Thomas Markle: Philippinen prüfen Anklage
Thomas Markle Sr. muss möglicherweise mit einer Anklage rechnen. Dies geht aus einer Erklärung der regionalen Staatsanwaltschaft des philippinischen Justizministeriums für Central Visayas hervor, die das US-Portal "Page Six" am Freitag publiziert hat.
Nach Abschluss der Untersuchung der mutmaßlichen Geräte Markles sowie weiterer Materialien könnten "geeignete rechtliche Schritte" eingeleitet werden. Allerdings müssten die Ermittler zunächst ausreichend Beweise sichern, um eine verantwortliche Person identifizieren zu können.
Der 82-jährige Vater von Herzogin Meghan (45) steht unter dem Verdacht, Darstellungen von Kindesmissbrauch besessen zu haben. Markle bestreitet sämtliche Vorwürfe. Die Polizei in Cebu hat über ihre Abteilung zum Schutz von Frauen und Kindern einen Beschluss zur Auswertung von Computerdaten erwirkt. Damit ist sie befugt, die Geräte und Materialien zu analysieren, die Thomas Markle Jr. den Behörden übergeben hat.
Entscheidung über Anklage noch offen
Die Staatsanwaltschaft betont, dass sich "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht feststellen lasse, ob es tatsächlich zu einer Anklage kommen werde. Es handle sich nach wie vor um Vorwürfe. Voreilige Schlüsse wolle man vermeiden und niemandem vorschnell Verantwortung zuweisen.
Angestoßen wurde das Verfahren durch Markles 60-jährigen Sohn. Wie die britische "Sun" berichtet hatte, soll er im früheren Haus seines Vaters auf den Philippinen auf eine Sammlung von Bildern und Videos gestoßen sein, die mutmaßlich Aufnahmen von Kindesmissbrauch enthalten soll.
Markle Sr. befindet sich nach der Amputation eines Beines im Dezember 2025 in einer Reha-Einrichtung in Florida. Er bezeichnet die Anschuldigungen als "kranke Lügen". Die Vorwürfe seien "das Schlimmste, was mir jemand vorwerfen könnte". Seine Tochter Samantha unterstützt ihn. Ihr Bruder sei "widerlich", weil er die Vorwürfe erfunden habe, erklärte die 61-Jährige gegenüber der "Daily Mail".
Schreiben von Markles erster Frau
Herzogin Meghan hatte "Page Six" kurz nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe mitgeteilt, sie habe erst nach ihrer Hochzeit mit Prinz Harry (42) im Mai 2018 von Anschuldigungen gegen ihren Vater erfahren. Der Auslöser sei ein Brief an die Londoner Metropolitan Police gewesen, der 2019 von Roslyn Loveless, der inzwischen verstorbenen ersten Ehefrau von Markle Sr., verfasst worden sein soll.
"Dieser Brief wurde anschließend an mich weitergeleitet. Er enthielt beunruhigende und verstörende Anschuldigungen gegen meinen Vater, und mir wurde versichert, dass ihnen nachgegangen wird", erläuterte die 45-Jährige. Die Distanz zu ihrem Vater und die Entscheidung, ihn von ihren Kindern Archie (7) und Lilibet (5) fernzuhalten, habe nur einen einzigen Grund gehabt, diese zu schützen.
Das Ausmaß der nun ans Licht gekommenen Vorwürfe übersteige jegliche Vorstellung, so Meghan. Sie hoffe, dass der Gerechtigkeit Genüge getan werde und der Schutz unschuldiger Kinder oberste Priorität besitze. Ein anonymer Vertrauter der Herzogin fügte hinzu, dass man nun vielleicht nachvollziehen könne, weshalb sie seit Jahren keinen Kontakt zu ihrem Vater pflegen wolle.
Die britische Polizei muss sich derweil wegen ihres Umgangs mit dem erwähnten Brief einer Überprüfung stellen. Die Metropolitan Police hat sich selbst an die Polizeiaufsichtsbehörde IOPC verwiesen. Zwar wurde das Schreiben an Meghan und Harry weitergeleitet, die Informationen jedoch nicht an andere Stellen weitergereicht. Fragen seien durch eine interne Überprüfung zu den damaligen Entscheidungen aufgeworfen worden. Zudem beabsichtigt die Polizei, die enthaltenen Informationen an zuständige Behörden im Ausland weiterzugeben.