Thomas Markle: Londoner Polizei widerspricht Meghans Zeitangabe
Scotland Yard hat am Samstag bestätigt, dass ein Schreiben mit Anschuldigungen gegen Thomas Markle (82), den Vater von Herzogin Meghan (45), im Januar 2019 einging und an das Büro von Meghan und Prinz Harry (42) weitergeleitet wurde. Eine Übermittlung an andere Strafverfolgungsbehörden fand jedoch nicht statt. Diese Angaben machte die Metropolitan Police laut "People" nach Sichtung ihrer Akten.
Die dokumentierte Zeitlinie steht damit im Widerspruch zu Meghans bisherigen Aussagen. Die Herzogin hatte am Freitag angegeben, das Schreiben sei bereits 2018 an die Polizei übermittelt und danach mit ihr geteilt worden. Ihr Sprecher räumte nun ein, dass sie sich beim genauen Zeitpunkt womöglich um einige Monate vertan habe.
Behörden prüfen Verfahrensweise beim Brief
Laut einem Polizeisprecher enthielt das Schreiben mehrere Beschuldigungen wegen möglicher Vergehen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Es sei an die Personenschutz-Abteilung übermittelt worden, um Sicherheitsbedenken bezüglich Meghan zu melden. Nach Durchsicht des Dokuments habe man entschieden, das Büro der Sussexes über den Inhalt in Kenntnis zu setzen. Die Beschuldigungen selbst wurden allerdings nicht an weitere Strafverfolgungsbehörden übermittelt.
Meghan hatte zuvor erklärt, ihr sei seinerzeit zugesichert worden, dass die Vorwürfe untersucht würden. Welche konkreten Zusagen ihr gemacht wurden, bleibt unklar.
Die Metropolitan Police prüft mittlerweile, wie der Vorgang 2019 bearbeitet wurde. Zudem wird erwogen, den Fall an die unabhängige Polizeiaufsichtsbehörde Independent Office for Police Conduct (IOPC) zu übergeben.
Sprecher der Herzogin gesteht möglichen Irrtum ein
Meghan hatte das Schreiben ursprünglich auf 2018 datiert und die darin formulierten Vorwürfe als "beunruhigend und verstörend" charakterisiert.
Ihr Sprecher teilte am Samstag gegenüber dem US-Magazin "People" mit, es sei nachvollziehbar, dass sich die Herzogin bei Geschehnissen, die über sieben Jahre zurückliegen, ohne zeitnahe Notizen um einige Monate irren könne.
"Man muss anerkennen, dass sie ihr Bestes tut, um sich an den genauen zeitlichen Ablauf von Ereignissen zu erinnern, die damals nicht protokolliert wurden, und dass Abweichungen von einigen Monaten eine verständliche Folge des Zeitablaufs sind", hieß es weiter. Falls die Polizeiakten den Eingang und die Weiterleitung des Schreibens 2019 eindeutig dokumentieren, sei dieses Datum als verbindlich zu betrachten.
Schreiben enthielt schwerwiegende Beschuldigungen gegen Thomas Markle
Die britische Zeitung "The Sun" berichtete, eine Kopie des damaligen Briefes eingesehen zu haben. Demnach werde Thomas Markle unter anderem beschuldigt, ein Kind sexuell missbraucht zu haben. Der Verfasser des Schreibens geht aus dem Bericht nicht hervor. Die Anschuldigungen sind bisher nicht bewiesen.
Die aktuellen Vorwürfe wegen des mutmaßlichen Besitzes von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs gehen auf Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. (60) zurück. Er gibt an, entsprechendes Material unter den Besitztümern seines Vaters auf den Philippinen gefunden und die Behörden verständigt zu haben.
Thomas Markle Sr. weist die Beschuldigungen entschieden von sich. Gegenüber der "Daily Mail" nannte er sie Lügen und erklärte, er sei "schockiert, verletzt und sehr aufgebracht". Er habe nichts von dem begangen, was ihm vorgeworfen werde.
Strafverfolgungsbehörden ermitteln auf den Philippinen
Ein Sprecher der Polizei in Cebu City bestätigte gegenüber dem US-Portal "TMZ", dass strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Demnach ist eine auf den Schutz von Frauen und Kindern spezialisierte Einheit mit dem Fall befasst. Auch das FBI erklärte gegenüber "TMZ", über die Vorwürfe informiert zu sein und die philippinischen Behörden bei Bedarf unterstützen zu wollen.