept mit wenig Ballast: Entweder fahren sie als Campingbusse mit geringer Stirnfläche oder als Teilintegrierte, die Gewicht und Aufbau sauber im Griff behalten. Dazu kommt ein moderater Motor (meist um 140 PS) mit passender Getriebeabstimmung. Automatik oder Handschaltung spielen weniger die Hauptrolle als Aerodynamik und Masse. Keines der Fahrzeuge setzt auf den üppigen Aufbau eines Integrierten. Deren wuchtig aufrechte Stirnfläche und ihr hohes Gewicht treiben den Verbrauch bei Autobahntempo nach oben.
1. Adria Twin 640 SGX
Der Sparmeister unter den Campingbussen
Mit einem Verbrauch von 8,1 Liter auf 100 km setzt sich der Adria Twin 640 SGX an die Spitze dieser Runde. Der Ducato mit 140er-Multijet und Automatik liefert dafür die passende Basis. Der wichtigste Hebel liegt im Konzept: Kastenwagen bleiben schmal und relativ glatt im Wind. Wo keine Übergänge, Hauben oder Absätze sind, entstehen weniger Luftverwirbelungen. Das ist wie bei einer eng sitzenden Regenjacke auf dem Rad: Wo weniger flattert, verpufft weniger Energie.
Adria stellt die Körper der Hängeschränke über der Sitzgruppe außerdem aus expandiertem Polypropylen her und spart damit Gewicht. In der Praxis bringt das entspannte Reichweite. Wer lange Etappen fährt, gewinnt Tankstopps als Zeitpuffer zurück. Überraschend ist vor allem, wie deutlich der Abstand zur 10-Liter-Marke ausfällt: Der Adria spart nicht auf Kante, sondern mit Reserve.
2. Sun Living S 72 DL
Teilintegriert, der die Zehn knackt – nach unten
Der Sun Living S 72 DL verbraucht 9,5 L auf 100 km. In dem Teilintegrierten arbeitet ein Ford-Transit-Antrieb mit 165 PS und Handschaltung. Technisch zählt bei so einem Aufbau jedes Kilo und jede Kante. Ein Teilintegrierter fährt eben nicht "wie ein Bus", sondern eher wie ein Transporter mit Rucksack: Je kleiner der Rucksack und je besser er anliegt, desto weniger kostet er Tempo.
Für Camper heißt das: Man bekommt mehr Wohnmobil-Komfort als im Kastenwagen, ohne im Verbrauch gleich zweistellig zu werden. Mit 7,26 Metern Länge, zwei Einzelbetten im Heck, serienmäßigem Hubbett in der Front und viel Stauraum bietet der Sun Living S 72 DL genug Raum für vier Campende. Allerdings bleiben bis zur 3,5-Tonnen-Grenze kaum noch Reserven. Wer den Teilintegrierten als Familie nutzen will, sollte eher auf 4,1-Tonnen auflasten. Ohne die Auflastung bleibt das Fahrzeug ein gutes Wohnmobil für zwei bis drei Personen.
3. Knaus BoxTime 630 MX
EPP-Möbelbau spart Gewicht – und Liter
Der Knaus BoxTime 630 MX fährt im Supercheck, der in promobil Heft 3/2026 erschienen ist, mit 9,6 Liter Diesel 100 km weit. Basis des Campingbusses ist der Fiat Ducato mit 140 PS, hier mit Automatik. Knaus setzt im Ausbau bei Hängeschränken, Sitztruhen und Wandvertäfelungen auf EPP (expandiertes Polypropylen).
Das Material ist das Schweizer Taschenmesser des Wohnmobilbaus: Es ist stabil, tragfähig, isoliert gut und spart Masse. Knaus gibt bis zu 60 kg im Vergleich zu herkömmlichem Möbelbau an. Der Antrieb muss weniger Gewicht mitschleppen, was den Verbrauch reduziert.
Auf Tour bleibt der Nutzen doppelt praktisch: ordentliche Zuladung, dazu ein ruhiger Ausbau. Mit 6,36 m Länge, Längshubbett im Heck und ausreichend Stauraum ein komfortabler und leichter Campingbus für zwei Personen.
4. Hobby Prestige T 710 GE
Großes Mobil mit großen Betten und geringem Verbrauch
9,7 l Verbrauch auf 100 km ist ein sehr guter Wert für einen Teilintegrierten mit Einzelbetten und 7,10 m Länge. Der Hobby Prestige T 710 GE zeigt, dass Größe nicht automatisch Sprit-Durst bedeutet. Ein Ducato-Diesel (2.184 ccm, 103 kW/140 PS) mit 8-Gang-Automatik treibt das Fahrzeug an.
Der Schlüssel liegt in der Antriebsauslegung, durch die sich häufiger ein passender Gang findet. Im Campingalltag zählt das besonders auf Autobahnstrecken und langen Steigungen.
Überraschend ist die Kombination aus Komfort-Grundriss und sparsamem Messwert: Denn der Hobby hat im Heck zwei lange Einzelbetten für große Paare, die sich zu einer Liegewiese mit 2,12 m Länge und 1,72 m Breite ausbauen lassen.
Das Testfahrzeug hat zudem noch 1.210 kg Zuladungsreserven, da es mit einer 4,4-Tonnen-Zulassung vorfuhr.
5. Clever Spirit 600
Schaltgetriebe, schmale Silhouette, 9,8 Liter
Der Clever Spirit 600 auf Citroën Jumper verbrennt mit 9,8 L Diesel auf einer Strecke von 100 km. An Bord arbeitet ein 140-PS-Motor, geschaltet wird manuell. Kastenwagen profitieren von ihrer Form. Der Spirit 600 ist mit 5,95 m auch noch relativ kurz.
Eine Klappwand im Bad macht die Einzelbetten im Heck möglich, die auf beiden Seiten 190 cm lang sind. Praktisch ist der Campingbus damit für Paare, die eine kompakte Alltagsgröße wollen, aber gerne auf lange Reisen gehen.
6. Forster T 669 EB (2024)
Teilintegrierter mit Schaltung, 9,8 Liter
Auch der Forster T 669 EB (2024) landet mit 9,8 L Verbrauch auf 100 km ein gutes Ergebnis. Er nutzt den Citroën Jumper mit 165-PS-Motor und manuellem Getriebe. Für einen Teilintegrierten ist der Forster mit 6,69 m relativ kurz und leicht.
Mit zwei Längsbetten im Heck und einem schmalen, optionalen Hubbett über der Sitzgruppe und über 700 kg Zuladungsreserve können bis zu drei Personen locker mitfahren. In der Praxis ist der Forster T669 aber eher ein Spartipp für Paare, die klassische Wohnmobilreisen mögen.
So holen Sie im eigenen Mobil Liter zurück
Steigende Spritpreise lassen sich nicht wegdiskutieren, den Verbrauch im Wohnmobil können Camperinnen und Camper aber sehr wohl reduzieren. Die größten Hebel sind Tempo und Fahrweise: Schon ein paar km/h weniger und vorausschauendes Fahren sparen oft mehr als jedes Zubehör-Upgrade.
In unserem Ratgeber sind die wichtigsten Tipps zum Spritsparen mit Wohnmobil und Campingbus gesammelt:
Camperinnen und Camper, die kompakte Campingbusse mögen, können das Thema Spritverbrauch ganz hinter sich lassen. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Campervans auf Basis des VW ID.Buzz.
Eiffelland hat im Sommer 2025 einen großen Campingbus mit Elektroantrieb vorgestellt und Dethleffs die Studie eines elektronischen Teilintegrierten - E.home Eco. Beide Fahrzeuge sollen 400 km Reichweite übertreffen.
