Das Ende von Sonys Autoradios
Sony beendet sein weltweites Geschäft mit Nachrüstlösungen für Autoradios. Das Unternehmen informierte bereits seine Händler in einem Schreiben über die Entscheidung.
Bis zum 31. Dezember 2026 sollen Händler weiterhin Produkte von Sony erhalten. Danach endet der Versand neuer Geräte. Welche Regelungen für Garantie und Service im Detail gelten, geht aus den bislang vorliegenden Informationen nicht hervor. Der Hersteller teilte jedoch mit, dass das US-Team bis April 2027 bestehen bleiben soll. Aus dem europäischen Nachrüstgeschäft hatten sich die Japaner bereits Ende 2024 zurückgezogen. Jetzt folgt der globale Schnitt.
Sony war im Nachrüstgeschäft unter anderem mit Autoradios, Lautsprechern, Verstärkern und Subwoofern vertreten. Zuletzt konzentrierte sich das Unternehmen vorwiegend auf Geräte mit Unterstützung für Android Auto und Apple CarPlay. Dazu gehörten auch Modelle mit großen, frei stehenden Bildschirmen sowie kabelgebundener und kabelloser Smartphone-Anbindung.
Integrierte Fahrzeugsysteme erschweren Nachrüstungen
Der Rückzug von Sony fällt in eine Phase, in der sich der Markt für Nachrüstlösungen verändert. Automobilhersteller integrieren Infotainment- und Audiosysteme immer stärker in die Fahrzeugarchitektur. Klassische Ein- und Doppel-DIN-Schächte sind in vielen neuen Modellen nicht mehr vorhanden. Stattdessen setzen die Hersteller auf proprietäre Bauformen und fest eingebundene Software.
Das erschwert den Einbau universeller Nachrüstgeräte. Häufig benötigen Kunden zusätzliche Adapter, fahrzeugspezifische Einbaurahmen oder eine professionelle Installation. Dadurch steigen der technische Aufwand und die Kosten für den Einbau. Zudem bieten die Hersteller ab Werk mehr Funktionen für Konnektivität, Audio und Fahrerassistenz an.
Nachrüstgeräte müssen deshalb nicht nur ein Audiosignal ausgeben. Sie sollen sich möglichst in die vorhandene Fahrzeugtechnik einfügen, Lenkradtasten übernehmen, Rückfahrkameras unterstützen und weiterhin Zugriff auf Smartphone-Funktionen ermöglichen. Je stärker die einzelnen Fahrzeugfunktionen miteinander verknüpft sind, desto aufwendiger wird eine nachträgliche Änderung.
Sony versuchte, auf diese Entwicklung unter anderem mit frei stehenden Bildschirmen zu reagieren. Die Geräte ließen sich dadurch in mehr Fahrzeugen einsetzen als klassische Autoradios mit festgelegten Einbauformaten. Die Bauform beseitigte jedoch nicht alle technischen und wirtschaftlichen Hürden. Für den Einbau waren weiterhin fahrzeugspezifische Lösungen und häufig die Unterstützung eines Fachbetriebs erforderlich.
Zukunft als Zulieferer für Fahrzeughersteller offen
Ob Sony künftig weiterhin als Zulieferer für die Erstausrüstung von Fahrzeugen tätig sein will, ist nicht bekannt. Das Unternehmen hat bislang nicht mitgeteilt, ob der Rückzug ausschließlich das Nachrüstgeschäft betrifft oder ob sich daraus weitere Veränderungen im Bereich der Fahrzeugtechnik ergeben.
