Mette-Marit braucht Spenderlunge - Sohn Høiby bleibt in U-Haft
Die Polizei hat einen Antrag von Marius Borg Høiby (29) abgelehnt, seine Untersuchungshaft gegen eine elektronische Fußfessel auszutauschen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen (52) hatte seinen Wunsch laut der norwegischen Zeitung "Aftenposten" mit dem sich verschlechternden Gesundheitszustand seiner Mutter begründet. Er hätte in ein gemietetes Haus auf dem Schlossgelände Skaugum zurückkehren wollen, wo er bereits mehrere Jahre gewohnt hat - in unmittelbarer Nähe zur erkrankten Kronprinzessin.
Die Behörden lehnten nicht nur die Freilassung ab, sondern verwehrten Høiby auch die Teilnahme an einem Gespräch mit Mette-Marits Ärzten im Krankenhaus. Die übrige Kronprinzenfamilie war bei diesem Termin anwesend. Sein Rechtsbeistand nannte die Entscheidung "sehr überraschend". Staatsanwältin Oda Karterud bestätigte, dass der Fall nun dem Amtsgericht Oslo zur Prüfung vorgelegt werde.
Am Freitag teilte das norwegische Königshaus mit, dass die Ehefrau von Kronprinz Haakon (52) auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt wurde. "Die Entwicklung der Lungenerkrankung der Kronprinzessin ist ernst", hieß es in der offiziellen Mitteilung. Sie müsse "so bald wie möglich" ein Spenderorgan erhalten. Mette-Marit leidet seit 2018 an chronischer Lungenfibrose, einer unheilbaren Krankheit, bei der sich Narbengewebe in der Lunge bildet und das Atmen zunehmend erschwert.
Untersuchungshaft seit Februar
Marius Borg Høiby stammt aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin und befindet sich seit Beginn seiner Hauptverhandlung Anfang Februar in Untersuchungshaft. Die Urteilsverkündung ist für den 15. Juni angesetzt. Ihm werden über 40 Straftaten vorgeworfen, darunter mehrere Vergewaltigungen. Das Königshaus hatte sich während des gesamten Verfahrens zurückgehalten. Es sei ein belastendes Jahr gewesen und sie habe professionelle Unterstützung in Anspruch genommen, erklärte Mette-Marit in der Sendung "Das Jahr mit der königlichen Familie".
Bereits Anfang Mai hatte Høiby einen Antrag auf Haftentlassung gestellt - damals mit dem Argument, die Haftbedingungen belasteten ihn psychisch stark. Auch dieser Antrag wurde vom Amtsgericht Oslo zurückgewiesen.
Nun möchte er für seine Mutter da sein. Seine Halbschwester Prinzessin Ingrid Alexandra (22) ist bereits nach Norwegen zurückgekehrt und wird ihr kommendes Semester in Oslo statt an der Universität Sydney verbringen. Auch Prinz Sverre Magnus (20), der Sohn von Mette-Marit und Haakon, soll laut Königshaus aus dem Ausland zurückkommen. Kronprinz Haakon selbst reduziert sein Programm und verzichtet auf längere Reisen - unter anderem auf die Feierlichkeiten zur Goldenen Hochzeit des schwedischen Königspaares am 13. Juni in Stockholm. Seinen Staatsbesuch in Japan hat er soeben vorzeitig abgebrochen.