Windows 11 bereinigen mit diesen Tools
Open Source gegen Bloatware: Windows 11 bereinigen mit diesen Tools
Überflüssige Software – im Fachjargon: Bloatware – ist normalerweise nicht erwünscht, aber nicht immer leicht zu entfernen. Wir zeigen Dir einige Tools, mit denen Du Dein System schlanker machst.
Windows 11 aufräumen – und warum es manchmal nötig ist
Alle modernen, verbreiteten Betriebssysteme bringen Software mit, die nicht unbedingt notwendig ist. Sie belegt dennoch Speicherplatz und kann auch ganz einfach stören – etwa, wenn du im Startmenü von Windows 11 darüber stolperst. Moderne Computer leiden hinsichtlich ihrer Performance zwar kaum darunter, gewünscht ist Bloatware aber dennoch praktisch nie.
Du kannst die Software manuell entfernen, aber das kostet je nach aktuellem Systemstatus viel Zeit. Außerdem ist es gut möglich, dass Du nicht jede Anwendung tatsächlich erwischst. Wir zeigen Dir daher nicht nur manuelle Eingriffe, die schnell Abhilfe schaffen, sondern auch diverse automatisierte Tools.
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Der manuelle Weg über die Einstellungen
Mit einem Rechtsklick auf den Start-Button gelangst Du zum Punkt “Installierte Apps”. Dort findest Du alle Anwendungen, die Du entweder wissentlich oder unwissentlich auf Deinem Computer installiert hast. Neben jeder Anwendung findest Du rechts drei Punkte. Klickst Du darauf, kannst Du die Software deinstallieren.
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Welche Software Du brauchst und welche nicht, hängt natürlich von Deinem eigenen Ermessen ab. Oft sind kleine Spiele vorinstalliert, bei neuen Notebooks häufig auch Testversionen von Office-Paketen und diverse kleine, relativ nutzlose Apps, die Du wahrscheinlich niemals nutzt.
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Die Deinstallation dieser Apps ist ungefährlich. Bist Du Dir nicht sicher, was eine App macht oder wozu sie gut ist, solltest Du sie zunächst nicht anfassen. Google oder ChatGPT helfen weiter. Im Zweifelsfall kannst Du jede App später noch einmal neu installieren. Durch diesen Arbeitsschritt gewinnst Du in jedem Fall Speicherplatz und eventuell auch ein wenig Performance, falls einige Programme sich im Autostart eingenistet haben. Als Faustregel gilt: Je älter das System, desto größer der Performancegewinn durch diese Aufräumaktion.
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Automatisierung durch Bloatynosy
Das kleine Tool Bloatynosy kann ebenfalls Komponenten entfernen und anderes Verhalten einbremsen. Installieren musst Du das Tool nicht, es lässt sich einfach so starten. Es wird somit nicht selbst zur Bloatware.
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Am einfachsten nutzt Du Bloatynosy auf diese Wege:
Über die Schaltfläche „Experience“ kannst Du vor allem diverse Funktionen und Verhaltensweisen eindämpfen. So kannst Du bestimmte Werbung deaktivieren, Recall ausschalten, Telemetriedaten eindämmen und so weiter. Dies kannst Du alles auch in Windows 11 selbst, aber Bloatynosy kann dabei helfen, wenn Du die Optionen in Windows nicht findest.
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Über „Dumputer“ hingegen kannst Du vorinstallierte Apps entfernen. Dort lassen sich auch Programme verbannen, die von Windows eigentlich vor einer Deinstallation geschützt werden. Hier solltest Du nur darauf achten, dass Du weißt, was Du tust, und nicht versehentlich wichtige Anwendungen entfernst.
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Auf Wunsch kannst Du Bloatynosy über ein Plug-in-System weiter verbessern. So könntest Du selbst recht drastische Aktionen durchführen, wie die Entfernung von OneDrive. Plug-ins solltest Du ebenfalls nur dann verwenden, wenn Du weißt, wozu diese Plug-ins gut sind und welche Auswirkungen sie haben. Das Tool wird permanent aktualisiert, hin und wieder solltest Du daher nach Updates schauen.
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Automatisierung durch Win11Debloat
Ganz ohne grafisches Nutzerinterface kommt Win11Debloat daher. Das kleine Tool führst Du über PowerShell aus, womit es sich automatisch eher an etwas versiertere Personen richtet. Auch Win11Debloat entfernt Bloatware, blockt bestimmte Werbungen und die Suche und vieles mehr. All dies ist weniger bequem als durch ein Tool mit einem echten GUI. Einmal eingearbeitet, kann Win11Debloat Dir jedoch eine Menge Arbeit abnehmen.
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Zunächst startest Du Win11Debloat, das geht am einfachsten über das Terminal in Windows 11. Administratorrechte sind ebenfalls notwendig, um Dateioperationen vorzunehmen. Öffne also das Terminal und geben folgenden Befehl ein: “& ([scriptblock]::Create((irm “https://debloat.raphi.re/”)))”.
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Danach wirst Du drei Optionen vorfinden. Die erste Methode nennt sich Default mode. Damit wird Win11Debloat einfach durchlaufen und die voreingestellten, empfohlenen Aktionen vornehmen. Falls Du das Tool noch nie benutzt hast, kann es nicht schaden, sich für diese Option zu entscheiden. Die zweite Methode (Custom mode) lässt Dir die Wahl. Dort kannst Du selbst auswählen, welche Änderungen durchgeführt werden. So kannst Du etwa Windows Recall ausschalten, den Copilot entfernen oder ähnliche Aktionen ausführen. Methode drei, der App removal mode, dient dazu, Apps auszuwählen und zu entfernen, ohne dass dabei auch andere Aufgaben durchgeführt werden. Dies ist die beste Option, wenn Du einfach nur ein wenig aufräumen möchtest und dabei genau festlegen willst, was gelöscht werden soll.
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Aufgrund seines Aufbaus richtet sich Win11Debloat klar an Personen, die etwas mehr Erfahrung mit Software haben. Der Default mode ist jedoch nützlich und automatisiert genug, um auch von Laien genutzt zu werden. Alle gemachten Änderungen kannst Du bei Bedarf auch rückgängig machen.
Welche Methode sollte ich nutzen?
Hältst Du generell gut Ordnung auf Deinem System, reicht wahrscheinlich eine gelegentliche Reinigung über die ganz normalen Einstellungen aus. Zusätzliche Software ist dann nicht nötig, sie würde Dir das Leben nur eventuell etwas leichter machen.
Automatisierte Tools sind immer dann sinnvoll, wenn Du häufig und gerne viel (de-)installierst und allgemein eher ein Bastelmensch bist. Dann bleiben zwangsläufig immer wieder Rückstände auf Deinem System zurück. Deren manuelle Bereinigung würde Zeit kosten. Bloatynosy und Win11Debloat machen diese Aufgabe besser.
Ersteres Tool ist dann zu empfehlen, wenn Du durchschnittliche Kenntnisse mitbringst und mit ein paar Klicks einfach alles in Ordnung bringen möchtest. Win11Debloat ist noch vielseitiger, aber dafür verlangt es nach Know-how und ein bisschen Einarbeitungszeit. Beide Tools verrichten ihre Arbeit am Ende gut.
Alle Methoden haben am Ende jedoch dieselbe Wirkung: Windows wird etwas schneller starten, aufgeräumter sein und überflüssige Software wird nicht mehr auf dem System zu finden sein. Dies gibt Dir mehr Kontrolle über das gesamte System, es treiben sich keine hinterhältigen, hartnäckigen Bloatware-Apps im Dunkel herum. Bei älteren Geräten wirst Du wahrscheinlich sogar einen tatsächlichen Leistungsschub bemerken.