Dieser Tieflader denkt um die Ecke
Beim neuen Kässbohrer-Modell liegt die Ladehöhe laut Hersteller bei nur 350 Millimetern.
Der neue K.SLL P von Kässbohrer ist für große Maschinen, Bauteile und andere Schwergewichte gebaut. Er bringt erstaunlich viel Beweglichkeit mit.
Wer auf der Autobahn schon einmal einen Schwertransport gesehen hat, kennt das Bild: riesige Baumaschinen, Stahlteile oder ganze Industrieanlagen rollen langsam über die Straße, begleitet von Begleitfahrzeugen und oft nachts unterwegs. Damit solche Lasten überhaupt transportiert werden können, braucht es spezielle Fahrzeuge. Kässbohrer stellt dafür nun einen neuen Pendel-Tieflader namens K.SLL P vor.
Für richtig dicke Dinge
Ein Tieflader ist vereinfacht gesagt ein Anhänger mit besonders niedriger Ladefläche. Dadurch können hohe oder schwere Güter transportiert werden, ohne dass die Gesamthöhe des Gespanns zu groß wird. Das ist wichtig, um unter Brücken hindurchzukommen oder gesetzliche Höhenlimits einzuhalten. Beim neuen Kässbohrer-Modell liegt die Ladehöhe laut Hersteller bei nur 350 Millimetern. Gedacht ist das Fahrzeug für alles, was zu groß, zu schwer oder zu sperrig für normale Sattelauflieger ist. Dazu zählen etwa Bagger, Kräne, landwirtschaftliche Maschinen, große Tanks, Stahlkonstruktionen oder Boote.
600 Millimeter Federweg
Besonders interessant ist das Fahrwerk. Der K.SLL P nutzt sogenannte Pendelachsen. Dahinter steckt ein System, bei dem sich jede Achse beziehungsweise jedes Radpaar vergleichsweise frei bewegen kann. Das hilft, wenn der Untergrund uneben ist oder das Fahrzeug über Kuppen, Baustellenzufahrten oder schlechte Wege fahren muss. Kässbohrer nennt hier einen Federweg von 600 Millimetern, ein enormer Wert. Dadurch können die Räder große Höhenunterschiede ausgleichen, während die Ladung möglichst in der Waagerechte bleibt.
Auch beim Lenken geht Kässbohrer einen aufwendigen Weg. Mehrere Achsen des Anhängers lenken mit. Ein langer Schwertransporter würde sonst in engen Kurven kaum um Ecken kommen. Durch das hydraulische Lenksystem soll der Tieflader auch auf engem Raum manövrierfähig bleiben. Das betrifft etwa Baustellen, Industriehöfe oder schmale Zufahrten. Selbst sehr enge Kurven mit starkem Einschlag sollen möglich sein. Demonstriert wird das mit dem Umkurven eines Kreisverkehrs mit dem langen Gespann.
Wandlungsfähige Ladefläche
Für Außenstehende überraschend: Solche speziellen Anhänger lassen sich an verschiedene Transporte anpassen. Der neue Kässbohrer kann in der Länge ausgezogen werden. Maximal sind laut Hersteller zusätzliche 5.550 Millimeter möglich. Außerdem lässt sich die Ladefläche verbreitern, pro Seite um bis zu 230 Millimeter. So entsteht mehr Platz für breite Maschinen oder lange Bauteile.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Gewichtsverteilung. Bei schweren Transporten muss die Belastung der Achsen möglichst ausgeglichen sein, entsprechend viele Achsen hat der Tieflader. Jede einzelne kann mit bis zu 12 Tonnen belastet werden. Praktisch im Alltag ist zudem der abnehmbare Schwanenhals. Das ist das vordere Verbindungsteil zwischen Zugmaschine und Anhänger. Wird er entfernt, kann die Ladung oft direkt von vorne auf den Tieflader fahren, zum Beispiel ein Bagger auf eigenen Ketten. Laut Hersteller dauert das Abkuppeln dank Schnellanschlüssen weniger als 50 Sekunden, eine angesichts des massiven Bauteils überraschend kurze Zeit.
